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Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt

Die Kosten sind gesunken, die Einnahmen jedoch auch.

(Foto: dpa)

Geschäftszahlen Deutsche Bank im vierten Quartal mit größeren Verlusten als erwartet

Die Deutsche Bank ist im vierten Quartal tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Im Gesamtjahr schrieb das Geldhaus aber nach drei Verlustjahren wieder einen Gewinn.
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FrankfurtDie Turbulenzen im vierten Quartal haben der Deutschen Bank noch stärker zugesetzt als befürchtet. Das Frankfurter Geldhaus erlitt einen den Aktionären zurechenbaren Verlust von 425 Millionen Euro, wie die Bank am Freitag mitteilte.

Analysten hatten im Durchschnitt nur mit 301 Millionen Euro Verlust gerechnet. Im Gesamtjahr schrieb die Bank aber nach drei Verlustjahren wieder einen Gewinn – der mit 267 Millionen Euro aber ebenfalls bescheidener ausfiel als die Analystenschätzungen von 332 Millionen Euro. Vorstandschef Christian Sewing äußerte sich zufrieden: „Die Rückkehr in die Gewinnzone zeigt, dass die Deutsche Bank auf dem richtigen Weg ist.“ Er ist der Ansicht, die Deutsche Bank sei stark genug stark genug für Wachstum aus eigener Kraft.

Die Bank sei „sehr stabil aufgestellt“ und habe ein „stabiles Fundament für die nächste Phase“, sagte Sewing laut Redetext bei der Bilanzvorlage am Freitag in Frankfurt. „Weiterhin strikte Kostendisziplin, Umschalten auf kontrolliertes Wachstum und eine effizientere Liquiditätssteuerung: Mit diesen Bausteinen fühlen wir uns gut gerüstet, um unser Renditeziel für dieses Jahr zu erreichen.“

Der Vorstand strebt für 2019 eine Eigenkapitalrendite von 4,0 Prozent nach Steuern an, im abgelaufenen Jahr waren es 0,5 Prozent. „Wir haben es selbst in der Hand. Und wir werden alles dafür tun.“

Zwar konnte die Bank die Kosten um fünf Prozent senken – die um Sondereffekte bereinigten Kosten fielen mit 22,8 Milliarden Euro sogar geringer aus als der Zielwert von 23 Milliarden Euro. Doch die Einnahmen sind um vier Prozent auf 25,3 Milliarden Euro gesunken.

Die Bank schärft nun ihr Kostenziel für dieses Jahr nach und peilt um Sondereffekte bereinigte Ausgaben von 21,8 Milliarden Euro an. Das wären 200 Millionen Euro weniger als bislang geplant.

Die Bank begründete die enttäuschende Ertragsentwicklung zum einen damit, dass sie manche Geschäfte verkauft oder aufgegeben hat. Außerdem hätten „ein herausforderndes Marktumfeld, insbesondere im vierten Quartal“, sowie die Turbulenzen rund um eine Geldwäsche-Razzia Ende November die Erträge belastet.

Nach Handelsblatt-Informationen waren der Bank durch die Hausdurchsuchungen, die mit den „Panama Papers“ zusammenhingen, Erträge in signifikanter dreistelliger Millionenhöhe entgangen.

Die Deutsche Bank hat wegen der Geldwäsche-Razzia im eigenen Haus und dem Geldwäscheskandal bei der Danske Bank kein Geld für Strafzahlungen zur Seite gelegt. Keiner dieser Sachverhalte berge ein finanzielles Risiko, wie die großen Rechtsstreitigkeiten der Bank von Anfang 2016, sagte Deutsche-Bank-Vizechef Karl von Rohr am Freitag in Frankfurt.

„Insofern haben wir auch weder für Panama Papers noch für Danske Bank Estonia Rückstellungen gebildet oder Eventualverbindlichkeiten festgestellt.“ Die Deutsche Bank erwartet nach wie vor nicht, dass sich Geldwäsche-Vorwürfe gegen das Institut bestätigen werden.

„Auch nach etwa zwei Monaten der Recherche haben wir keinerlei Hinweise auf ein Fehlverhalten der Bank oder unserer Mitarbeiter feststellen können“, sagte Vize-Chef und Rechtsvorstand Karl von Rohr am Freitag in Frankfurt mit Blick auf Durchsuchungen im Zusammenhang mit den „Panama Papers“.

Die Deutsche Bank hatte für die estnische Danske-Filiale, die im Zentrum des Geldwäsche-Skandalds steht, ein Großteil der verdächtigen Gelder abgewickelt. Das Frankfurter Geldhaus stellt sich auf den Standpunkt, man habe als sogenannte Korrespondenzbank keine Kenntnis der Danske-Kunden und ihrer Machenschaften gehabt und auch nicht haben müssen.

Die gesamten Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten des Frankfurter Instituts betrugen Ende des vergangenen Jahres 1,2 Milliarden Euro. Ende 2016 lag die Zahl noch bei 7,6 Milliarden Euro. „Neue Fälle dieser Größenordnung und dieses Risikos sind seit 2016 nicht hinzugekommen“, betonte von Rohr. „Das alles zeigt, dass wir heute viel besser und sicherer dastehen als noch vor drei Jahren.“

Laut Sewing gehe es nun darum, die nächsten Schritte zu tun: „Wir werden 2019 die Kosten weiter senken und gleichzeitig in Wachstum investieren. So werden wir unsere Profitabilität auch über das laufende Jahr hinaus substanziell steigern.“ Die Aktionäre sollen trotz des Gewinns nur eine stabile Dividende von 11 Cent je Aktie bekommen.

Die Deutsche Bank hat die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten im vergangenen Jahr deutlich reduziert. So seien 19 der 20 Fälle, die Anfang 2016 das größte finanzielle Risiko geborgen hätten, ganz oder teilweise beigelegt worden, teilte das Institut am Freitag mit. Neue Angelegenheiten in diesen Größenordnungen seien nicht hinzugekommen.

Die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten lagen Ende 2018 nach Angaben des Geldhauses bei 1,2 Milliarden Euro. Das waren 40 Prozent weniger als Ende 2017.

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