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Gefahr für Banken Wenn der Kunde zum Unbekannten wird

Banken befürchten, beim mobilen Bezahlen von Tech-Konzernen abgehängt zu werden. Dabei geht es nicht nur um Geld – sondern auch um Informationen.
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Symbol für die womöglich endende Bargeld-Ära – und wichtiges Bindeglied der Banken zu Kunden. Quelle: mauritius images
Geldautomat

Symbol für die womöglich endende Bargeld-Ära – und wichtiges Bindeglied der Banken zu Kunden.

(Foto: mauritius images)

Düsseldorf Wenn es darum geht, Verbraucher für die Vorteile elektronischer Zahlungen zu begeistern, gehören Banken zu den stärksten Treibern. Ein Grund dafür sind die hohen Kosten der Bargeldversorgung. Aber die Kunden steigen nicht bloß von Bargeld auf ihre Bankkarte um. Branchenkenner erwarten, dass viele außerdem zu den Bezahldiensten der großen Tech-Konzerne wie Google, Apple und Paypal wechseln werden.

Bundesbank-Vorstand Burkhard Balz zeichnet ein düsteres Szenario: „Für die klassischen Banken erwächst durch die neuen Marktakteure die Gefahr, zu reinen Infrastrukturanbietern herabgestuft zu werden.“ Die Kreditwirtschaft müsse deshalb das eigene Angebot von Zahlungsdiensten um neue Dienstleistungen erweitern.

Gewarnt sein dürften viele Banker durch die jüngst gestartete Kooperation zwischen Google, Paypal und Mastercard. Der US-Bezahldienst gibt dank luxemburgischer Banklizenz selbst eine digitale Debit-Kreditkarte von Mastercard heraus. Kunden können sie in der digitalen Geldbörse Google Pay nutzen. Die Kreditkarten der Banken, die sich wenige Wochen zuvor noch stolz als Partner von Google präsentiert hatten, werden damit quasi überflüssig.

Die aktuellen Entwicklungen wirken sich unmittelbar auf die Banken aus, die künftig kaum noch Erträge aus den mobilen Zahlungen einnehmen dürften. Das verschärft ihre ohnehin angespannte Lage im Privatkundengeschäft.

Eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung ZEB zeigt: Noch haben europäische Banken im Bereich des privaten Zahlungsverkehrs ein Ertragspotenzial von etwa fünf Milliarden Euro. „Aber es drohen Verschiebungen hin zu den Techkonzernen“, prognostiziert ZEB-Berater Marc Buermeyer.

Wichtige Kundeninformationen könnten plötzlich fehlen

Hinzu kommt: Auch die Transaktionsdaten, die bei jeder Zahlung anfallen, könnten schon bald nicht mehr bei den Banken eingehen – wichtige Kundeninformationen entfallen.

Einen Vorteil haben die Kreditinstitute aus Sicht von Oliver Hommel, Zahlungsverkehrsexperte der Beratungsgesellschaft Accenture, noch: „Die starke Regulierung schützt sie ein Stück weit.“ Wenn allerdings Kunden zunehmend per Smartphone zahlen, verlieren die Banken auch den direkten Draht. Damit dürfte es schwieriger werden, margenträchtige Produkte und Dienstleistungen zielgenau anzubieten.

Das elektronische Bezahlen dürfte die Branche nachhaltig verändern. Nach Ansicht von Balz besteht „durch die Sogwirkung großer Plattformen die Gefahr, dass kleinere Konkurrenten an den Rand gedrängt werden oder ganz verschwinden“. Seine Empfehlung: Um dem „Winner takes it all“-Effekt zuvorzukommen, müssten die Banken „zügig handeln“.

Ein gutes Beispiel dafür ist das neue Angebot von Echtzeitzahlungen, das sogenannte Instant Payment. Künftig können Zahlungen damit in wenigen Sekunden von Konto zu Konto abgewickelt werden. „Darauf ließen sich attraktive Bezahllösungen und Zusatzdienste aufbauen“, sagt er.

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