Generali und Intesa Zusammenschluss nur Thema einer Fallstudie?

Die letzten Marktspekulationen über den Zusammenschluss von Versicherer Generali und Bank Intesa haben den Generali-Kurs in die Höhe getrieben. Dabei war der mögliche Zusammenschluss nur das Thema einer Fallstudie.
Update: 03.02.2017 - 16:53 Uhr Kommentieren
Der Zusammenschluss von Intesa und Generali kann nicht ausgeschlossen werden. Quelle: AFP
Intesa

Der Zusammenschluss von Intesa und Generali kann nicht ausgeschlossen werden.

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MailandItaliens größte Filialbank Intesa Sanpaolo lässt ein mögliches Übernahmeangebot für den Versicherer Generali offen. Das Management teilte am Freitag mit, momentan sei dies nur Gegenstand von Planspielen. Das Führungsgremium prüfe regelmäßig die Wachstumsmöglichkeiten des Geldhauses - intern und durch Übernahmen. Intesa-Chef Carlo Messina sagte, die Bank werde sich die nötige Zeit dafür nehmen und sich insbesondere anschauen, ob ein Schulterschluss mit Generali mit den eigenen strategischen Prioritäten vereinbar sei.

Intesa hatte bereits am Vortag dementiert, ein Übernahmeangebot für den Versicherer vorzubereiten. „Intesa Sanpaolo dementiert entschieden, eine Offerte für Generali zu prüfen“, sagte ein Banksprecher. Die Großbank reagierte damit auf Marktspekulationen, die den Generali-Kurs deutlich in die Höhe getrieben hatten. Zunächst blieb unklar, ob Intesa kein Interesse mehr an Generali hat oder sich andere Optionen als eine Kaufofferte anschaut. Vergangene Woche hatte die Bank noch erklärt, mögliche Kombinationen mit dem Versicherungsriesen zu erwägen.

Fondsmanager sagten daraufhin, es sei unklar, ob Intesa zurückrudere oder nur mehr Zeit gewinnen wolle. Die Bank, die bereits im Versicherungsgeschäft aktiv ist, hatte zuletzt bestätigt, einen Zusammenschluss zu prüfen. Laut Messina darf eine solche Kombination aber nicht die Kapitaldecke schwächen oder die Ausschüttungen an die Aktionäre verringern.

Hier leben die meisten Bank-Millionäre Europas
Platz 15 (1): Liechtenstein
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Das kleine Fürstentum zwischen Österreich und der Schweiz ist schon lange bekannt für seine florierende Finanzbranche. Im Jahr 2015 gab es in dem Zwergstaat sechs Banker, die mehr als eine Million Euro pro Jahr verdienten. Das ist zwar proportional gesehen viel, im europäischen Vergleich allerdings nur Platz 15. Im Vergleich zum Vorjahr blieb der Wert gleich.

Platz 15 (2): Polen
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Den 15. Platz teilt sich Liechtenstein mit Polen. In der Hauptstadt Warschau liegt auch das Finanzzentrum des Landes, insgesamt sechs polnische Banker verdienten 2015 mehr als eine Million Euro pro Jahr. Im Vorjahr waren es noch acht.

Platz 14: Norwegen
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In dem nordeuropäischen Königreich lebten im Jahr 2015 elf Banker, die über ein Jahreseinkommen von über einer Million Euro verfügten. Damit sank die Zahl im Vergleich zum Vorjahr deutlich, 2014 waren es noch 24 Einkommensmillionäre.

Platz 13: Portugal
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Auch in den finanziell angeschlagenen Staaten Europas lässt sich mit Bankgeschäften noch gutes Geld verdienen: In Portugal machte die Europäische Bankenaufsichtsbehörde im Jahr 2015 exakt 14 Banker ausfindig, die mehr als eine Million Euro im Jahr verdienen. Das ist ein deutliches Plus im Vergleich zu 2014, als nur zehn Banker mehr als eine Million Euro verdienten.

Platz 12: Belgien
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Nicht nur die Fassaden der belgischen Hauptstadt Brüssel strahlen mit dem farbenprächtigen Blumenmeer auf dem Rathausplatz um die Wette, auch 18 belgische Banker freuten sich im Jahr 2015 über ein Jahreseinkommen von mehr als einer Million Euro. Damit verbesserte sich die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um fünf Personen.

Platz 11: Luxemburg
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Auch das Großherzogtum Luxemburg ist als Standort für Finanzgeschäfte aller Art bekannt. So ist es wenig verwunderlich, dass im Jahr 2015 genau 20 Banker mehr als eine Million Euro verdienten. Verglichen mit dem Vorjahr ist das jedoch eine Negativentwicklung – 2014 waren es noch 27 Banker, die mehr als eine Million Euro pro Jahr verdienten.

Platz 10: Irland
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Im einstigen Krisenland Irland werden heute wieder gute Geschäfte im Finanzsektor gemacht. Im Jahr 2015 gab es 26 Banker in Irland, die mehr als eine Million Euro im Jahr verdienten. Das sind immerhin zwei mehr als 2014.

Aus dem Umfeld der größten italienischen Assekuranz hieß es, bei Generali habe man mittlerweile immer mehr das Gefühl, Intesa könne sich zurückziehen. Weder die Münchner Allianz noch die französische Axa hätten großes Interesse, Intesa zur Seite zu stehen und Teile von Generali zu übernehmen.

Intesa legte am Freitag auch die Bilanz für 2016 vor. Der Überschuss kletterte um knapp 14 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro. Der Löwenanteil davon solle als Dividende ausgeschüttet werden. Im vierten Quartal sprang der Nettogewinn zwar um ein Vielfaches auf 776 Millionen Euro in die Höhe, blieb damit aber hinter den Analystenerwartungen von 801 Millionen Euro zurück. Gebremst wurde das Institut unter anderem durch einen Beitrag zum italienischen Bankenrettungsfonds, mit dem marode Institute stabilisiert werden sollen.

Intesa teilte zudem mit, eine knapp fünfprozentige Beteiligung an der Bank von Italien für 366 Millionen Euro zu veräußern. Nach der Transaktion werde das Paket noch bei knapp 28 Prozent liegen. In der Zukunft solle es aber nicht mehr als drei Prozent betragen. Käme es zu einer Generali-Übernahme durch Intesa, könnte nach Ansicht von Analysten die Allianz ein Nutznießer sein. Da Intesa aus kartellrechtlichen Gründen voraussichtlich Teile des Generali-Geschäfts verkaufen müsste, könnte sich der Münchener Konzern demnach das Sachversicherungsgeschäft in Frankreich, die spanische Generali-Tochter und Aktivitäten in Osteuropa sichern.

  • rtr
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