Fusions-Boom in den USA Wie Investmentbanken von Übernahmen profitieren

Fusionen und Übernahmen steuern in den USA auf ein Rekordniveau zu – in diesem Jahr jagt ein Riesen-Deal den nächsten. Vor allem die Investmentbanken profitieren fast immer, wenn das Übernahmekarussell rotiert.
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Allein die in der Fusionsberatung führende Goldman Sachs war im ersten Halbjahr 2015 bei US-Übernahmen im Wert von knapp 435 Milliarden Dollar beteiligt. Quelle: Reuters
Goldman Sachs an der New York Stock Exchange

Allein die in der Fusionsberatung führende Goldman Sachs war im ersten Halbjahr 2015 bei US-Übernahmen im Wert von knapp 435 Milliarden Dollar beteiligt.

(Foto: Reuters)

New YorkDie Zinsen sind niedrig, die Firmenkassen gefüllt – und die Aktionäre wollen Action sehen: Die Kombination aus billigem Geld, boomenden Börsen und Wachstumsdruck heizt das Fusionsfieber in den USA an. Dank des starken Dollar und der hohen Geldreserven im Ausland steigen auch die Zukäufe der US-Investoren in Europa kräftig. Weltweit rollt eine Übernahmewelle wie seit 2007 – am Vorabend der Finanzkrise – nicht mehr. Ist das ein gutes oder schlechtes Zeichen?

In den Vereinigten Staaten vergeht derzeit kaum eine Woche ohne Großübernahme. Der Medienriese Charter Communications will Time Warner Cable für über 50 Milliarden Dollar schlucken. Heinz Ketchup und Kraft Foods feiern unter Mithilfe von Starinvestor Warren Buffett Elefantenhochzeit. Im Pharma- und Krankenversicherungsmarkt gilt das Motto „Fressen oder gefressen werden“ – Milliarden-Deals sind an der Tagesordnung. In der Tech- oder Energiebranche sieht es ähnlich aus.

„Wir sehen starke Aktivität in vielen Sektoren“, sagt Experte Tom McGee von der Beratungsfirma Deloitte. Anders ausgedrückt: Die große Stunde der Geschäftemacher hat geschlagen. Der Zugang zu günstiger Finanzierung, die steigenden Aktienkurse und der Druck, Investoren Wachstum zu liefern, würden Übernahmen und Fusionen antreiben, so McGee. „2015 dürfte das beste Jahr seit der Finanzkrise werden“, meint auch der Kollege Martyn Curragh von PricewaterhouseCoopers.

Der Boom ist bereits voll im Gange. Dem Datendienstleister Dealogic zufolge haben die USA in der ersten Jahreshälfte 2015 schon die Billionen-Dollar-Marke bei Fusionen und Übernahmen geknackt. Das habe es weltweit noch nie gegeben. 21 „Mega-Deals“, Firmenkäufe im Wert von mehr als zehn Milliarden Dollar, in sechs Monaten – das ist ein neuer Höchststand. Im zweiten Quartal erreichte das Übernahme-Volumen den Rekordwert von 635 Milliarden Dollar.

Der Shoppingrausch macht nicht an den Landesgrenzen halt. Der starke Dollar und die hohen Barvorräte, die US-Konzerne – nicht zuletzt, um Steuern zu sparen – im Ausland halten, machen sich auch in Europa bemerkbar. 2015 haben US-Investoren hier bereits mehr Übernahmeziele geschluckt als im gesamten Vorjahr.

Ein Déja-vu der Exzesse?
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