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Genossenschaftsbanken Gewerkschaft fordert ein deutliches Gehaltsplus bei Volksbanken

Rund sechs Prozent mehr Gehalt fordert die Gewerkschaft DBV für Beschäftigte bei Genossenschaftsbanken. Doch die Verhandlungen dürften zäh werden.
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Volksbanken- und Raiffeisenbanken: DBV will Gehaltsplus Quelle: dpa
Filiale einer Volks- und Raiffeisenbank

Bei VR-Banken und anderen Genossenschaftsbanken arbeiten insgesamt rund 155.000 Beschäftigte.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Gewerkschaft Deutscher Bankangestellten Verband (DBV) geht mit der Forderung nach einem deutlichen Gehaltsplus für Beschäftigte bei Genossenschaftsbanken in die anstehenden Tarifgespräche. So verlangt der DBV eine Gehaltssteigerung von 6,2 Prozent im ersten Jahr sowie 4,5 Prozent im zweiten Jahr. Das geht aus der aktuellen DBV-Tarifinfo hervor, die dem Handelsblatt vorliegt.

„Sie haben seit Ausbruch der Finanzkrise und davor die Zahlen geliefert, mit denen sich Ihre Bank am Markt und in den Medien stolz zeigt – vielfach entgegen dem Branchentrend. Das muss sich nun auch in Ihrem Gehalt zeigen“, heißt es in der Tarifinfo des DBV.

DBV-Bundesvorsitzender Stephan Szukalski verweist darauf, dass die Genossenschaftsbanken in der Zeit nach der Finanzmarktkrise deutlich besser entwickelt hätten als zum Beispiel die Privatbanken. Deshalb erwarte man, „dass in diesem Jahr auch die Beschäftigten dies im Geldbeutel spüren müssen“, sagte er dem Handelsblatt. „Gute Ergebnisse entstehen nicht aus dem Nichts, sondern nur durch gute Arbeit der Kolleginnen und Kollegen.“

Die Volks- und Raiffeisenbanken stemmen sich seit Jahren erfolgreich gegen die Minizinsen in der Euro-Zone, vor allem indem sie mehr Kredite vergeben. Im vergangenen Jahr verdienten die knapp 900 Ortsbanken nach Steuern 2,2 Milliarden Euro – und damit so viel wie die zusammen deutlich größeren Sparkassen.

Die Tarifverhandlungen mit dem Arbeitgeberverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (AVR), der die Interessen der Banken sowie ihres Spitzeninstituts DZ Bank vertritt, beginnen Anfang Mai. Es geht um rund 155.000 Beschäftigte bei den genossenschaftlichen Kreditinstituten.

Die DBV-Forderungen für die Genossenschaftsbanken ähneln denen für die 200.000 Angestellten der privaten und öffentlichen Banken. Dort fordern DBV und Verdi unter anderem eine Gehaltssteigerung von sechs Prozent für die nächsten zwölf Monate. Die Verhandlungen gestalten sich bislang als zäh. Anfang März endete der zweite Verhandlungstag ohne Ergebnis, im April folgt dort die nächste Verhandlungsrunde.

Die Arbeitgeber lehnen sowohl die Gehaltsforderung als auch die Forderung nach Gesundheits- und Entlastungstagen ab. Angesichts der harten Auseinandersetzung bei den privaten und öffentlichen Banken dürften auch die Gespräche zwischen DBV und AVR schwierig werden. Zumal der DBV auch für Angestellte bei Genossenschaftsbanken einen Präventionstag und fünf bezahlte Weiterbildungstage pro Jahr durchsetzen will.

Auch der AVR sieht „erheblichen Redebedarf“, wie er auf Anfrage mitteilte. Eine zu deutliche Erhöhung der Gehaltstabellen sei immer auch ein Geschäft zu Lasten der Zukunft. „Hier ist Vorsicht geboten, denn die Niedrigzinsphase sowie die konjunkturelle Entwicklung bergen Risiken und auch die Regulatorik wirkt belastend.“

Der AVR verhandelt mit den Gewerkschaften DBV und DHV (Die Berufsgewerkschaft), Verdi bleibt indes außen vor – wie bereits seit 2004. Vergangenes Jahr sondierten beide Seiten, ob sie künftig wieder Tarifverhandlungen aufnehmen – ohne Ergebnis, wie AVR und Verdi im November mitteilten.

„Nach 14 Jahren ohne Tarifabschluss war der Graben doch tiefer als gedacht“, sagte AVR-Geschäftsführerin Annette Kaiser. „Es kam über vier Monate nicht zum inhaltlichen Abgleich der Positionen. Der Dialog erwies sich auch deshalb so schwierig, da es an einem gemeinsamen Tarifwerk fehlte, auf das man hätte aufbauen können.“

Verdi zeigte sich verärgert – zumal die anstehende Tarifrunde besonders wichtig werden dürfte: Schließlich strebt der AVR eine deutliche Reform des Tarifwerks ans, der im Kern aus den 70er-Jahren stammt. „Angesichts der umfassenden Veränderungen, die mit dem Tarifreformvertrag beabsichtigt sind, ist für uns nicht nachvollziehbar, dass der AVR die größte Gewerkschaft im Bereich der Genossenschaftsbanken ausschließt“, sagte Verdi-Bundesvorstand Christoph Meister im November.

Das zeige von „mangelnder Wertschätzung der Kolleginnen und Kollegen, die sich in den vergangenen Monaten an den Befragungen für die Reform beteiligt haben“. Verdi teilte auf Nachfrage mit, dass die Gewerkschaft bei den Genossenschaftsbanken rund 14.000 Mitglieder zähle. Der DBV hat knapp 10.000 Mitglieder in diesem Sektor.

Die beiden Gewerkschaften hatten sich im Jahr 2008 zerstritten. Damals schloss der DBV mit den Genossenschaftsbanken einen Tarifvertrag ab, auf den Verdi sich nicht einlassen wollte. Zwischenzeitlich hatten auch sie Gespräche dazu geführt, bei Genossenschaftsbanken wieder gemeinsam zu verhandeln. Doch Anfang Mai wird Verdi nun nicht mit am Tisch sitzen.

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1 Kommentar zu "Genossenschaftsbanken: Gewerkschaft fordert ein deutliches Gehaltsplus bei Volksbanken"

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  • ... die Zeiten der großen Gehaltssteigerungen sollten vorbei sein, denn:
    Die Zinsen sind niedrig, zudem werden die Banken stark reguliert. Somit wirft das Geschäftsmodell der Banken nicht genügend Erträge ab.
    Der Übergang in die Digitalisierung fordert zudem eine Abbau von Mitarbeitern.
    Übertriebene Gehaltsforderungen würden den Abbau von Mitarbeitern fördern und die Digitalisierung beschleunigen.

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