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Fusion Überschneidungen im Fondsgeschäft

Besonders in der Cominvest denken Angestellte über die Zukunft ihrer Firma und ihre eigene Zukunft nach. Commerzbank-Privatkundenchef Achim Kassow und Cominvest-Leiter Sebastian Klein teilten am Montag den Mitarbeitern die Fusion mit und sagten zeitnahe Informationen über die Folgen zu.
  • Ingo Narat und Anke Rezmer

FRANKFURT. Jetzt ist die Frage, "in welcher Formation man am 1. Januar 2009 zum Allianz-Konzern geht". In den nächsten Tagen erwarten die Cominvestler Neues.

Intern wie extern werden die größten Überschneidungen bei Publikumsfonds gesehen. Beide Häuser bieten neben den klassischen Aktien- und Rentenfonds in nahezu allen Kategorien Produkte an. Als gefährdet stufen Experten wie Rüdiger Sälzle, Geschäftsführer beim Fondsberatungshaus Fonds Consult, vor allem die Rentenfonds der Cominvest an. Denn Allianz Global Investors (Allianz GI) ist auf diesem Feld mit seiner US-Rententochter Pimco sehr stark. "Pimco wird sich nicht die Butter vom Brot nehmen lassen", sagt ein Berater mit Blick auf die Machtverhältnisse.

Insgesamt summiert sich die Zahl der Publikumsfonds auf 540. Ihre Zahl werde sich mehr als halbieren, meint Sälzle. "Die Allianz GI wird sich die stärksten Fondsmarken eher unter Aktienfonds heraussuchen und den Rest verschmelzen", meint Werner Hedrich, Leiter Research beim Fondsratinghaus Morningstar.

Im institutionellen Geschäft sehen Fondsberater wie Jan Altmann, Chef der Firma 4asset-management, zwar größeres Ergänzungspotenzial. So bringe die Cominvest Kunden mittelständischer Firmen sowie Versicherungen mit, sagt er. Das könne zu der breiten Ausrichtung von Allianz GI auf Altersvorsorgeeinrichtungen bis hin zu kirchlichen Institutionen passen.

Berater institutioneller Investoren wittern allerdings auch Abwanderungsgefahren. "Die Cominvest-Versicherungskunden wollen mit der Allianz, also einem Anbieter aus ihrem Geschäftsfeld, nichts zu tun haben", heißt es. Einige andere Investoren könnten jetzt außerdem ihre gesetzten Limits für verwaltete Vermögenswerte pro Anbieter überschreiten und Teile der Gelder abziehen.

Der Zusammenschluss wird nach Einschätzung der Experten zu einem deutlichen Abbau der Arbeitsplätze führen. Vor allem im Fondsmanagement und in der Verwaltung sieht Sälzle Überschneidungen. Bis zu 30 Prozent der Stellen könnten verloren gehen. Altmann hält vor allem die Verwaltung für "abbaugefährdet".

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