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Französische Großbank Société Générale will 1600 Jobs streichen – vor allem in der Investmentbank

Die französische Großbank Société Générale treibt den Stellenabbau voran. Zwangsentlassungen soll es aber nicht geben.
Update: 09.04.2019 - 14:36 Uhr Kommentieren
In den vergangenen Jahren hat die französische Großbank vor allem im Privatkundengeschäft Stellen abgebaut. Nun ist die Investment-Sparte an der Reihe. Quelle: dpa
Zentrale der Société Générale in Paris

In den vergangenen Jahren hat die französische Großbank vor allem im Privatkundengeschäft Stellen abgebaut. Nun ist die Investment-Sparte an der Reihe.

(Foto: dpa)

Paris Die französische Großbank Société Générale hat eine umfangreiche Neuorganisation der Teams und Aktivitäten ihrer Investmentbank angekündigt. Weltweit sollen 1600 Jobs wegfallen, rund 750 davon in Frankreich sowie Hunderte Stellen in London und New York. Zuerst hatten Gewerkschaften darüber berichtet, die von der Bank informiert worden waren. Anschließend bestätigte das Institut die Nachricht.

Einige der Aktivitäten sollen ganz aufgegeben werden, hieß es. Andere, die bislang in den USA beheimatet waren, sollen nach Paris umziehen. In der Investment- und Firmenkundensparte der Bank, BFI, sollen 1200 Jobs wegfallen, davon 500 in Frankreich. Auch andere Aktivitäten wie das Privatkundengeschäft sind laut Gewerkschaften betroffen, wenn auch deutlich schwächer.

Die Posten sollen über freiwillige Entlassungen geregelt werden. Die Angestellten erhalten pro Halbjahr Betriebszugehörigkeit eine Summe in Höhe eines Monatsgehalts. Wer länger als 20 Jahre dabei war, bekommt noch Zuschläge für die vergangenen zwei Jahre, was für französische Verhältnisse sehr großzügig wäre.

Die Bank erklärte, es solle keine „Zwangsentlassungen“ geben. Ziel sei, wieder rentabler zu werden. Die BFI hat 20.000 Angestellte weltweit, die Société Générale insgesamt 149.000.

Analysten erwarten anhaltenden Kursgewinn

Nach der Ankündigung stieg die Aktie der Bank zeitweise um rund 1,5 Prozent. Auf ein Jahr gesehen ist sie allerdings um fast 40 Prozent gefallen. Alleine innerhalb der vergangenen sechs Monate verlor sie rund 25 Prozent. Experten sehen die Bank jetzt im Aufwind. Sie rechnen mit einem möglichen Anstieg der Papiere um 20 Prozent innerhalb von drei Monaten.

Die Nachricht über die Jobkürzungen kam nicht überraschend. Schon Anfang Februar hatte die Société Générale bei der Vorstellung der Jahresbilanz für 2018 angekündigt, dass sie im Bereich BFI Kosten sparen will. Im Jahr 2018 hatte sie zwar einen Nettogewinn von 3,9 Milliarden Euro verbucht. Das waren 38 Prozent mehr als im Vorjahr und lag über den Erwartungen der Experten.

Bankchef Frédéric Oudéa erklärte aber: „Die Priorität des Managements der Banken heute ist zu versuchen, die Rentabilität zu verbessern.“

Grund für die geplanten Entlassungen ist, dass die Bank sehr unter der Krise der Märkte Ende 2018 gelitten und ein schwieriges erstes Quartal hinter sich hat. Die Zahlen werden am 3. Mai veröffentlicht. Die Bank hofft, bis 2020 Einsparungen von 500 Millionen Euro zu machen und will sich auf rentable Aktivitäten konzentrieren, zum Beispiel auf Aktienderivate.

Die Entlassungen entsprechen dem Strategieplan für die Jahre 2015 bis 2020. Insgesamt sollten in diesem Zeitraum 3500 Stellen wegfallen und 500 Filialen geschlossen werden.

Die derzeitige Neustrukturierung betrifft das Privatkundengeschäft weniger. In dieser Sparte wurde in den vergangenen Jahren schon kräftig eingespart. So hatte die Société Générale bereits im November 2017 einen Abbauplan von 900 Stellen im Privatkundengeschäft angekündigt.

Die Entscheidung der Société Générale wirft auch einen Schatten auf die Rivalen. Denn das wirtschaftliche Umfeld bleibt 2019 schwierig. Die UBS Group bezeichnete das erste Quartal als eines der schwierigsten seit Jahren.

Auch die große französische Konkurrenz BNP Paribas erwartet keine leichten Zeiten für Investmentbanken. Sie hat ebenfalls entschieden, ihre Investmentbank neu zu strukturieren. Es sollen die Aktivitäten identifiziert werden, die nicht rentabel sind oder nicht der Strategie entsprechen.

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