Friedrich von Metzler „Der Euro wird bleiben“

Für den Privatbankier Friedrich von Metzler gab es schon größere Turbulenzen als die derzeitige Euro-Krise. Im Interview sagt er, was die Probleme lösen könnte - und, warum Größe auf dem Finanzmarkt eine Gefahr ist.
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Friedrich von Metzler ist Chef des Bankhauses Metzler. Sogar Bundeskanzlerin Merkel hört auf seinen Rat. Quelle: BOSTELMANN / BILDFOLIO für Handelsblatt

Friedrich von Metzler ist Chef des Bankhauses Metzler. Sogar Bundeskanzlerin Merkel hört auf seinen Rat.

(Foto: BOSTELMANN / BILDFOLIO für Handelsblatt)

Handelsblatt: Herr von Metzler, schämen Sie sich, Banker zu sein in diesen Tagen?

Friedrich von Metzler: Nein, ich schäme mich nicht. Natürlich gibt es in jeder Branche Übertreibungen. Zum Teil werden die Banken nun aber für Dinge in Anspruch genommen, die sie nicht verschuldet haben. Wir haben ja aktuell weniger eine Bankenkrise als eine Staatsverschuldungskrise.

Die Europäische Zentralbank (EZB) flutet die Märkte. Beim Dreijahreskredit wurden fast 500 Milliarden Euro in das Bankensystem gepumpt. Schreckt Sie das?

Nein, dem Markt fehlt nach wie vor Liquidität, und die EZB geht mit der Aufgabe verantwortungsvoll um. Man kann die Staats- und Bankenkrise auch nicht voneinander getrennt sehen. Es kann kein starkes Finanzsystem geben, wenn der Staat schwach ist. Deshalb hilft der Dreijahreskredit der EZB, den Banken und den Staaten.

Nutzen Sie dieses Angebot?

Nein, definitiv nicht. Wir haben genügend Eigenkapital und Liquidität.

Bringt die EZB jetzt die Wende in der Finanzkrise?

Nun, die Renditen am kurzen Ende beispielsweise von Spanien sinken ja schon. Man sieht: Da wirkt was! Man kann hoffen, dass es die Wende ist.

... also Optimismus für 2012?

Die Regierungen in Europa gehen die strukturellen Probleme an, kurzfristig haben wir allerdings das Liquiditätsthema. Die Refinanzierungsprobleme der Staaten und Banken werden sich bis März entscheiden. Entweder gibt es nach dem ersten Quartal noch einmal eine ganz starke Verspannung, oder die Krise ist vorbei. Dann gehen wir in eine lange Phase der Konsolidierung und schmerzlichen Verteilung der Lasten. Das wird uns dauerhaft beschäftigen. Aber wenn wir das erste Quartal überstehen, dann ist die akute Krise vorbei.

Wie hoch ist dafür die Wahrscheinlichkeit?

Ich würde sagen, 60 zu 40, dass es dann besser wird.

„Wir hatten schon ganz andere Krisen“
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8 Kommentare zu "Friedrich von Metzler: „Der Euro wird bleiben“"

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  • "Der Euro hat jedenfalls dazu geführt, dass man das Thema endlich angehen musste"; eine dürftige Euro-Rechtfertigung und auch noch in der Logik falsch, denn: Hätten wir den Euro nicht als Gemeinschaftswährung vor Koordinierung unserer Politiken, wäre diese Schuldenpolitik niemals zu diesem Ausmaß angewachsen (Europa-Union= SchuldenUnion): Oder glaubt der Herr Bankier, daß irgendein Eurostaat die ganzen Vereinbarungen über No Bail-out und Schuldenbegrenzung im Maastricht-Vertrag auch nur ein Moment ernst genommen hat. Im Gegenteil, wie man sieht, nämlich eher als Garantie, daß irgendeiner schon für meine Schulden aufkommen wird oder nach der politischen Devise: Öffentliche Schulden werden nie zurückgezahlt, die frißt immer die Inflation: Einem Bankier kanns egal sein, dem Normalbürger nicht.

  • ''Dann gehen wir in eine lange Phase der Konsolidierung
    und schmerzlichen Verteilung der Lasten''??
    Bedauerlicherweise ging man in diesem Interview nicht
    näher auf diese orakelhafte Andeutung des Herrn von
    Metzler ein, so daß man davon ausgehen muß, wenn das
    Eurosystem in seiner jetzigen Form beibehalten werden
    soll, mit einer kalten Progression konfrontiert zu
    werden, denn wie sonst sollte man sich die Finanzie-
    rung, mit der Dauersubventionierung der EU durch die
    BRD, vorstellen??
    Vielleicht erhalten wir in einem weiteren Interview
    eine Aufklärung wie das in der Praxis ablaufen soll??

  • Endlich hat einer die Lösung gefunden.
    Alle Sozial-Leistungen streichen (sollen eben arbeiten, auch wenn die keine finden gell), die Profi-Politiker alle weg (äääh durch Amateure ersetzen ?), dann Direkt-Demokratie (so ne Art staatliches Umfrage-System denke ich mal) und schon ist die Krise weg.
    Charly1 zum nächstem Kanzler...

  • Peinlich, Herr "Aruba"! An anderer Stelle schrieben Sie vor nicht allzulanger Zeit, wenigen Tagen bis zwei Wochen, von den Fondsmanagern übers Ohr gehauen worden zu sein, Verluste erlitten zu haben!! Durch das Hineinhauen in die Tasten kommen die verlorenen Taler auch nicht zurück. Oder - virtuell durch die Geldmaschine, die jede/r bei Tschibo für 19,99 EUR kaufen kann. Also, los gehts!

  • Peinlich, Herr "Aruba"! An anderer Stelle schrieben Sie vor nicht allzulanger Zeit, wenigen Tagen bis zwei Wochen, von den Fondsmanagern übers Ohr gehauen worden zu sein, Verluste erlitten zu haben!! Durch das Hineinhauen in die Tasten kommen die verlorenen Taler auch nicht zurück. Oder - virtuell durch die Geldmaschine, die jede/r bei Tschibo für 19,99 EUR kaufen kann. Also, los gehts!

  • Guten Tag,.... Ich sehe in Herrn von Metzler einen " Bankier "..... Bankiers unterscheiden sich grundlegend von Bankern. Bankiers sind Leute die versuchen das Ihnen anvertraute Geld zu mehren. ( Ich war Bankier ) Banker versuchen das Ihnen Anvertraute Geld zu veruntreuen. Dass die Bratpfanne auf Herrn von Metzler hoeren soll;.... nun ja,.... davon habe Ich noch nichts gemerkt. Sie umgibt sich lieber mit Kerlen die anderer Leute Geld veruntreuen als mit solche die es mehren. Besten Dank

  • Die Aussage "Man muss eine Balance finden bei der Lastenverteilung" ist irreführend. Es müssen lediglich zwei Dinge geschehen :
    1. Der völlig aus den Fugen geratene Sozialstaat muß endlich auf Normalgröße zurückgeführt werden. ( Kürzung um 60 %)
    2. Das politische Gesamtsystem muß modernisiert werden.(Reduzierung der Parlamentssitze um 70 % , Einführung wesentlicher Elemente der direkten Demokratie , Abschaffung der Berufspolitiker).
    .. und schon ist Geld ohne Ende dar.

  • Die enorme Gewinne die deutsche Großkonzerne im Euroraum realisiert haben, sind, wegen des starken Euro, fast allein ins Nichteuroausland reinvestiert worden. Bsp.: VW will größter Autobauer der Welt werden und baut Fabriken in der ganzen Welt mit Gewinne die im Euroraum realisiert wurden.
    Wer die Gewinne macht ist eigentlich nicht so wichtig, wichtig ist nur dass sie da reinvestiert werden wo sie realisiert wurden damit auch die Wirtschaften dieser Länder nicht eingehen.
    Dies wirkt sich wie eine Kapitalflucht vom Euroraum ins Nichteuroausland, über den permanenten deutscher Leistungsbilanzüberschuss, werden etliche Euroländer zur Armut geführt.
    Das dürfen wir uns Europäer aller Couleurs und aller Ländern nicht gefallen lassen, mit allen Mitteln, legal oder illegal, muss das verhindert werden.

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