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Geldhaus Der Schweizer UBS steht ein turbulentes Aktionärstreffen ins Haus

Im Vorfeld haben einflussreiche Aktionärsberater dazu geraten, die Führungsriege nicht zu entlasten. Auch die Vergütung der Chefs ist in der Kritik.
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Einflussreiche Aktionäre raten von der Entlastung von Verwaltungsrat und Geschäftsführung ab. Quelle: Reuters
UBS

Einflussreiche Aktionäre raten von der Entlastung von Verwaltungsrat und Geschäftsführung ab.

(Foto: Reuters)

ZürichIm vergangenen Jahr war die Aktionärsversammlung für die UBS schnell abgehakt: Nach nur drei Stunden war Feierabend, die Bank schien in ruhigem Fahrwasser angekommen.

Doch wenn die größte Bank der Schweiz an diesem Donnerstag nach Basel lädt, müssen CEO Sergio Ermotti und Verwaltungsratschef Axel Weber wohl mehr Zeit mitbringen – und ein dickes Fell. Den UBS-Chefs droht ein Denkzettel, denn einflussreiche Aktionärsberater raten von der Entlastung von Verwaltungsrat und Geschäftsführung ab.

Der Stein des Anstoßes: Ein Gerichtsurteil in Frankreich. Im Februar hatte ein Pariser Gericht die Bank wegen Steuerhinterziehung zur Zahlung von insgesamt 4,5 Milliarden Euro verdonnert. Dem Urteil zufolge soll die Bank ihren Kunden dabei geholfen haben, ihr Vermögen vor dem französischen Fiskus in der Schweiz zu verstecken. Die UBS bestreitet das und hat Berufung eingelegt. Angesichts der drohenden Milliardenstrafe musste die Bank dennoch etwa 450 Millionen Euro in ihrer Bilanz zurückstellen.

Wegen des Urteils hat der Stimmrechtsberater ISS dazu geraten, die Chefetage der Bank nicht zu entlasten. Schon zuvor hatte der Aktionärsberater Glass Lewis den Aktionären empfohlen, sich bei dem Tagesordnungspunkt zu enthalten. Angesichts der drohenden Strafe sei es Aktionären nicht möglich, mit Sicherheit zu sagen, ob die Entlastung der Führungsriege in ihrem Interesse sei, so Glass Lewis.

Der Hintergrund: Wenn Aktionäre die Entlastung verweigern, können sie damit ihre Rechtsansprüche wahren, falls sie zu einem späteren Zeitpunkt gegen Verantwortliche eine Klage einreichen wollen. Dazu müssten die Aktionäre aber belegen, dass ihnen überhaupt ein Schaden entstanden ist – was angesichts des laufenden Verfahrens schwierig werden dürfte. So droht der UBS und ihren Chefs in erster Linie ein Imageschaden, falls die Aktionäre die so genannte Decharge verweigern.

Doch nicht nur die Entlastung der UBS-Führungsriege birgt Konfliktpotenzial. Auch mit ihrer Vergütungspraxis zog die Bank scharfe Kritik auf sich. Bankchef Sergio Ermotti und Verwaltungsratschef Axel Weber zählen in Europa zu den Spitzenverdienern in ihren Metiers. 

Der Stimmrechtsberater Ethos hat die Höhe der Boni öffentlich kritisiert. So sollen die 13 Mitglieder der UBS-Geschäftsleitung eine variable Vergütung von rund 73 Millionen Franken erhalten. Diese Summe hält Ethos „angesichts der negativen Börsenperformance der Bank im Jahr 2018 für unangemessen“.  

Auch Glass Lewis hatte die Vergütungspraxis der UBS kritisiert. Die Bank hielt dagegen: „Wir sind der Meinung, dass wir in unserem Vergütungsbericht klar darlegen, dass sich die Vergütung nach der Leistung ausrichtet“, hieß es von der UBS.

Ein sensibles Thema

An der Entlohnung von Konzernchefs scheiden sich in der Schweiz immer wieder die Geister. Seit die Eidgenossen die so genannte „Abzocker-Initiative“ angenommen haben, müssen Aktionäre die Vergütung von Geschäftsführung und Verwaltungsrat jährlich genehmigen.

Deshalb steht das Thema auch bei der Generalversammlung der UBS mehrfach auf der Tagesordnung. Zum Vergütungsbericht der Bank gibt es eine nicht bindende Abstimmung, zudem wird jeweils einzeln über die feste und variable Vergütung von Konzernleitung und Verwaltungsrat abgestimmt. Im vergangenen Jahr lag die Zustimmung zu den einzelnen Tagesordnungspunkten zwischen 81,4 und 86,1 Prozent. Werte unter 80 Prozent gelten als Zeichen für Handlungsbedarf.

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