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Genossenschaftsbank DZ Bank rechnet mit mehr als zwei Milliarden Euro Gewinn

Trotz Minuszinsen und Konjunkturflaute schraubt das Institut seine Prognose für 2019 nach oben. Der Co-Chef spricht von einem „sehr sehr guten Jahr“.
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DZ Bank rechnet mit mehr als zwei Milliarden Euro Gewinn Quelle: dpa
Die DZ Bank in Frankfurt

Bisher rechnete das genossenschaftliche Zentralinstitut mit 1,5 Milliarden Euro Gewinn.

(Foto: dpa)

Frankfurt Seit Anfang des Jahres versucht die genossenschaftliche DZ Bank das, was bei vielen anderen Unternehmen gescheitert ist: Das Spitzeninstitut der 860 deutschen Volks- und Raiffeisenbanken wird von den Co-Chefs Uwe Fröhlich und Cornelius Riese als Doppelspitze geführt.

Die Manager, 59 und 44 Jahre alt, arbeiten beide seit vielen Jahren im genossenschaftlichen Sektor, sie verstehen sich erkennbar gut – und pflegen doch einen ganz eigenen Stil. „Wir haben ein vertrauensvolles Verhältnis, wir siezen uns trotzdem“, sagte Fröhlich am Dienstagabend vor Journalisten.

Derzeit haben Fröhlich und Riese auch wenig Grund für Differenzen. Während viele Geldhäuser unter den Folgen der Minizinsen in der Euro-Zone ächzen, wird die DZ-Bank-Gruppe dieses Jahr voraussichtlich deutlich mehr verdienen als im Vorjahr – und auch mehr als bisher erwartet. „Wir sind uns sicher, dass wir ein Vorsteuerergebnis jenseits von zwei Milliarden Euro haben werden“, kündigte Riese an.

Bislang ging die DZ Bank, die mit ihren Töchterfirmen die zweitgrößte deutsche Bank ist, von einem Ergebnis von 1,5 bis zwei Milliarden Euro aus. 2018 hatte sie vor Steuern 1,4 Milliarden Euro eingefahren.

In diesem Jahr profitiert die DZ Bank Riese zufolge unter anderem besonders von einem Gewinnanstieg des Versicherers R+V sowie davon, dass die Fondsgesellschaft Union Investment eine Tochter in Polen und die Bausparkasse Schwäbisch Hall eine Beteiligung in Tschechien verkauft hat.

Es gebe viele Sondereffekte. Dennoch sei das gute Ergebnis eine „Basis, um in schwierige Zeiten zu gehen“, sagte Riese weiter. Auch die DZ-Bank-Gruppe werde Federn lassen, so Fröhlich. Man versuche aber, sich auf die Minuszinsen in der Euro-Zone einzustellen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Einlagenzins für Banken auf 0,5 Prozent gesenkt. Sie gewährt den Banken zwar Freibeträge, wenn diese Geld bei der EZB parken. Zugleich aber zementiere die Notenbank im September die Niedrigzinsphase für wahrscheinlich lange Zeit. Zudem steuert die deutsche Wirtschaft womöglich in eine Rezession.

Prüfung der Bafin beim IT-Dienstleister

Laut Fröhlich läuft es dennoch auch bei der Bank selbst „operativ außerordentlich gut“. So werde das Geldhaus, das den deutschen Volks- und Raiffeisenbanken gehört, das Volumen im Kreditgeschäft mit Firmenkunden dieses Jahr um zehn Prozent steigern – trotz der Eintrübung der Wirtschaft.

Man sei wie alle Banken etwas vorsichtiger geworden, so Fröhlich. Aber: „Die Wirtschaft läuft nicht so negativ, wie man es auf den ersten Blick annimmt.“ Er rechnet zum Jahresende mit einer leichten Belastung bei Wertberichtigungen von Krediten.

Anders als die Sparkassen, die noch vier große Landesbanken haben, kommen die Volks- und Raiffeisenbanken mit einer Zentralbank aus. Im Sommer 2016 war die DZ Bank mit der kleineren WGZ Bank aus Düsseldorf fusioniert. Das gesamte Fusionsprojekt werde dieses Jahr beendet sein, so Riese.

Fröhlich bestätigte, dass es eine Prüfung der Finanzaufsicht Bafin beim genossenschaftlichen IT-Dienstleister Fiducia GAD gegeben habe. Das Unternehmen sei auf dem richtigen Weg, so Fröhlich.

Man arbeite gemeinsam mit der Aufsicht an einer Behebung der Mängel. Ähnlich äußerte sich der IT-Dienstleister auf Handelsblatt-Anfrage: Das Unternehmen arbeite „mit Hochdruck und in enger Zusammenarbeit mit den Gremien in der genossenschaftlichen Finanzgruppe an der Abarbeitung der festgestellten Mängel“.

„Die mit der Bafin vereinbarten Meilensteine haben wir erreicht.“ Über die Untersuchung der Aufsicht hatte zuerst der Branchendienst „Platow Brief“ berichtet.
Die DZ Bank ist auch der zentrale Zahlungsverkehrsdienstleister für die Genossenschaftsbanken und arbeitet mit daran, dass die deutsche Kreditwirtschaft ihre Zahlungsangebote für private Kunden bündelt. Das Projekt läuft unter dem Titel „X-Pay“.

Beim Handy-zu-Handy-Zahldienst von Sparkassen und Volksbanken namens „Kwitt“ äußerte Fröhlich sich zuversichtlich, dass auch private Geldhäuser sich anschließen.

Mehr: Die Finanzchefin Ulrike Brouzi muss die DZ Bank durch den Abschwung steuern. Die Zeit bei ihrem kriselnden Ex-Arbeitgeber, der NordLB, hat sie wachsam gemacht.

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  • Die EZB hat im September 2019 die Einlagenfazilität auf - 0,5% abgesenkt und nicht auf +0,6%.