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Geldhaus Die Deutsche Bank sucht einen neuen Kämpfer gegen Geldwäsche

Der Chef der Kriminalitätsprävention, Philippe Vollot, verlässt das Institut bereits Anfang Oktober und geht zur skandalgeplagten Danske Bank.
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Das Frankfurter Geldhaus habe bereits Nachfolge-Kandidaten im Auge. Quelle: Bloomberg
Deutsche Bank

Das Frankfurter Geldhaus habe bereits Nachfolge-Kandidaten im Auge.

(Foto: Bloomberg)

FrankfurtDie Deutsche Bank sucht unter Hochdruck einen neuen Chef für die Bekämpfung von Geldwäsche und Finanzkriminalität. Der bisherige Amtsinhaber Philippe Vollot wird das Geldhaus im Oktober verlassen, erfuhr das Handelsblatt aus Finanzkreisen. Die Deutsche Bank kommentierte das nicht.

Bisher war nur bekannt, dass der Franzose „spätestens am 1. Dezember“ in den Vorstand der von einem Geldwäsche-Skandal erschütterten Danske Bank einziehen wird, wie das dänische Institut Mitte Juli mitgeteilt hatte.

Häufig verlassen hochrangige Manager ein Institut bereits kurz nach Bekanntgabe ihres Wechsels. Mit Vollot hat sich die Bank aber offenbar auf eine ungewöhnlich lange Übergangsfrist geeinigt, wohl auch, um einen geordneten Stabwechsel sicherzustellen. Vollots Abgang wird intern als Verlust für die Bank gesehen. Der Franzose genießt den Ruf eines kompetenten Managers, auch wenn seine Mission in Frankfurt noch längst nicht als erfüllt gilt.

Das macht eine geordnete Übergabe für die Deutsche Bank besonders wichtig. Schließlich funktionieren die Geldwäsche-Kontrollen trotz einiger Fortschritte noch längst nicht so effizient, wie es sich die Bank selbst wünscht. Vor Kurzem erst sickerten interne Unterlagen durch, die zeigen, dass die Prozesse bei der Identifizierung von Kunden noch nicht ausreichend automatisiert sind.

Wer Vollot auf seinem Posten bei der Deutschen Bank nachfolgt, ist noch unklar. Die Bank habe konkrete Kandidaten ins Auge gefasst, entschieden sei über die Personalie aber noch nicht, heißt es in Finanzkreisen. Vom Erfolg der Nachfolge-Suche dürfte es auch abhängen, ob Vollot – wie bislang angepeilt – Anfang Oktober gehen kann oder erst im weiteren Verlauf des Monats.

Budget sorgt für Ärger

Für Vollot ist der Wechsel zur Danske Bank ein beruflicher Aufstieg. Schließlich rückt er bei dem dänischen Institut in den Vorstand auf. Bei der Deutschen Bank war er unterhalb von Regulierungsvorständin Sylvie Matherat angesiedelt.

Allerdings soll Vollot Finanzkreisen zufolge auch darüber verärgert gewesen sein, dass sein Budget nicht so stark angehoben wurde wie ursprünglich einmal geplant. Vollot darf seine Abteilung, die Ende 2017 rund 1300 Köpfe stark war, zwar bis zum Jahresende um rund 200 Mitarbeiter aufbauen. Ursprünglich sei aber sogar noch mehr im Gespräch gewesen, hieß es.

Die Planungen für ein noch höheres Budget sollen allerdings aus einer Zeit stammen, in der die Risiken und die Personalausstattung der Bank noch größer waren als mittlerweile der Fall. Die Bank hat ihre Bilanzsumme und die Risiken seither spürbar reduziert, auch die Mitarbeiterzahl wird angesichts des Sparkurses des neuen Vorstandschefs Christian Sewing noch einmal deutlich sinken.

Deshalb ist aus Sicht der Bank eine überproportionale Aufstockung von Vollots Budget nicht mehr angemessen, heißt es in Finanzkreisen. Der Bereich sei ohnehin der einzige, der trotz des Sparkurses noch wachsen dürfe. Die Bank äußerte sich auf Anfrage zu dem Thema nicht.

Trotz solcher Reibereien über Geldfragen sei das Budget aber nicht der Auslöser für Vollots Wechsel gewesen, heißt es. In einer E-Mail an ihre Mitarbeiter hatte Regulierungs-Chefin Matherat Vollot für seine Arbeit gedankt und hervorgehoben, dass der Wechsel ihres wichtigsten Mitarbeiters den attraktiven Karrierechancen geschuldet sei.

Sicher ist, dass Vollots Fähigkeiten auch bei der Danske Bank dringend benötigt werden. Das Institut hatte große Lücken bei seinen Geldwäsche-Vorkehrungen in Estland einräumen müssen.

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