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Fusionen und Übernahmen Goldman Sachs rechnet mit Ende der Mega-Deals

In der Paradedisziplin der Investmentbanker fehlen große Deals. Das deutsche Geschäft mit Käufen und Verkäufen von Unternehmen ist 2019 eingebrochen.
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Die Übernahme des US-Saatgutproduzenten durch den deutschen Chemie-Konzern hatte ein Volumen von über 60 Milliarden Dollar. Quelle: dpa
Bayer und Monsanto

Die Übernahme des US-Saatgutproduzenten durch den deutschen Chemie-Konzern hatte ein Volumen von über 60 Milliarden Dollar.

(Foto: dpa)

Frankfurt Keine Spur von Partylaune mehr: Die Investmentbanker stellen sich für die kommenden Monate auf ruhigere Zeiten ein. Die Wall-Street-Bank Goldman Sachs rechnet im kommenden Jahr mit einem eher schwierigen Geschäft bei Fusionen und Übernahmen (M&A).

Große Megadeals – wie im Vorjahr etwa die Übernahme des US-Saatgutproduzenten Monsanto durch den deutschen Bayer-Konzern im Volumen von mehr als 60 Milliarden Dollar – seien 2020 wohl nicht zu erwarten, sagte Tibor Kossa, Co-Chef M&A für den deutschen Markt in Frankfurt.

Wegen unterschiedlicher Preisvorstellungen von Käufern und Verkäufern sowie der geopolitischen Spannungen werde es im nächsten Jahr nicht so leicht sein, Deals „über die Ziellinie zu bringen“. Bereits im laufenden Jahr sei es zu deutlichen Rückgängen gekommen, wobei der gesamte Transaktionswert in Deutschland bis Anfang November gegenüber der Vergleichszeit des Vorjahres um 40 Prozent eingebrochen ist. In Europa betrug das Minus demnach knapp 30 Prozent.

„Es fehlen die großen Transaktionen in diesem Jahr“, konstatierte Kossa. Besser lief es in den USA, wo die Übernahmen im Inland den Markt stützten.

Spürbar abgekühlt haben sich auch die grenzüberschreitenden Deals – was mit den Spannungen im internationalen Handel zusammenhängt. Die US-Unternehmen seien skeptisch bezüglich der Konjunkturaussichten in Europa und Deutschland, gleichzeitig halten sich auch die Chinesen stark zurück, wenn es um Firmenkäufe geht.

In den USA schauen die Behörden unter der Regierung von Donald Trump genauer hin, ob bei Deals nationale Sicherheitsinteressen verletzt werden. Parallel dazu prüft auch die deutsche Bundesregierung intensiver als früher, wenn Chinesen sich für Schlüsseltechnologien interessieren. Und auf europäischer Ebene sind die kartellrechtlichen Anforderungen verschärft worden.

Konzerne gehen mit spitzem Bleistift durch das Portfolio

Trotzdem sind einige treibende Faktoren für M&A-Transaktionen nach wie vor intakt, etwa die Fokussierung auf das Kerngeschäft, wie man es zuletzt bei Continental, Siemens und Thyssen-Krupp gesehen hat.

„Grundsätzlich sind die Motive für M&A-Transaktionen unverändert: Die Konsolidierung geht in vielen Branchen weiter, disruptive Technologien zwingen zum Kauf von neuen Wettbewerbern, und auch die Aktivisten haben deutsche Unternehmen nach wie vor im Visier“, sagt Nikolaus Reinhuber, Partner bei der Kanzlei Baker McKenzie. „Die Vorzeichen für das kommende Jahr sind somit eigentlich gut.“

Die Konzerne würden heute mit „spitzem Bleistift durch das Portfolio gehen“ und auch Bereiche zum Verkauf stellen, die zwar Geld verdienen, aber schlechter abschneiden als die Wettbewerber, sagt Reinhuber.

Größter Deal mit deutscher Beteiligung war im laufenden Jahr der Kauf des US-Chipherstellers Cypress durch Infineon für gut zehn Milliarden Dollar, auf Platz zwei lag der Verkauf des Tiermedizingeschäfts von Bayer an Elanco für 7,3 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Im Jahr 2016 addierten sich die Transaktionen Bayer/Monsanto und Linde/Praxair noch auf über 100 Milliarden Dollar. Diese rosigen Zeiten werden so schnell nicht wiederkehren.

Mehr: Investmentbanking in Deutschland ist in diesem Jahr ein schwieriges Geschäft, vor allem Fusionen und Aktienplatzierungen. Doch die Banker geben die Hoffnung nicht auf.

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