Genossenschaftsbanken Das Schrumpfen der Volksbanken

Die Frankfurter Volksbank zählt zu den größten Genossenschaftsbanken in Deutschland. Jetzt fusioniert sie mit einem kleineren Geldhaus – mal wieder.
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Bei Volks- und Raiffeisenbanken stehen viele Fusionen bevor. Ihre Zahl sank im vergangenen Jahr unter 1000. Quelle: dpa
Schriftzug und Logo einer Volksbank

Bei Volks- und Raiffeisenbanken stehen viele Fusionen bevor. Ihre Zahl sank im vergangenen Jahr unter 1000.

(Foto: dpa)

FrankfurtIm vergangenen Jahr ist die Zahl der Genossenschaftsbanken unter 1000 gesunken. 970 Volks- und Raiffeisenbanken, Sparda-Banken, PSD Banken und Spezialinstitute gab es Ende 2016. Und es werden immer weniger. Das liegt auch ein bisschen daran, dass die große Frankfurter Volksbank immer wieder kleine Geldhäuser aus der Region schluckt.

Jetzt wird auch die Vereinigte Volksbank Maingau aus Obertshausen südöstlich von Frankfurt bald mit dem weitaus größeren Schwesterinstitut fusionieren. Die beiden Banken schlossen einen „Kooperationsvertrag mit dem Ziel eines Zusammenschlusses im laufenden Jahr“, wie sie beide mitteilten.

Nach der Fusion kommt die Frankfurter Volksbank auf eine Bilanzsumme von gut elf Milliarden Euro und wird damit zur fünfgrößten Genossenschaftsbank in Deutschland – nach dem Spitzeninstitut DZ Bank, der Deutschen Ärzte- und Apothekerbank, der Sparda-Bank Baden-Württemberg und der Berliner Volksbank. Bisher rangierten die Frankfurter auf Platz sieben.

Die Frankfurter Volksbank hat viel Erfahrung mit Zusammenschlüssen. Seit 1998 hat sie bereits 15 Fusionen hinter sich gebracht, so die „Börsen-Zeitung“. Erst kürzlich wurde bekannt, dass auch die Volksbank Griesheim bei den Frankfurtern unterschlüpft – wie zuvor das Höchster Pendant.

Auch jetzt gehen die beiden Geldhäuser aus Frankfurt und Maingau davon aus, dass sie gemeinsam besser zurecht kommen – wobei das besonders für den kleineren Partner gelten dürfte. „Das wirtschaftliche Umfeld in der Region ist geprägt von intensivem Wettbewerb und zunehmender Konkurrenz“, so die zwei Banken. Zudem rechnen sie nicht damit, dass die niedrigen Zinsen bald steigen.

Der Großteil der Gesamterträge regionaler Banken - rund 80 Prozent - stammt aus dem Geschäft mit Krediten und Einlagen. Doch die Marge im Kreditgeschäft schrumpft, zum anderen ist es für die Regionalbanken schwer, mit ihren eigenen Anlagen noch etwas zu verdienen. Wer sicher investieren will, bekommt dafür fast keine Rendite - zumal die Europäische Zentralbank Anleihen im großen Stil aufkauft.

Der Zusammenschluss ist ein Zeichen dafür, welche Herausforderung kleine Banken derzeit sehen. Als Gründe für die Fusion nannten die zwei Geldhäuser daneben die regulatorischen Anforderungen und die Digitalisierung der Branche.

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