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Genossen wollen zu den führenden Mittelstandsfinanzierern aufsteigen DZ Bank setzt auf Beteiligungsgeschäft

Wenn es um Eigenkapitalspritzen für den Mittelstand geht, werden vor allem die angelsächsischen Beteiligungsgesellschaften in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Weniger bekannt sind die Finanzierungsangebote der Sparkassen und Landesbanken sowie der Genossenschaftsbanken. Bestes Beispiel ist DZ Equity Partner (DZEP), die Beteiligungsgesellschaft des genossenschaftlichen Spitzeninstituts DZ Bank.

FRANKFURT/M. Seit der Neuaufstellung 2001 sieht sich die DZEP als Dienstleister in Beteiligungsfragen für die rund 1 200 Volks- und Raiffeisenbanken hier zu Lande, wobei zu rund 60 größeren Ortsbanken regelmäßig Kontakt besteht. „Über die Hälfte der Beteiligungsangebote erhalten wir aus dem Verbund, vor rund drei Jahren waren es gerade einmal zehn Prozent“, erläutert Klaus Weigel, Vorsitzender der Geschäftsführung bei der DZ Equity Partner GmbH in Frankfurt. Nach anfänglicher Überzeugungsarbeit griffen die Vorstände heute von sich aus zum Telefon und schilderten Situationen, die interessant sein könnten.

Das Private-Equity-Haus der Genossen konzentriert sich auf Eigentümer geführte Mittelständler mit Umsätzen zwischen zehn Mill. Euro und 50 Mill. Euro, in Ausnahmefällen werden auch Unternehmen bis 250 Mill. Euro Umsatz angesprochen. Im Fokus stehen Minderheitsbeteiligungen und so genannte Mezzanine-Finanzierungen, die zwischen Eigen- und Fremdkapital rangieren. Begleitet werden auch Übernahmen durch das bestehende Management. Anders als die Beteiligungsfonds, die auf eine bestimmte Größe ausgelegt und dann geschlossen werden, finanziert sich das Team um Weigel kontinuierlich über das genossenschaftliche Spitzeninstitut. „Der Vorstand der DZ Bank bekennt sich eindeutig zum Beteiligungsgeschäft, unser derzeitiges Beteiligungsvolumen liegt bei etwa 250 Mill. Euro in 40 Firmen und ist jederzeit erweiterbar“, sagt Geschäftsführer Olivier Weddrien. Pro Jahr prüfen die 13 Beteiligungsmanager 250 bis 350 Anfragen, realisiert werden davon rund fünf bis zehn Investments.

DZ Equity Partner will mit Unterstützung der Mutter in den kommenden drei bis fünf Jahren einer der führenden Mittelstandsfinanzierer in Deutschland werden. Dieses ambitionierte Ziel sehen die angelsächsischen Finanzinvestoren relativ gelassen. „Bisher sind uns Beteiligungsgesellschaften wie DZ Equity Partner sehr selten im Markt begegnet“, sagt Peter Hammermann, Deutschlandchef von Barclays Capital. Aus einem paneuropäischen Mittelstandsfonds über 600 Mill. Euro wurden innerhalb von zwei Jahren fast 75 Prozent investiert, der nächste Geldtopf für außerbörsliches Eigenkapital soll ungefähr 800 Mill. Euro umfassen. Anders als die DZ Bank strebt Barclays in der Regel Mehrheitsbeteiligungen an, sagt Hammermann.

Börsengängen für ihre Beteiligungsunternehmen stehen sowohl die Manager der DZ Bank als auch von Barclays derzeit skeptisch gegenüber. „Ein Börsengang hat Nachteile für uns, weil wir uns selten komplett von einer Firma trennen können“, sagt Hammermann. „Wenn man Mittelständler an die Börse führt, tut man ihnen keinen Gefallen“, findet Weigel von DZ Equity Partner. Die mit einem IPO - das Kürzel steht für Initial Public Offering – verbundenen Publizitätsvorschriften, Hauptversammlungen und die Öffentlichkeitsarbeit überforderten die meisten Familienunternehmen. Generell sei der Druck, nach möglichst kurzer Zeit wieder aus den Portfoliounternehmen auszusteigen, bei der DZ Bank weniger hoch als bei den angelsächsischen Fonds. „Wir denken weniger transaktionsbezogen, sondern wollen eine Firma über deren Lebenszyklus begleiten“, sagt DZ Equity-Manager Weddrien. Trotzdem muss auch bei den Genossen am Ende des Tages die Rendite stimmen. 15 bis 25 Prozent auf das eingesetzte Kapital sollen es schon sein.

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