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Gespräche über Bankenfusion Deutsche-Bank-Chef Sewing holt sich Mandat für Kontakte zur Commerzbank

Die Spekulationen über die Fusion der Großbanken reißen nicht ab. Sewing hat sich nun Kontakte zur Commerzbank von seinen Vorstandskollegen absegnen lassen.
Update: 09.03.2019 - 16:50 Uhr Kommentieren
Durch eine Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank entstünde das mit Abstand größte deutsche Geldhaus. Quelle: AP
Christian Sewing

Durch eine Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank entstünde das mit Abstand größte deutsche Geldhaus.

(Foto: AP)

FrankfurtDass sich der Vorstandschef der Commerzbank, Martin Zielke, und sein Kollege Christian Sewing von der Deutschen Bank regelmäßig treffen und dabei auch über einen möglichen Zusammenschluss der beiden Geldhäuser sprechen ist schon länger kein Geheimnis mehr. Neu ist allerdings, dass sich Sewing für diese inoffiziellen Kontakte in sehr kleiner Runde ein Mandat seiner Vorstandskollegen geholt hat.

Die Entscheidung des Deutsche-Bank-Vorstands sei aber bereits vor mehreren Wochen gefallen, heißt es in Finanzkreisen. Die Gespräche über eine mögliche Übernahme der Commerzbank durch die Deutsche Bank befänden sich noch in einem sehr frühen Stadium. Derzeit würden keine Verhandlungen geführt, die Kontakte zwischen den beiden Geldhäusern seien bislang nicht meldepflichtig.

Durch das Vorstandsmandat, über das zuerst die „Welt am Sonntag“ berichtete, sei keine neue Dynamik in die Kontakte gekommen. Die Aufsichtsräte beider Geldhäuser wurden nach Informationen des Handelsblatts bislang nicht über die Fusionsgespräche informiert und haben kein Mandat für offizielle Verhandlungen gegeben.

Durch eine Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank entstünde das mit Abstand größte deutsche Geldhaus. Im internationalen Vergleich wäre diese neue Bank aber immer noch ein Leichtgewicht. Viele Analysten und Investoren bezweifeln, dass aus zwei schwächelnden Banken ein solides Geldhaus entstehen kann.

Solche Zweifel plagen auch einige der einflussreichsten Aktionäre der Bank. Allerdings hat der US-Fonds Cerberus, der an beiden Banken beteiligt ist, nach Informationen des Handelsblatts seine Meinung geändert und befürwortet inzwischen eine Fusion.

Auch Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat immer wieder die Bedeutung einer starken deutschen Großbank betont. Der Bund ist seit einem Jahrzehnt an der Commerzbank beteiligt und hält derzeit noch gut 15 Prozent ihrer Anteile.

Noch Anfang Februar hatte sich Sewing kämpferisch gegeben: „Wir haben es selbst in der Hand.“ Zugleich hatte er mit Blick auf die Fusionsgerüchte gesagt: „Wir glauben an unseren Plan. Dafür müssen wir hart arbeiten. Und über alles andere mache ich mir keine Gedanken. Wir beteiligen uns an diesen Spekulationen nicht.“

In Berlin wächst die Furcht, dass beiden Banken neue Probleme drohen, sollte sich die Konjunktur empfindlich abkühlen. Das gilt insbesondere für die Deutsche Bank, die bereits jetzt mit höheren Refinanzierungskosten als die Konkurrenz kämpft. Eine Situation, die sich durch eine mögliche Verschlechterung der Bonitätseinstufung durch die Ratingagenturen noch verschlechtern könnte.

In den Frankfurter Zentralen der beiden Geldhäuser hält man sich zu den Gerüchten um einen näher rückenden Zusammenschluss bislang offiziell bedeckt. Die Spekulationen seien „verständlich“, hatte Commerzbank-Chef Martin Zielke zuletzt bei der Bilanzvorlage Mitte Februar gesagt: „Das ist etwas, das nicht neu ist. Es macht aber überhaupt keinen Sinn, solche Spekulationen zu kommentieren oder sich daran zu beteiligen.“

Sewing hatte sich noch Anfang Februar kämpferisch gegeben: „Wir haben es selbst in der Hand.“ Zugleich hatte er mit Blick auf die Fusionsgerüchte gesagt: „Wir glauben an unseren Plan. Dafür müssen wir hart arbeiten. Und über alles andere mache ich mir keine Gedanken. Wir beteiligen uns an diesen Spekulationen nicht.“

2018 hat die Deutsche Bank nach drei Verlustjahren in Folge wieder einen kleinen Gewinn erzielt. Allerdings hat Sewing auch knapp zwölf Monate nach seiner Amtsübernahme noch immer große Probleme die seit Jahren anhaltende Erosion der Erträge zu stoppen und umzukehren. Für dieses Jahr hat der Vorstandschef den Investoren eine Eigenkapitalrendite von vier Prozent versprochen. Ob Sewing dieses Ziel erreichen kann, wird sich nach Meinung vieler Experten bereits im ersten Quartal zeigen, traditionell das stärkste im Bankgeschäft.

Große internationale Banken wie JP Morgan haben allerdings bereits vor einem schwierigen Start ins Jahr gewarnt, und auch aus Kreisen der Deutschen Bank ist von einem herausfordernden Jahresbeginn die Rede. Im Schnitt gehen die Analysten zwar davon aus, dass das größte heimische Geldhaus 2019 zwar einen Gewinn von knapp einer Milliarde Euro erreichen wird, das würde aber nur für eine Eigenkapitalrendite von 1,7 Prozent reichen. Die Commerzbank kämpft ebenfalls bei der Umsetzung ihrer Strategie und musste ihre Ertragsziele bei der Vorlage der Bilanz für 2018 kassieren.

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