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Frédéric Oudéa beim Banken-Gipfel Société-Générale-Chef fordert Vollendung der europäischen Bankenunion

Der Franzose Frédéric Oudéa fordert europäische Banken-Champions – um China auf Distanz zu halten. Beim Banken-Gipfel spricht er sich für laxere Wettbewerbsregeln aus.
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Der Société-Générale-Chef betrachtet eine Konsolidierung des europäischen Bankensektors als notwendig. Quelle: Uta Wagner für Handelsblatt
Frederic Oudea

Der Société-Générale-Chef betrachtet eine Konsolidierung des europäischen Bankensektors als notwendig.

(Foto: Uta Wagner für Handelsblatt)

Frankfurt Er ist einer der am längsten amtierenden Bankchefs in Europa: Seit 2008 steht Frédéric Oudéa an der Spitze der Société Générale, der ältesten Bank Frankreichs. Auf dem Banken-Gipfel in Frankfurt schlägt er nachdenkliche Töne an.

Er befürchtet, dass Europas Banken dauerhaft ins Hintertreffen geraten könnten. „Wollen wir alle unsere Einlagen in der Hand von Banken sehen, die unter dem Einfluss fremder Supermächte stehen?“, fragte er in Anspielung auf die Stärke der US-Häuser und das wachsende Gewicht Chinas. Oudéas Antwort: Europa brauche eigene Banken, die international wettbewerbsfähig seien. Hierfür fehlten jedoch die Voraussetzungen.

Eine sei etwa die Vollendung der europäischen Bankenunion: „Wenn man sich die Bankenunion als Haus vorstellt, dann ist bisher nur das Fundament gelegt. Es fehlen das Dach und der Innenausbau.“ Nötig seien eine gemeinsame Einlagensicherung sowie die Kapitalmarktunion.

Das gilt umso mehr, als angesichts der weltweiten politischen Konflikte und des erwarteten Abschwungs im Jahr 2020 oder 2021 ein Abwärtssog droht. „Eine Bank wie Société Générale versucht, ihre Position als Schlüsselfinanzierer des internationalen Handels zu schützen“, sagte Oudéa. Darauf legten auch die deutschen Kunden wert, die er in den vergangenen beiden Tagen besucht habe.

Der CEO lobte Bundesfinanzminister Olaf Scholz: Dieser hatte in Frankfurt die Frage aufgeworfen, wie die EU noch stärker vom Gemeinsamen Markt profitieren könnte. Oudéa schlug vor, die EU-Wettbewerbsregeln für Banken zu überdenken. Sie müssten angesichts der „Giganten in den USA und China“ gelockert werden, damit international wettbewerbsfähige europäische Champions entstehen könnten.

Eine Konsolidierung des europäischen Bankensektors sei dringend nötig. Grenzüberschreitende Fusionen ergäben im Endkundenbereich aber wenig Sinn, dafür im Investmentbanking und in der Vermögensverwaltung umso mehr. „Da die Société Générale als eine der wenigen europäischen Banken hier stark ist, sind wir interessiert, an einer Konsolidierung teilzunehmen“, sagte Oudéa.

Zu den Gerüchten, die Asset-Management-Tochter Lyxor könne verkauft werden, äußerte er sich zurückhaltend. Bereiche, in denen man nicht ausreichend Skaleneffekte erziele, könnten verkauft werden. Für eine Entscheidung habe man aber bis 2020 Zeit.

Mehr: Gerüchte über Zusammenschlüsse in der europäischen Bankenbranche haben Konjunktur. Doch Fusionen sind schwierig.

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