Fusionsberatung Deutsche Bank verliert Spitzenplatz

Die Deutsche Bank ist in ihrer Heimat nicht mehr die Nummer eins im Geschäft mit Fusionen und Übernahmen. Knapp muss sie sich einem Rivalen geschlagen gegeben, obwohl dieser 2012 für negative Schlagzeilen gesorgt hatte.
Update: 21.12.2012 - 06:44 Uhr 15 Kommentare
Papiertüten mit dem aufgedrucktem Logo der Deutschen Bank. Quelle: dpa

Papiertüten mit dem aufgedrucktem Logo der Deutschen Bank.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Deutsche Bank ist in ihrer Heimat nicht mehr die Nummer eins im Geschäft mit Fusionen und Übernahmen. Nach der vorläufigen Rangliste des Informationskonzerns Thomson Reuters hat sie die Spitzenposition hierzulande im zu Ende gehenden Jahr an die US-Bank Morgan Stanley verloren. Diese hatte bei 21 Übernahmen im Volumen von 33,4 Milliarden Dollar die Finger im Spiel, darunter waren die drei größten Transaktionen: die 8,9 Milliarden Dollar schwere Übernahme des Sportwagenherstellers Porsche durch Volkswagen, der 4,3 Milliarden Dollar teure Kauf von Lincare durch den Münchner Gasekonzern Linde und die fast ebenso teure Übernahme von Ariba durch den Softwareriesen SAP.

Dabei war 2012 für Morgan Stanley in Deutschland ein Jahr des Umbruchs. Der einflussreiche Deutschland-Chef Dirk Notheis war im Sommer über seine umstrittene Rolle bei der Verstaatlichung des Karlsruher Energiekonzerns EnBW gestolpert.

Die Deutsche Bank fiel nach dem Volumen der Übernahmen auf Platz zwei zurück, knapp vor Goldman Sachs. Stark im Kommen war erneut die Investmentbank Rothschild, die bei Fusionen nur berät, aber keine Finanzierungen anbietet und damit bei vielen Firmen als unabhängiger Ratgeber punktet. Das verhalf ihr in Deutschland zum vierten Platz. Insgesamt zählte Thomson Reuters in diesem Jahr 1955 Zusammenschlüsse unter Beteiligung deutscher Unternehmen im Volumen von 112 Milliarden Dollar. Das waren immerhin 38 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Weltweit verteidigte die US-Investmentbank Goldman Sachs 2012 ihre unangefochtene Spitzenposition. Sie spielte bei 393 Übernahmen im Volumen von mehr als 600 Milliarden Dollar den Geburtshelfer. Platz zwei behauptete Morgan Stanley, während sich die Londoner Bank Barclays vom siebten auf den dritten Platz vorarbeitete und damit in die Phalanx der US-Investmentbanken einbrach.

Die Briten mischten bei den zwei größten Transaktionen in diesem Jahr mit: der Aufspaltung des US-Pharmakonzerns Abbott Laboratories, die mit mehr als 55 Milliarden Dollar in die Statistik einging, und der fast 46 Milliarden Dollar schweren Fusion der Rohstoffkonzerne Xstrata und Glencore. Insgesamt gaben Unternehmen fast 2,4 Billionen Dollar für Übernahmen aus, davon fand fast die Hälfte in den USA statt.

Die Deutsche Bank stieg in der viel beachteten Rangliste weltweit vom achten auf den siebten Platz. In Europa blieb sie die Nummer zwei hinter Goldman Sachs, in den USA rückte sie vom elften auf den siebten Platz vor. Unter den zwei Schweizer Großbanken hat Credit Suisse im Weltmaßstab als Sechster (2011: Fünfter) die Nase vor der UBS, die sich auf Rang neun von zehn vorarbeitete.

 
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15 Kommentare zu "Fusionsberatung: Deutsche Bank verliert Spitzenplatz"

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  • @clubman
    Mit Ihrer Polemik gegen die Politik und den Staat versuchen Sie anscheinend ein Bezug herzustellen, der Straftaten in einer Bank legitimieren soll oder als vertretbar rechtfertigen soll, weil die anderen ja viel schlimmer sind. Der Staat und seine Vertreter z.B. der Staatanwalt eröffnen Ihrer Meinung nach völlig grundlos „Nebenkriegsschauplätze“, um vom eigenem Versagen abzulenken.
    Genau diese arrogante Haltung „des besten Humankapitals“ kotzt den Otto Normalverbraucher an. Dieser darf am Ende auch noch die Rechnung bezahlen, wenn die hohlen Spekulanten und deren dümmliche Zuarbeiter schief liegen.
    Schauen Sie sich mal die Aktienkurse deutscher Unternehmen an. Dann werden auch Sie erkennen wo zur Zeit „das beste Humankapital“ sitzt. Bestimmt nicht in den Banken!
    Am erbärmlichsten aber ist, dass Ihrer Meinung nach der Staat, als der Retter dümmlicher Banker und noch dümmlicher Landesbanker jetzt von den „eigentlichen“ Problemen ablenken will, der zu hohen Verschuldung. Fragt sich nur, wer dazu beigetragen hat, mit seinen subprime Kredit Verbriefungen.
    Den Staat zu kritisieren Verbrecher zu jagen ist echt schon frech. Eigentlich sollte der Staat beim nächsten Occupy Meeting in Frankfurt mal keine Polizisten hinschicken, um die Bankmischpoke zu schützen. Da kann der Staat dann schon mal anfangen beim Sparen.

  • Es wird niemand auf den tuereren Rängen mehr arbeiten um den Emanzen ihr Lotterleben zu finanzieren! Wie viel Feminismuszugetsändnisse und nicht traditionelle GEschlechterrrollen gibt es in Ländern die uns wirstchaftlich Überholt haben?

    Meine Forderung: FRAUEN IN DIE CHEFAETAGEN - BEI VORLAGE EINES INFERTILTÄTSNACHWEISES - ANONSTEN SIND DIE GANZEN INVESTITIONEN IN AKADEMISCHE AUSBILDUNGEN HERAUSGEWORFENES GELD.

    Genau das thematisieren BRAVE NEW WORLD und 1984!
    Proleten die Kidner großzeien dürfen und eie Elite die an dieselben die Kindererziehung auslagert. Daher kommt der Mythos der kinderlosen Akademikerpärchen.

    Und jetzt setzt euch alle vor eueren (Neusprech:) gehackten TELEVISOR seht BIG BROTHER und trinkt
    Victory-Gin(-Tonic)!

    http://central.banktunnel.eu/20121206-smarttv.jpg

    http://arstechnica.com/tech-policy/2012/12/how-to-get-targeted-ads-on-your-tv-a-camera-in-your-set-top-box/

    "What is LITERal?"

    http://dict.leo.org/ende?lp=ende&p=DOKJAA&search=literal&trestr=0x8004

    http://central.banktunnel.eu/livealbum-dichterklau.jpg

  • Auf den Wettercams sieht man stellenweise das wirkliche AusmaSZ

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    +++ UPDATE +++ neues aus der NachrichtenSpreezone +++ UPDATE +++

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  • @Dirtybird

    Ihr Beitrag ist voll von Polemik und Falschaussagen.
    Zu ihrem Kommentar ein paar Bemerkungen:
    "Imageschaden"
    Welche Bank hat derzeit nicht damit zu kämpfen? Die DB ist hier nicht alleine.

    "MöchteGernKlassenbester"
    Wer die Banken kennt weiss, dass (bisher jedenfalls) das beste Humankapital beschäftigt wurde. Ohne Ehrgeiz geht das nicht. Im Vergleich zu Politik und Presse scheint mir die Finanzbranche wesentlich seriöser und auch für den Bürger lohnender. Die Staatschuldenkrise oder die Energiewende haben Politiker zu verantworten.

    "Topmanager Bonus Derivate"
    Die Bonuszahlungen wurden, jedenfalls in den meisten europäischen Banken, massiv gekürzt. Derivate sind derzeit nicht angesagt.

    "Casinos" "Götter"
    Mir nicht bekannt das Banken eine Glückspiellizenz haben oder religöse Ziele verfolgen. Aber was wollen Sie? Es gibt Anleger die gerne investieren, ein Risiko eingehen um Profit zu machen. Investments haben immer Risiko. Selbst Festverzinsliche, wie wir jetzt alle wissen, oder?! "Gesellschaftliche Akzeptanz" der Banken zu zerstören, ja daran arbeiten Journalisten u. Politiker im Einklang. Um politisches Versagen, wie etwa in der Eurokrise zu vertuschen. Die Banken sind nur ein Nebenkriegsspielplatz - ein politisches Ablenkungmanöver.

    Otto Normalverbraucher hat in erster Linie unter deutscher Politik zu leiden. Trotz Rekordsteuereinnahmen - stetige Neuverschuldung! Dieser Staat hat seine Ausgaben nicht im Griff.

  • so wie das telefon mit wählscheibe kommt jetzt der leidenschaftliche allfinanzkonzern unter die räder.

    die deutsche bank hats im mittelstand schon längst versch...en und bei den konzernen gehts übern lieferanteneingang.

    mit ihrer zockerei hat sich die bank die realwirtschaft vom hals rutschen lassen und sucht erfolglos ein geschäftsmodell

    die deutsche bank hinterläßt nirgends ne lücke,außer bei der staatsanwaltschaft ,da brauchts immer mehr regalmeter

  • man kann der Deutschen Bank nichts! die lachen über die Staatsanwaltschaft
    Geld regiert die Welt und das bis zum Untergang

  • Arbeiten die Medien konstruktiv mit an der Übernahme durch Goldman Sachs??

  • Es ist kein Bashing der DB, es markierte einen seit langem überfälligen Beginn der Rekultivierung, jetzt müssen sich Deutschland und die Amis mit Goldman Sachs und Morgan Stanley genauer beschäftigen. EnBW ist ja ein gutes Stichwort für MS.
    Bei GS sollte man ganz genau wegen Griechenland hinschauen und überprüfen, ob da nicht wenigsten ein paar Milliarden zu holen sind. Es gäbe viel zu tun, die Politik lässt es sein.

  • Völlig unwichtig ob die Deutsche Bank irgendwo mal auf Platz 1 war und jetzt nur noch auf Platz 2 oder 5 oder 10. Der Kunde geht normalerweise dahin wo er die beste Leistung bekommt für sein Geld. Banken gibts genug und Geld auch.

    Für den Imageschaden ist in aller erster Linie diese Bank verantwortlich und kein Staatsanwalt oder Ministerpräsident oder Pressefuzzi.

    Einige Beiträge hier geben erkennbare Hinweise darauf, dass dieser vorgegaukelte Kulturwandel vom MöchteGernKlassenBester mal wieder nur Marketing-geblubber ist.

    Anscheinend ist die vorherrschende Meinung dieser leistungslosen "Topmanager", dass eine Bank lediglich die Plattform bietet um sich persönlich mit nebulösen Produkten die Taschen voll zu machen, deren Risiken dann nach den aufgeblähten Bonuszahlungen auf den Steuerzahler abgewälzt werden.

    Es ist wichtig, dass sich Staatsanwälte und Behörden
    nicht einfach wegducken sondern in diesen Casinos radikal aufräumen. Das einfache wegwischen von Straftaten dieser selbsternannten Götter
    findet keinerlei gesellschaftliche Akzeptanz mehr.

    Begriffen haben das einige Teilnehmer immer noch nicht. Dann mal weiter so !!!! Am besten dem Staatsanwalt mal gleich ein Büro im eigenen Haus einrichten.
    Auch super fürs Image!

    Leistung die Leiden schafft!!!

  • mondahu hat gestern in Zusammenhang mit der letzten Durchsuchung folgendes geschrieben:

    'Abgesehen davon, ob an den DB-Ermittlungen was dran ist oder ob da jemand Dreck am Stecken hat - was ein Außenstehender sowieso nicht beurteilen kann - stellt sich da doch eine Frage:

    Müssen diese Durchsuchungen und Ermittlungen stets derart spektakulär inszeniert werden, begleitet von Vorverurteilungen in der Presse. Der Ruf einer Bank ist da ebenso rasch ruiniert wie der eines Mannes durch haltlose PD-Vorwürfe oder einer Jungfrau vor der Hochzeit.

    Man kann ja so weitermachen, aber dann werden deutsche Finanzen bald vollständig aus dem Ausland geregelt, oder will man sich da auf die Commerzbank verlassen? Mehr ist ohnedies schon nicht mehr da.'

    Dieser heutige Artikel bestätigt nur, wohin die Reise geht. Seltsamerweise gibt es im HB Kommentarbeiträge, die das offensichtlich begrüßen. Deren Verfasser werden sich noch wundern, wohin ihre Realitätsferne noch führt.

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