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Geldwäscheverdacht Fed soll die Rolle der Deutschen Bank beim Danske-Skandal untersuchen – Geldhaus dementiert

Beim Geldwäsche-Skandal der Danske Bank soll die US-Bankenaufsicht einem Medienbericht zufolge nun die Deutsche Bank ins Visier nehmen. Das Geldhaus bestreitet eine offizielle Untersuchung.
Update: 23.01.2019 - 10:18 Uhr Kommentieren
Deutsche Bank: Fed untersucht Rolle der Bank beim Danske-Skandal Quelle: Reuters
Danske Bank

In der estnischen Filiale des Instituts sollen 200 Milliarden Euro gewaschen worden sein.

(Foto: Reuters)

New York/Düsseldorf Die US-Notenbank Fed nimmt die Deutsche Bank wegen ihrer Rolle beim Geldwäsche-Skandal der Danske Bank ins Visier. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Die Fed, bei der auch die Bankenaufsicht angesiedelt ist, prüfe demnach, ob die US-Niederlassung der größten deutschen Bank die bei ihr durchgeleiteten Vermögen der estländischen Danske-Sparte richtig kontrolliert habe. Die Untersuchung sei noch in einem frühen Stadium, heißt es.

Die Deutsche Bank bestreitet, dass sie Gegenstand einer offiziellen Untersuchung der US-Notenbank Federal Reserve im Zusammenhang mit dem Geldwäscheskandal bei der Danske Bank ist. „Es gibt keine Untersuchungen, sondern mehrere Informationsanfragen von Regulierungsbehörden und Strafverfolgungsbehörden auf der ganzen Welt“, teilte das größte deutsche Institut am Mittwoch mit. Man kooperiere in dem Fall mit den Behörden und informiere diese weiterhin.

Hintergrund sind Geldwäsche-Vorwürfe gegen die Danske Bank: In der estnischen Filiale des Instituts sollen 200 Milliarden Euro gewaschen worden sein. Als Korrespondenzbank half die Deutsche Bank bei der Abwicklung des Zahlungsverkehrs, doch weil ihr Transaktionen wiederholt verdächtig vorgekommen waren, beendete das größte deutsche Geldhaus 2015 die Geschäftsbeziehung mit der estnischen Danske-Filiale.

In einem internen Untersuchungsbericht hatte die Danske Bank Anfang Oktober eingeräumt, dass die eigenen Kontrollsysteme „unzureichend“ gewesen seien. Der Chef der Danske Bank sowie der Aufsichtsratsvorsitzende verloren wegen des vermutlich größten europäischen Geldwäscheskandals bereits ihre Posten. Die über Estland gewaschenen Geldbeträge stammen hauptsächlich von Kunden aus Russland, Moldawien und Aserbaidschan.

Whistleblower Howard Wilkinson, der die estnische Filiale der Danske Bank zwischen 2007 und 2014 geleitet hatte, hatte bereits im November den Fokus der Ermittler auf die Deutsche Bank gelenkt: Vor einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss in Kopenhagen sagte er aus, dass bis zu 150 Milliarden Dollar über die US-Tochter einer großen europäischen Bank gewaschen worden seien.

Den Namen der europäischen Bank wollte er nicht nennen. Doch nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg und weiterer Quellen soll es sich um die Deutsche Bank handeln.

Die Danske Bank ist nicht die erste Bank in Europa, die in Geldwäscheskandale verwickelt ist. Sollten sich die Vorwürfe gegen Dänemarks führende Bank allerdings bewahrheiten, wäre es der mit Abstand größte Geldwäscheskandal in Europa.

Die Deutsche Bank musste im vergangenen Jahr rund 700 Millionen Dollar an Strafe zahlen, weil sie betuchten Russen bei der Ausfuhr von fast zehn Milliarden Dollar geholfen hatte. Die niederländische ING wurde in diesem Jahr ebenfalls wegen der Verwicklung in eine Geldwäscheaffäre zur Zahlung von 900 Millionen Dollar verpflichtet. Wie hoch die mögliche Strafe für die Danske Bank ausfallen kann, ist noch unklar. Die mangelhaften Kontrollen werden die Bank auf jeden Fall teuer zu stehen kommen.

Die dänische Regierung rechnet mit Strafzahlungen in Höhe von bis zu vier Milliarden Kronen, rund 535 Millionen Euro, sollte die Schuld der Bank bewiesen werden. Von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragte Analysten bezifferten die mögliche Strafe sogar auf etwa 800 Millionen Dollar.

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