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Geldhaus Deutsche-Bank-Chef Sewing kritisiert Anzuganprobe während Entlassungswelle

Christian Sewing zeigt sich verständnislos über Topmanager der Bank: Zum Start des Personalabbaus ließen sie sich zwei Edel-Schneider kommen.
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„Dieses Verhalten steht in keiner Weise im Einklang mit unseren Werten“, sagt der Deutsche-Bank-Vorstandschef. Quelle: dpa
Christian Sewing

„Dieses Verhalten steht in keiner Weise im Einklang mit unseren Werten“, sagt der Deutsche-Bank-Vorstandschef.

(Foto: dpa)

London, DüsseldorfMit scharfen Worten kritisiert Deutsche-Bank-Vorstandschef Christian Sewing den Vorfall, der sich am vergangenen Montag im Londoner Hauptquartier des Geldhauses ereignete: Topmanager des Geldhauses ließen sich vom Luxus-Schneider Fielding & Nicholson mit neuen Maßanzügen ausstatten, wie der britische „Guardian“ berichtet, obwohl am selben Tag der massive Personalabbau gestartet hatte. Bis 2022 will die Bank rund 18.000 Stellen abbauen.

Im Gespräch mit dem Handelsblatt sagte Sewing: „Mir fehlt jegliches Verständnis dafür, dass in unserer Niederlassung in London am Montag jemand Schneider bestellt hat, um Maßanzüge auszumessen“, sagte Sewing. „Am gleichen Tag mussten wir vielen Mitarbeitern im Aktienhandel sagen, dass sie gehen müssen, weil wir ihre Abteilung schließen.“

Dass jemand an so einem Tag einen Schneider kommen lässt, sei respektlos. „Dieses Verhalten steht in keiner Weise im Einklang mit unseren Werten“, sagte der Vorstandschef des Geldhauses.

Auf die Frage, ob der Vorfall Konsequenzen haben werde, antwortete der Sewing: „Wenn Sie es als Konsequenz ansehen, dass der Vorstandschef persönlich bei den Kollegen anruft und mit ihnen darüber spricht, dann ja. Ich gehe jedenfalls davon aus, dass die beiden Kollegen meinen Anruf nicht vergessen werden.“

Insgesamt attestierte Sewing der Deutschen Bank aber Fortschritte beim Kulturwandel: „In den vergangenen zwei, drei Jahren gab es keine großen neuen Fälle mehr. Das zeigt mir, dass unsere Bank sich ändert“ sagte er mit Blick auf die lange Serie von Skandalen, die das Geldhaus seit der Finanzkrise belasteten.

Mir fehlt jegliches Verständnis dafür, dass in unserer Niederlassung in London am Montag jemand Schneider bestellt hat, um Maßanzüge auszumessen.

Öffentlich wurde die Aktion durch einen Zufall: Zahlreiche Fotografen hatten sich am Montag vor der Londoner Zentrale postiert, nachdem bekannt geworden war, dass die Deutsche Bank unverzüglich mit dem Stellenabbau beginnen würde. Dabei schossen sie auch Fotos von zwei gut gekleideten Männern, die das Gebäude mit großen Taschen verließen.

Das Bild von den vermeintlich gefeuerten Bankern ging um die Welt – tatsächlich gehören beide aber zum Edel-Schneider Fielding & Nicholson. Ein Anzug des Schneiders kostet mindestens 1100 Euro – ohne Preisgrenze nach oben.

Mehr: Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing erklärt im Handelsblatt-Interview die neue Strategie des Instituts. Lesen Sie hier, was er zu möglichen Fusionen und zur Unternehmenskultur sagt.

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