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Geschäftsbericht Immer noch 643 Einkommensmillionäre bei der Deutschen Bank

Die Vorstände der Deutschen Bank dürfen sich über eine deutliche Gehaltserhöhung freuen. Die Boni der Mitarbeiter schrumpfen dagegen kräftig.
6 Kommentare
Deutsche Bank zahlt  Mitarbeitern 1,9 Milliarden Euro an Boni Quelle: Reuters
Christian Sewing

Der CEO der Deutschen Bank hat 2018 ein Gesamtgehalt von sieben Millionen Euro bekommen.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Seit Christian Sewing vor etwa einem Jahr an die Spitze der Deutschen Bank rückte, sackte der Aktienkurs des größten heimischen Geldhauses um über 35 Prozent ab. Dennoch darf sich der Vorstandschef für 2018 über Gesamtbezüge von sieben Millionen Euro freuen – über vier Millionen mehr als 2017. Das geht aus dem am Freitag veröffentlichten Geschäftsbericht des Instituts hervor.

Damals war Sewing allerdings noch einfacher Vorstand, außerdem hatte das gesamte Top-Management auf einen Bonus verzichtet. Weil die Deutsche Bank 2018 zum ersten Mal seit drei Jahren wieder schwarze Zahlen geschrieben hat, sahen die Vorstände dieses Mal keinen Anlass zum Verzicht. Von den sieben Millionen Euro für Sewing entfielen knapp 3,3 Millionen Euro auf das Fixgehalt und 3,7 Millionen auf die variable Vergütung.

Der Top-Verdiener im Deutsche-Bank-Vorstand ist allerdings der umstrittene Investmentbanking-Chef Garth Ritchie, der gleichzeitig einer von Sewings Stellvertretern ist. Ritchie bekam für 2018 eine Gesamtvergütung von 8,6 Millionen Euro, nach 3,25 Millionen im Vorjahr. Allein die Verantwortung für die Vorbereitungen auf den Brexit vergütet die Bank Ritchie mit drei Millionen Euro. Zusammen bekommen die Vorstände des Konzerns 55,7 Millionen Euro nach 29,8 Millionen 2017.

Die Boni der 90.000 Mitarbeiter schrumpfen dagegen deutlich. Für 2018 schüttet die Bank variable Vergütungen von 1,9 Milliarden Euro aus. 2017 hatte die Belegschaft noch 2,3 Milliarden Euro kassiert.

Ein Grund für den Rückgang ist der Stellenabbau. Allerdings sinken die Boni um 14 Prozent, während die Zahl der Mitarbeiter um lediglich acht Prozent gefallen ist. Der Bonuspool pro Kopf schrumpft also, das zeigt sich auch an der Zahl der Einkommensmillionäre, die von 705 auf 643 gefallen ist. 

Sewing hatte Anfang April 2018 als Vorstandschef den Briten John Cryan abgelöst. Dieser wurde abgesetzt, weil es ihm nicht gelungen war, die Bank zu sanieren. Für seinen unfreiwilligen Abschied bekommt Cryan nun eine Abfindung von knapp 8,7 Millionen Euro.

Dazu kommt Cryan eine vertraglich festgelegte Entschädigung von 2,2 Millionen Euro für das Verbot, in einem bestimmten Zeitraum für einen Wettbewerber zu arbeiten, sowie die Vergütung für die ersten drei Monate 2018 an der Konzernspitze von knapp 1,9 Millionen Euro. Damit summieren sich seine Ansprüche, die über mehrere Jahre gestreckt ausgeschüttet werden, auf insgesamt 12,8 Millionen Euro.

Eine Abfindung von 3,3 Millionen Euro erhielt die frühere IT-Chefin Kim Hammonds, hinzu kam eine Zahlung von 1,6 Millionen Euro wegen des nachvertraglichen Wettbewerbsverbots. Marcus Schenck, der frühere Co-Chef der Investmentbank, erhielt nur einen Teil der vereinbarten knapp zwei Millionen Euro, weil er inzwischen für die Investmentbank Perella Weinberg arbeitet. Nicolas Moreau, der Ende des Jahres die Führung der Fondtochter DWS abgeben musste, bekam Extra-Zahlungen in Höhe von zusammen 1,7 Millionen Euro.

2018 hatte die Deutsche Bank einen Gewinn von 341 Millionen Euro eingefahren, nach einem Verlust von 735 Millionen Euro im Vorjahr. Allerdings reichte das positive Nettoergebnis 2018 nur für eine minimale Eigenkapitalrendite von 0,4 Prozent.

Das größte heimische Geldhaus ringt nach wie vor um ein tragfähiges Geschäftsmodell. Sewing hat der Bank ein striktes Sparprogramm verordnet. Während die Kosten inzwischen sinken, ist es dem neuen Vorstandschef bislang nicht gelungen, die Erosion der Erträge zu stoppen. Außerdem hat das Institut auch auf Druck des Bundesfinanzministeriums offizielle Fusionsgespräche mit dem kleineren Konkurrenten Commerzbank aufgenommen.

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6 Kommentare zu "Geschäftsbericht: Immer noch 643 Einkommensmillionäre bei der Deutschen Bank"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ich warte auf den Tag, wo die Deutsche Bank von der Kurstafel verschwindet, mehr hat sie nicht
    verdient.

  • " Schaut man sich das Chart der Deutschen Bank an, kann man eigentlich nur dem Ende entgegensehen."

    Der Chart hier ist eindeutig schöner:

    https://meedia.de/datacenter/analyzer/meedia-data/web-00118/

    Ist ja auch schließlich der vom Handelsblatt. ;-)
    Ansonsten ist jetzt Wochenende, und das Wetter lädt zum Grillen ein.
    Ob die DB-Mitarbeiter auch ihre Bosse grillen werden, wird man dann demnächst lesen können.

  • Die Deutsche Bank ZAHLT MEHR ALS 10% DES UNTERNEHMENSWERTES ALS BONI....
    DAS IST EIN SELBSTBEDIENUNGSLADEN!!!!

  • Wie es so aussieht, greifen die Ratten nochmal ordentlich zu, bevor sie das sinkende Schiff verlassen. Schaut man sich das Chart der Deutschen Bank an, kann man eigentlich nur dem Ende entgegensehen.

  • @ Herr Bitschnau
    Absolut richtig beschrieben. Was genauso schlimm ist, der zuständige Aufsichtsrat inklusive des Vorsitzenden unternehmen nichts, absolut nichts.
    Wenn demnächst die Commerzbank sich hinzu gesellt, ist die ...........komplett.
    2 Blinde machen noch k e i n e n Sehenden.

  • Gute Nachrichten von der Deutschen Bank sind echte Raritäten, schlechte gibt es haufenweise seit vielen Jahren. Davon erzählt der Aktienkurs eine Geschichte von Strafen, Rechtskosten, sinkenden Erträgen und gemittelter Erfolgslosigkeit.

    Das absurde Bonussystem der Bank ist ein Teil davon und zeigt auf, wie über all die Jahre trotz durchschnittliche Erfolgslosigkeit immer Belohnungen warten.
    Die Bank rangiert dafür mit ihrem Marktwert als globales Schlusslicht und die Aktionäre, die mit sechs Kapitalerhöhungen die Bank retteten, erhalten 11 Cent je Aktie. Gerechtigkeit und Anstand haben das Feld verlassen, ein selbstverzehrendes System ist entstanden.

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