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Gesellschafter beraten sich Sal. Oppenheim sucht Geld

Der Privatbank Sal. Oppenheim droht die zweite Kapitalerhöhung binnen weniger Monate. Die Gesellschafter um Christopher von Oppenheim diskutierten am Wochenende auf einer Aktionärsverhandlung über die Lage der Bank. Die Bundesregierung hat das Institut ins Auge genommen und bereits Kontakt mit der Regierung in Luxemburg aufgenommen, wo Sal. Oppenheim seinen Hauptsitz hat.
Eingangsbereich von Sal. Oppenheim in Köln. Die Bank braucht erneut Kapital. Quelle: dpa

Eingangsbereich von Sal. Oppenheim in Köln. Die Bank braucht erneut Kapital.

(Foto: dpa)

BERLIN/FRANKFURT. Die Finanzkrise belastet die größte europäische Privatbank Sal. Oppenheim. Die Gesellschafter denken daher an weitere Schritte zur Stärkung des Eigenkapitals. Nach Informationen des Handelsblatts haben sich die Aktionäre am Wochenende getroffen, um die Lage zu besprechen. Gesellschafter Christopher von Oppenheim sagte der "Welt am Sonntag": "Über eine Kapitalerhöhung werden wir zu gegebener Zeit entscheiden."

Die Ratingagentur Fitch hatte ihre Bonitätsnote für die Bank jüngst von "A" auf "A-" gesenkt und mit einer weiteren Herabstufung gedroht, wenn die Bank ihr Kapital nicht erhöht. Derzeit beträgt die Kernkapitalquote von Oppenheim 10,7 Prozent und liegt damit weit über dem aufsichtsrechtlichen Minimum. Die Befürchtungen sind jedoch, dass die Bank weitere Belastungen etwa durch die Risikovorsorge für Kreditengagements verkraften muss.

Oppenheim hatte im vorigen Jahr einen Rekordverlust einstecken müssen. Die Gesellschafter hatten daraufhin das Kapital vor einem guten halben Jahr um 200 Mio. Euro erhöht. Zuletzt stand Oppenheim auch als Großaktionär des insolventen Handelskonzerns Arcandor im Licht der Öffentlichkeit.

In Finanzkreisen heißt es, die Ratingagentur Fitch habe ursprünglich an eine stärkere Herabstufung von Oppenheim gedacht. In der Bundesregierung wertet man die Fitch-Entscheidung als Zeitgewinn. "Für eine dauerhafte Stabilisierung der Bank sind weitere Schritte notwendig", hieß es in Regierungskreisen.

Die Bundesregierung hat die Bank daher intensiv im Blick. Die Bank betonte aber auf Anfrage: "Oppenheim hat keine Kenntnis von Gesprächen über die Bank und ist auch an keinen Gesprächen mit der Bundesregierung beteiligt." Ein Regierungssprecher wollte sich zu den Vorgängen nicht äußern.

In Berlin hieß es, der Bund habe Kontakt mit der Regierung in Luxemburg aufgenommen. Dort hat Oppenheim seit zwei Jahren den Hauptsitz. Berlin erwarte, dass Luxemburg einen Hilfsbeitrag leiste. Aus Sicht der Bundesregierung müsse Oppenheim aber zunächst versuchen, aus eigener Kraft das Bankhaus zu stärken. Dazu zähle außer einer weiteren Kapitalerhöhung die Suche nach einem Investor und der Verkauf von Assets, etwa der BHF-Bank. saf/bas/rob

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