Geschäftszahlen Jains Sparte beschert Deutscher Bank Verlust

Bevor Anshu Jain als Co-Chef der Deutschen Bank antritt, hat sein Image als Geldmacher einen dicken Kratzer abbekommen: Das von ihm geleitete Investment-Banking hat dem Institut im Schlussquartal rote Zahlen eingebrockt.
Update: 02.02.2012 - 10:30 Uhr 7 Kommentare
Ein Gebäude der Deutschen Bank spiegelt sich in einem zerbrochenen Spiegel. Quelle: dapd

Ein Gebäude der Deutschen Bank spiegelt sich in einem zerbrochenen Spiegel.

(Foto: dapd)

Frankfurt/DüsseldorfDie Deutsche Bank hat Anleger mit einem Vorsteuerverlust von 351 Millionen Euro im Schlussquartal schockiert, nach einem Gewinn von 707 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Dafür verantwortlich ist ausgerechnet die Investmentbanksparte des designierten Instituts-Co-Chefs Anshu Jain. Sie erwirtschaftete im vierten Quartal wegen herber Einbußen im Anleihe- und Aktiengeschäft ein Minus von 422 Millionen Euro. Vor einem Jahr erzielte sie noch einen Gewinn von 603 Millionen.

Für Rechtsstreitigkeiten vor allem wegen umstrittener Hypothekengeschäfte in den USA legte Deutschlands größte Bank 380 Millionen Euro zurück, was das Ergebnis zusätzlich belastete. Damit hat auch das Bild von Chef-Investmentbanker Jain einen Kratzer bekommen. Der „indische Bond-Junkie“ war mit seiner Londoner Mannschaft in der Vergangenheit der Star im Konzern, regelmäßig lieferte er den Löwenanteil der Gewinne ab. Bis auf weiteres muss er sich nun mit weniger zufriedengeben. Im Gesamtjahr ging der Vorsteuergewinn seiner Sparte um mehr als 40 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro zurück. Vom Investment-Banking ist die Bank zum Leidwesen der Ratingagenturen nach wie vor sehr abhängig.

Jains Investmentbanker sprengen Ackermanns Abschiedsparty

Doch bei anderen europäischen Häusern, die in den nächsten Tagen mit ihren Zahlen folgen, dürfte sich ein ähnliches Bild zeigen. Experten von Credit Suisse schätzen, dass die Institute im Investment-Banking im vierten Quartal noch mal 15 Prozent weniger eingenommen haben als bereits im schwachen dritten Vierteljahr. Bei den großen US-Instituten betrug das Minus fünf Prozent. Die europäischen Häuser sind stärker am hiesigen Anleihe-Markt aktiv, wo in der zweiten Jahreshälfte so gut wie nichts mehr ging.

Auch wenn der Deutschen Bank wegen einer Steuergutschrift unter dem Strich ein Quartalsgewinn von 147 Millionen Euro blieb - ein Viertel des Wertes im Jahr zuvor - wirft das Ergebnis doch einen Schatten auf die Bilanz des scheidenden Chefs Josef Ackermann. Eigentlich wollte der Schweizer für 2011 einen Rekordgewinn von zehn Milliarden Euro vor Steuern präsentieren.

Tatsächlich erreicht hat er mit 5,4 Milliarden Euro lediglich gut die Hälfte. Das ist zwar über ein Drittel mehr als 2010, aber fast eineinhalb Milliarden Euro weniger als Analysten erwartet hatten. Unter dem Strich blieben dem Geldhaus 4,3 Milliarden Euro, dank Steuereffekten ein Plus von 86 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Aktionäre werden von der Steigerung nicht in Form einer höheren Dividende profitieren. Diese soll bei 0,75 Euro je Aktie bleiben.

Keine schnelle Besserung in Sicht
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7 Kommentare zu "Geschäftszahlen: Jains Sparte beschert Deutscher Bank Verlust"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ackermann

    Heute möchte ich den Kommentar von "brahmane" vorrangig empfehlen, weil er erkannt hat, worum es bei der Deutschen Bank bis Mai gehen wird. Brahmane, gut das Asset Management beobachten, siehe auch dazu www.institutional money.com und "the Times London".

  • GLORIA IN EXCELSIS DEO
    Den Artikel so voller Pathos hinzupinnen, donnerlütt, muß der Raum voller Weihrauch und Myrrhe gewesen sein.
    Gute Vorsätze sind ja nicht schlecht. Hätte da noch welche: Nie wieder sich eine Geburtstagsparty vom Bundeskanzleramt schenken lassen. Nie wieder Spielkasinos in Übersee kaufen. Nie wieder in solch erbärmlichen Ausmaß verantwortlich zocken lassen. Nie wieder einen Zocker zum Chef ..., ähh, ähh, .. blupp!

  • So ist das halt in der "Zockersparte". Mal gewinnt man, mal verliert man. Hauptsache der Bonus stimmt.
    Verloren ist ja das Geld der Anderen, bzw. verloren ist gar nichts. Es haben nur Andere!

  • @melitaz 422 Millionen Verlust vom Kronprinzen. Da freut sich aber der Kleinanleger: Besenrein geht er in sein Amt, der Kronprinz.
    Fein.

    Mal sehn was noch kommt.

  • @Moppelmännchen, so schwachsinnig wie Ihr Pseudonym ist Ihr Kommentar! Dr. Ackermann hat schon im Nov./Dez. 2011 angekündigt die Bank "besenrein" zu übergeben. nun wurde diese Massnahme umgesetzt, und schon beginnt das Geschrei!
    Die Bank hat Risikorückstellung gebildet, Abschreibungen auf Firmenwerte vorgenommen, die sich auf rund 1,8 Milliarden belaufen und trotzdem noch einen Gewinn von 4,3 Milliarden n.St. erwirtschaftet. Wo liegt also das Problem?
    Es ist schade, dass Dr. Ackermann sein Ziel nicht erreichen konnte, doch um die Deutsche Bank mache ich mir keine Sorgen!

  • Die Deutsche Bank geht ihren Weg, könnte man annehmen: Regierungen wechseln, Kunden wechseln, aber die Deutsche Bank bleibt: Mit oder ohne Konzentrationslager: die Deutsche Bank bleibt was sie ist: "Leistung aus Leidenschaft" mit 2% Verzinsung: die Deutsche Bank bleibt.

  • War doch zu erwarten nach den Abschreibungen. Die Katze ist aus dem Sack, jetzt gehts aufwärts.(Denke ich)

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