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Führungsspitze Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Achleitner sucht bereits nach seinem Nachfolger

Paul Achleitner hat mit der Suche nach einem Nachfolger für den Posten des Aufsichtsratschefs der Deutschen Bank begonnen. Die könnte sich hinziehen – aus mehreren Gründen.
Update: 18.08.2019 - 14:34 Uhr 1 Kommentar
Der Aufsichtsratschef der Deutschen Bank wolle seine bis 2022 laufende Amtszeit erfüllen, hieß es in Finanzkreisen. Quelle: Reuters
Paul Achleitner

Der Aufsichtsratschef der Deutschen Bank wolle seine bis 2022 laufende Amtszeit erfüllen, hieß es in Finanzkreisen.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Paul Achleitner, Aufsichtsratschef der Deutschen Bank, hat erste Schritte für seine eigene Nachfolge eingeleitet. Nach der diesjährigen Hauptversammlung sei ein entsprechender Prozess initiiert worden, sagte eine mit dem Sachverhalt vertraute Person dem Handelsblatt. Zuerst hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg darüber berichtet.

Ein vorzeitiger Abschied Achleitners ist damit allerdings nicht zwangsläufig verbunden. Achleitner wolle seine bis 2022 laufende Amtszeit erfüllen, hieß es in Finanzkreisen. Ob diese Aussage auch Bestand hätte, wenn sich ein Nachfolger findet, ist allerdings unklar.

Die Bank wollte sich zu den Informationen nicht äußern. Ein Sprecher des Instituts betonte aber: „Die Bestellung von Herrn Achleitner als Aufsichtsratsvorsitzender läuft bis 2022. Darüber hinaus sind generell Nachfolgefragen im Aufsichtsrat klar geregelt, sie werden in durch den Nominierungsausschuss vorbereitet.“ Leiter dieses Ausschusses ist Achleitner.

Die Suche nach einem neuen Aufsichtsratschef könnte sich ohnehin hinziehen. Für die Aufsichtsratschefs von Banken gelten in der Euro-Zone strenge regulatorische Vorgaben, die von den Bankenaufsehern auch überprüft und eingefordert werden: Sie müssen fachlich kompetent sein, als zuverlässig gelten und genug Zeit für ihr Mandat mitbringen.

Da Aufsichtsräte für Fehler, die heutzutage gemacht werden, außerdem auch eher zur Rechenschaft gezogen werden als vor der Finanzkrise, gilt die Aufgabe gerade bei der Deutschen Bank als nicht ganz risikofrei.

Achleitner wird nach sieben Jahren Amtszeit bei vielen Investoren mittlerweile kritisch gesehen. Unter seiner Führung zog die Deutsche Bank erst spät einen Schlussstrich unter ihre skandalbehaftete Vergangenheit, unternahm mehrere strategische Volten und tauschte mehrfach das Führungspersonal aus.

Auf der diesjährigen Hauptversammlung wurde Achleitner mit nur rund 72 Prozent der Stimmen entlastet. Es war sein bislang schlechtestes Stimmergebnis.

Es hätte schlimmer kommen können: Die umstrittenen Vorstände Garth Ritchie und Sylvie Matherat, die das Institut mittlerweile verlassen haben, erzielten mit 61 Prozent das schlechteste Ergebnis bei der Entlastung. Finanzkreisen zufolge hat unter anderem einer der beiden katarischen Großinvestoren gegen die Entlastung von Ritchie und Matherat gestimmt.

Es dürfte ein vernehmbarer Warnschuss der Großaktionäre gewesen sein. Zwei Mitglieder der katarischen Herrscherfamilie halten in jeweils separaten Investmentvehikeln jeweils drei bis knapp fünf Prozent der Anteile an der Deutschen Bank.

Die Anteilseigner aus Katar, deren Aktien seit ihrem Einstieg deutlich an Wert verloren haben, sind in diesem Jahr ohnehin recht aktiv. Sie wollen mit Jürg Zeltner einen eigenen Vertreter in das Kontrollgremium senden. Zeltner war lange Vorstand bei der UBS und galt seinerzeit als Kronprinz für Vorstandschef Sergio Ermotti.

Nach seinem Ausscheiden bei der UBS Ende 2017 tauchte Zeltner vor kurzem an der Spitze von KBL European Private Banker wieder auf, einer luxemburgischen Bankholding, die der katarischen Herrscherfamilie gehört. Zeltner soll im Aufsichtsrat den ausstiegswilligen Briten Richard Meddings ersetzen, benötigt für eine Bestellung aber unter anderem noch grünes Licht von der Bankenaufsicht.

Die Personalie, die in dieser Woche durchgesickert war, hatte zu Spekulationen geführt, Zeltner selbst könne einst Achleitner als Aufsichtsratschef beerben. Ganz so einfach wäre das aber nicht, da er wegen seiner Verbindungen zu Katar nicht als unabhängiger Aufsichtsrat gelten kann.

In der Satzung der Deutschen Bank heißt es aber: „Der Aufsichtsrat hat einen Vorsitzenden, der unabhängig sein soll.“ Zumindest solange er KBL-Chef ist, würde Zeltner diese Vorgabe schon einmal nicht erfüllen.
Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version hieß es, einer der katarischen Großaktionäre habe gegen Achleitners Entlastung gestimmt. Das war nicht korrekt. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

Mehr: Großaktionär Katar stärkt seine Position im Aufsichtsrat der Deutschen Bank.

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1 Kommentar zu "Führungsspitze: Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Achleitner sucht bereits nach seinem Nachfolger"

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  • John Cryan als CEO der Deutschen Bank im November 2017:
    „Wir beschäftigen derzeit 97.000 Menschen“, sagte John Cryan der „Financial Times“. „Die meisten Großbanken kommen mit der Hälfte an Angestellten aus.“
    Dafür musste er Monate später gehen.
    Gehen aber sollte jener Teil des Aufsichtsrates, der die personelle Anpassung der Bank seit mehr als 10 Jahren verhindern und den riesigen, bleibenden Schaden angerichtet haben.
    Der Aufsichtsrat hat auch die windigen und betrügerischen Geschäfte der Bank zugelassen und später versucht den Schaden über eine Serie von Kapitalerhöhungen zu kaschieren. Dabei wurde das Kapital der Aktionäre vernichtet.

    Der Unternehmenswert lieg heute bei 18,3% des Eigenkapitals und es wäre ein Wohl, wenn jene Aufsichtsräte ihre Koffer packen würden, die bei Cryans Amtsantritt im Sommer 2015 schon dabei waren.

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