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Fusion mit Postbank Arbeitsplatzabbau: Deutsche Bank vor Einigung mit Mitarbeitervertretern

Die Deutsche Bank kommt bei der Integration der Postbank voran. Schon bald könnte es zu einer Verständigung mit den Arbeitnehmern kommen und der Vorstand sich verändern.
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In der gemeinsamen Zentrale des Deutschlandgeschäfts könnten bis 2020 zwischen 700 und 750 Stellen wegfallen. Quelle: dpa
Deutsche Bank und Postbank

In der gemeinsamen Zentrale des Deutschlandgeschäfts könnten bis 2020 zwischen 700 und 750 Stellen wegfallen.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Deutsche Bank steht kurz vor einem wichtigen Schritt bei der Integration der Postbank in den Mutterkonzern. Die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern über einen Stellenabbau in der Zentrale sowie in Operations – darunter fallen Abwicklungs- und Serviceaufgaben wie Kontoservice, Kreditabwicklung und ähnliche Verwaltungstätigkeiten – stehen mittlerweile kurz vor dem Abschluss, wie das Handelsblatt aus Finanzkreisen erfuhr. Bei den Verhandlungen gehe es um den Abbau von zusammen knapp 2000 Stellen. Die Bank wollte diese Zahlen nicht kommentieren.

Es könne in Kürze eine Einigung über die Postbank-Integration geben, vielleicht schon im Juni, spätestens aber im Juli, sagte ein Insider. Den Informationen zufolge könnten in der gemeinsamen Zentrale des Deutschlandgeschäfts bis 2020 zwischen 700 und 750 Stellen wegfallen. Das entspräche maximal etwa 15 Prozent der Arbeitsplätze. Im Bereich Operations, also bei den Verwaltungsaufgaben, geht es um etwa 1200 Stellen, die bis zum Jahr 2022 abgebaut werden könnten.

Im Bereich Operations will die Bank vor allem befristete Verträge auslaufen lassen sowie die Zahl der Zeit- und Leiharbeiter reduzieren. Teil der Einigung über den Bereich Operations soll Finanzkreisen zufolge auch die Zusammenlegung einiger der großen Servicetöchter von Deutscher Bank und Postbank sein.

Abbau auch bei externen Arbeitern

Im Bereich der Zentrale gilt der Abbau bereits jetzt schon als ungefähr zur Hälfte gesichert, weil sich bereits viele Mitarbeiter im Rahmen von Freiwilligenprogrammen mit der Bank auf ein Ausscheiden geeinigt haben. Ende des ersten Quartals beschäftigte die Bank in der gesamten Privatkundensparte – also im deutschen und internationalen Privatkundengeschäft sowie dem Bereich Wealthmanagement und Digitales – 41.400 Mitarbeiter.

Hinzu kommen noch etwa 2800 externe Arbeitskräfte. Ein gewisser Abbau hat damit bereits stattgefunden: Im Jahr 2017 beschäftigte die Bank noch 44.000 Stammkräfte und 4200 externe Arbeitskräfte. Rückstellungen für Restrukturierungen in der gesamten Privatkundensparte inklusive der Geschäfte im Ausland hat die Bank bereits im vergangenen Jahr in Höhe von 55 Millionen Euro gebildet.

Eine Einigung über den Stellenabbau wäre ein wichtiger Erfolg für Privatkundenvorstand Frank Strauß. Auf der Hauptversammlung vor wenigen Wochen hatte Vorstandschef Christian Sewing gesagt, die Bank habe sich vorgenommen, ab 2022 jährliche Synergien von 900 Millionen Euro zu heben. „Und hier müssen wir noch schneller werden.“ Die Bank werde weitere Projekte wie die Integration der beiden Zentralen nun beschleunigen.

Erste Anzeichen auf der Hauptversammlung

Die Sondierungsgespräche über eine Fusion zwischen der Deutschen Bank und dem Frankfurter Nachbarn Commerzbank hatten die Verhandlungen über die Postbank-Integration zeitweise gebremst. Deshalb war nicht sicher, ob eine zügige Einigung mit den Arbeitnehmern, die sich heftig gegen einen Zusammenschluss mit der Commerzbank gewehrt hatten, möglich ist.

Kurz vor der Hauptversammlung Ende Mai hatte die Deutsche Bank bereits die Zusammenlegung ihrer Bauspartöchter DB Bauspar und BHW beschlossen, ebenfalls früher als ursprünglich angenommen. Derzeit arbeitet Vorstandschef Sewing an einem Umbauplan für die Investmentbank, der kräftige Einschnitte vorsieht, beispielsweise im Aktiengeschäft in den Vereinigten Staaten. Es wird erwartet, dass die Bank die Details dieses Großprojekts Anfang bis Mitte Juli vorlegt.

Dabei könnte es auch zu einem Umbau im Vorstand kommen. Als akut gefährdet gilt vor allem der Chef des Bereichs Unternehmens- und Investmentbank, Garth Ritchie. Aber auch Regulierungsvorständin Sylvie Matherat gilt als angezählt. Gerüchte, dass auch Finanzvorstand James von Moltke gehen könnte, hat die Bank bislang nicht dementiert.

Mehr: Die Deutsche Bank verabschiedet sich von ihrem Abenteuer in den USA. Dieser Schritt hätte schon viel früher erfolgen müssen.

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