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Geplatzte Verhandlungen Italiens Bankenkrise kehrt zurück – Rettungsplan für Banca Carige gescheitert

US-Vermögensverwalter Blackrock beteiligt sich nicht an einer Kapitalerhöhung. Jetzt muss der italienische Staat wohl mehr Geld zur Rettung aufbringen.
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Carige: Rettungsplan für die italienische Krisenbank gescheitert Quelle: Reuters
Bank Carige

Blackrock sollte dem ursprünglichen Plan zufolge rund die Hälfte einer 720 Millionen Euro schweren Kapitalerhöhung tragen.

(Foto: Reuters)

MailandSeit Monaten ringt Italien um die Sanierung der angeschlagenen Regionalbank Carige. Die Suche nach einer Marktlösung für das Institut hat am Donnerstag einen schweren Rückschlag erlitten, als sich der US-Vermögensverwalter Blackrock, der in den vergangenen Wochen mit der Bank aus Ligurien verhandelt hatte, die Gespräche beendete.

Aus den USA gab es keinen Kommentar zu der Entscheidung des weltgrößten Vermögensverwalters. In Italien löste die Nachricht einen Schock aus. Man hoffe weiterhin auf eine Marktlösung, erklärten die kommissarischen Verwalter des Instituts, die zu Jahresbeginn von der Europäischen Zentralbank (EZB) eingesetzt wurden. „Wir arbeiten an einer privaten Lösung“, heißt es in einem Brief an die Angestellten des Geldhauses.

Doch direkte Staatshilfe, der Plan B der Verwalter, rückt nun wieder in den Vordergrund. „Wir können weiterhin eine vorsorgliche Rekapitalisierung beim Wirtschaftsministerium beantragen“, heißt es in einer Erklärung der Bank, die unter Zwangsverwaltung der EZB steht. Die Regierung von Premier Giuseppe Conte hatte im Januar per Dekret Garantien für neue Anleihen der Banca Carige beschlossen und für den Fall, dass sich keine Investoren finden, bis zu eine Milliarde Euro für den Kauf von Carige-Aktien reserviert.

EZB-Zwangsverwaltung

Es hätte außer Blackrock keine anderen Interessenten an der Regionalbank gegeben, heißt es in Rom, und die Amerikaner hätten eine Co-Finanzierung verlangt. Mit rund 400 Millionen Euro wollte sich Blackrock bei der anstehenden Kaitalerhöhung engagieren. Wirtschafts- und Finanzminister Giovanni Tria und Vizepremier Luigi Di Maio hatten den möglichen Deal noch am Tag vor dem Scheitern begrüßt und als „positives Signal“ gewertet.

Jetzt sieht es nach einer staatlichen Lösung wie bei Monte dei Paschi aus. Die Krisenbank in Siena war 2016 vor der Pleite gerettet worden, nachdem die EU-Kommission nach langen Verhandlungen dem Einsatz von Staatsgeldern zugestimmt hatte. Jetzt ist das Wirtschafts- und Finanzministerium Großaktionär in Siena. Die Auflage aus Brüssel lautet jedoch, dass die Bank reprivatisiert werden muss.

Wenn sich kein Investor für Carige findet und die ursprünglich nur als Notlösung gedachte Wahl auf die vorsorgliche Rekapitalisierung fällt, muss auch in diesem Fall die Zustimmung der EU-Kommission eingeholt werden. Die ist jedoch nicht selbstverständlich. Vor zwei Jahren wurden die beiden Regionalbanken Banca Popolare di Vicenza und Veneto Banca von Brüssel als nicht systemrelevant eingestuft und abgewickelt.

Die Banca Carige betreut rund eine Million Kunden im industriereichen Norden Italiens. Die Bank war in Schieflage geraten, als im Dezember eine Kapitalerhöhung von 400 Millionen Euro scheiterte. Der Großaktionär Vittorio Malacalza, der 27,6 Prozent der Anteile hält, hatte sein Veto eingelegt.

Daraufhin kam die Zwangsverwaltung durch die EZB. Für die Regierung ist der Rückzug von Blackrock ein schwerer Schlag. Wenn wieder die Steuerzahler für die Bankenrettung aufkommen müssen wie bei Monte dei Paschi, kann das die Populisten Stimmen kosten im Europawahlkampf.

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