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Zentrale der Deutschen Bank

Mühevolle Sanierung.

(Foto: Reuters)

Geschäftszahlen Der Deutschen Bank bleibt nur ein Mini-Gewinn – die Analyse

Nach drei Verlustjahren in Folge schrieb die Deutsche Bank wieder schwarze Zahlen. Und doch hat die Bank einige Probleme. Hier die wichtigsten Fakten.
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FrankfurtDie Erträge sind um vier Prozent auf 25,3 Milliarden Euro gesunken, vor allem die Investmentbank erlitt im vierten Quartal Rückschläge. Nach drei Verlustjahren in Folge schrieb die Deutsche Bank wieder schwarze Zahlen.

Der Nettogewinn, der den Aktionären zugerechnet werden kann, fiel mit 267 Millionen Euro allerdings bescheiden aus. Bei den Kosten blieb die Bank unter den Schätzungen der Analysten und hat ihre Ziele für 2019 nun leicht nachgeschärft

Das fiel positiv auf

Ihre Kosten hat die Deutsche Bank mittlerweile im Griff. Sowohl die Bruttokosten von 23,5 Milliarden Euro als auch die um Sondereffekte wie Rechtsrisiken oder Restrukturierungen bereinigten Kosten von 22,8 Milliarden Euro fielen etwas geringer aus als von Analysten erwartet.

Das liegt nicht zuletzt an deutlichen Kostensenkungen im vierten Quartal. Auch mit dem Stellenabbau kommt das Institut gut voran. Ende 2018 arbeiteten noch 91.700 Menschen für die Deutsche Bank, als Zielmarke hatte das Institut weniger als 93.000 Stellen angegeben.

Auch bei den Rechtsrisiken macht das Institut Fortschritte. Es hat inzwischen nach eigenen Angaben 19 der 20 Fälle ganz oder teilweise beigelegt, die Anfang 2016 das größte finanzielle Risiko bargen. Es seien keine neuen Angelegenheiten hinzugekommen, „die hinsichtlich ihrer Größe oder ihres Risikos diesen Fällen ähnlich wären“, teilte das Institut mit.

Das bedeutet auch, dass die Bank mit Blick auf seine mögliche Verwicklung in den Geldwäsche-Skandal der Danske Bank noch immer optimistisch ist. Die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten lagen Ende 2018 mit 1,2 Milliarden Euro um 40 Prozent unter den zwei Milliarden Euro des Vorjahres.

So trostlos das vierte Quartal in der Sparte Unternehmens- und Investmentbank auch ausfiel, es gab einen Lichtblick: Die Transaktionsbank, in der die Bank Geschäfte wie den Zahlungsverkehr oder auch Handelsfinanzierungen bündelt, hat seine Erträge um fünf Prozent auf knapp eine Milliarde Euro steigern können.

Dafür verantwortlich waren ein höherer Zinsüberschuss und mehr Transaktionen. Das Geschäft der Transaktionsbank zählt zu den Bereichen, die Vorstandschef Christian Sewing stärker fördern möchte, weil sie stabile Erträge abwerfen. Umso wichtiger ist dieser Erfolg.

Auch das Privatkundengeschäft konnte die Erträge steigern, trotz der Integration der Postbank.

Was negativ auffiel

Bei so viel positiven Punkten fragt man sich, warum unter dem Strich so wenig Gewinn übrig bleibt. Der den Aktionären zurechenbare Gewinn blieb mit 267 Millionen Euro immerhin deutlich unter den Erwartungen der Analysten, die am Mittwoch noch im Durchschnitt mit 332 Millionen Euro gerechnet hatten.

Es gibt unterschiedliche Gewinn-Kennziffern, das den Aktionären zurechenbare Ergebnis ist für die Anteilseigner die relevante Kennziffer. Im Konzerngewinn werden nämlich auch die Gewinnanteile von Minderheitsaktionären von Deutsche-Bank-Töchtern wie der DWS berücksichtigt.

Das Grundproblem der Bank bleibt aber, dass ihre Erfolge auf der Kostenseite meist durch Rückschläge bei der Ertragsentwicklung ausradiert werden. Auch im Jahr 2018 sanken die Erträge mit vier Prozent auf 25,3 Milliarden Euro deutlicher als erhofft.

Die Achillesferse der Deutschen Bank ist nach wie vor das Kapitalmarktgeschäft. Denn besonders deutlich fiel der Ertragsrückgang im vierten Quartal in der Unternehmens- und Investmentbank mit fünf Prozent aus – und dieses Minus beschönigt die Lage sogar eigentlich noch.

Ohne einige positive Sondereffekte wären die Erträge sogar um zehn Prozent zurückgefallen. Das war vor allem der extrem schwachen Entwicklung im Anleihehandel geschuldet, einst Königsdisziplin der Deutschen Bank. In diesem Bereich brachen die Erträge um beinahe ein Viertel auf gerade einmal 786 Millionen Euro ein. Für die Deutsche Bank gilt nach wie vor: Hustet der Anleihehandel, leidet die Deutsche Bank unter Grippe.

Auch für die Fondstochter DWS lief es zum Jahresende nicht rund. Die Fondsgesellschaft meldete auch im vierten Quartal wieder hohe Nettomittelabflüsse. Anleger zogen Gelder in Höhe von sieben Milliarden Euro ab. Damit summieren sich die Nettoabflüsse im Gesamtjahr auf mittlerweile 22,3 Milliarden Euro. Das verwaltete Vermögen schrumpfte um fünf Prozent.

Der Gewinn ist durch diese negativen Trends auf der Ertragsseite sogar noch enttäuschender ausgefallen als erwartet – dabei hatten Analysten ihre Schätzungen ohnehin nach unten korrigiert.

Was kommt

Trotz der Enttäuschungen im vierten Quartal hält die Deutsche Bank an ihren Finanzzielen fest und bekräftigte noch einmal, in diesem Geschäftsjahr eine Nachsteuerrendite auf das materielle Eigenkapital von vier Prozent zu erreichen. Im Gesamtjahr 2018 lag diese Kennziffer immerhin bei gerade einmal 0,5 Prozent.

Kein Wunder, dass viele Analysten daran zweifeln, dass so eine Rendite angesichts der Ertragsentwicklung möglich ist. Jedenfalls dann, wenn die Bank sich nicht ehrgeizigere Kostenziele setzt. Sie halten im Durchschnitt nur 2,5 Prozent für realistisch.

Eigentlich will die Bank die Kosten in diesem Jahr auf 22 Milliarden Euro senken. Dieses Ziel wurde nun etwas nachgeschärft und auf 21,8 Milliarden Euro zurückgestutzt. Ob das den kritischen Analysten genügt, muss sich noch zeigen.

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