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Gewinne und Boni Europas „arme“ Banker

Längst hat sich im globalen Bankgeschäft eine Zweiklassengesellschaft etabliert. Das gilt nicht nur für die Gewinne, sondern auch für die Boni, die Erfolgsmaßstäbe. Ein Kommentar.
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Eine Lehre der neuen Umfrage: Investmentbanking macht – zumindest am Anfang – nicht unbedingt reich. Quelle: AFP
Blick aufs Londoners Bankenviertel

Eine Lehre der neuen Umfrage: Investmentbanking macht – zumindest am Anfang – nicht unbedingt reich.

(Foto: AFP)

Auch zehn Jahre nach der Finanzkrise ist der alljährliche Bonus für viele noch immer das entscheidende Maß für den Erfolg eines Investmentbankers. Die britische Internetseite Emolument.com hat daraus ein Geschäftsmodell gemacht: Sie befragt regelmäßig Banker in der Londoner City und bastelt daraus Tabellen, aus denen die Herren des Geldes dann ablesen können, ob sie bei der Konkurrenz nicht doch noch ein paar Pfund mehr einstreichen könnten.

Das Ergebnis der diesjährigen Umfrage unter 1640 Bankern nach Ende der Bonussaison bringt ein klares Ergebnis: Die US-Banken in der City zahlen klar besser als ihre europäischen Konkurrenten. Ein durchschnittlicher Banker im Rang eines Directors kam demnach im vergangenen Jahr bei einer europäischen Bank auf ein Gesamtgehalt von 254.000 Pfund, 90.000 Pfund davon entfielen auf den Bonus. Bei einer britischen Bank lag der durchschnittliche Bonus immerhin bei 115.000 Pfund und das Gesamtgehalt bei 285.000 Pfund. Deutlich besser schnitten die Directors der US-Banken in der City mit einem Grundgehalt von 174.000 Pfund und einem Bonus von 155.000 Pfund ab.

Das Ergebnis ist nicht besonders überraschend. Während die US-Banken die Finanzkrise schon lange hinter sich gelassen haben und längst wieder vor Kraft strotzen, kämpfen viele europäische Geldhäuser noch immer mit den Spätfolgen der Verwerfungen und stecken mitten im Umbau. Das zeigt sich auch in den Ergebnissen. Während der US-Bankriese JP Morgan im ersten Quartal 2017 6,5 Milliarden Dollar verdient hat, brachte es die Deutsche Bank gerade einmal auf 575 Millionen Euro. Kein Wunder, dass die Londoner JP Morgan-Banker mit einem Anteil von 28 Prozent am glücklichsten mit ihren Gehältern und Boni waren.

Mit diesen Boni binden Sie Mitarbeiter an sich
Mehr Netto vom Brutto
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Junge Unternehmen trumpfen bei seinen Angestellten selten mit der Höhe des Gehalts auf. Deshalb müssen Start-ups andere Wege finden, um ihre Identität als Arbeitgeber zu stärken – zum Beispiel durch Entgeltoptimierung. Dabei ersetzen oder ergänzen steuerfreie oder pauschal zu versteuernde und sozialversicherungsfreie Bausteine das bisherige Gehalt. Die Folge: Der Mitarbeiter hat mehr von seinem Lohn, der Vorgesetzte generiert Finanzierungsbudgets für personalpolitische Maßnahmen aus seinen Ersparnissen bei den Lohnnebenkosten. Dennis Meurer, geschäftsführender Gesellschafter der Vermögensberatung Investwerk, hat für die Fachzeitschrift StartingUp die besten Anreize („Incentives“) zusammengestellt.

(Foto: dpa)
Shopping-Karten
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Dem Mitarbeiter werden monatlich maximal 44 Euro auf eine Kreditkarte geladen, mit der er weltweit einkaufen kann. Das Guthaben kann nicht überzogen werden, es verfällt aber auch nicht. Einzige Einschränkung: Der Arbeitnehmer kann sich das Geld nicht auszahlen lassen. Meurer zufolge steigert sich die Netto-Auszahlung gegenüber einer klassischen Auszahlung aus dem Brutto um bis zu 50 Prozent.

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Essens-Scheck
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Arbeitnehmer bekommen von ihrem Chef einen Papierzettel mit einem Barcode, den sie in Restaurants, Supermärkten, beim Bäcker oder Metzger einlösen können. Den Scheck darf der Mitarbeiter ausschließlich für Lebensmittel benutzen. Tabak oder Alkohol sind tabu. Für die Verpflegung von Mitarbeitern hat der Fiskus Sachbezugswerte festgelegt: Ein Mittagessen liegt derzeit bei 3,17 Euro pro Tag. Dieser Betrag ist steuer- und sozialversicherungspflichtig. Der Scheck darf höchstens 3,10 Euro höher ausfallen als der Sachbezugswert für das Mittagessen. Sprich: Er darf maximal 6,27 Euro pro Tag betragen.

(Foto: dpa - picture-alliance)
Telekommunikationszuschüsse
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Der Arbeitgeber hat die Möglichkeit, sowohl die Internetnutzung seines Mitarbeiters pauschal zu fördern als auch dessen monatliche Handy-Abrechnung zu übernehmen. Der monatliche Maximalwert der Internetpauschale beträgt 50 Euro.

(Foto: obs)
Smartphone-Subventionierung
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Wer hat nicht gerne das neueste Smartphone? Auch hierbei kann der Arbeitgeber seine Mitarbeiter unterstützen und die Anschaffung übernehmen – beziehungsweise über die Entgeltumwandlung subventionieren.

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Erholungsbeihilfe
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Im Bereich der alternativen Vergütung ist die Erholungsbeihilfe laut Meurer der älteste Baustein. Lange vor den heutigen Urlaubsgeldern hat der frühere Reichskanzler Otto von Bismarck diese Zahlung eingeführt, damit der Mitarbeiter zeitnah zu seinem Urlaub auch finanzielle Unterstützung bekommen kann. Dem Karriereportal Hauf zufolge besteht heutzutage die Möglichkeit, die Beihilfe mit 25 Prozent pauschal zu versteuern, was zur Folge hat, dass sie sozialversicherungsfrei ist. Voraussetzung ist, dass die Erholungsbeihilfe in einem Kalenderjahr nicht den Maximalbetrag von 156 Euro pro Arbeitnehmer, 104 Euro für dessen Ehegatten sowie 52 Euro pro Kind übersteigt.

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Kindergarten-Kosten
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Der Arbeitgeber darf die Kindergartengebühren für den Nachwuchs seiner Mitarbeiter teilweise oder in voller Höhe übernehmen, ohne dass dafür Steuern oder Sozialabgaben anfallen. Vorausgesetzt, der Vorgesetzte übernimmt die Zahlung zusätzlich zum herkömmlichen Lohn.

(Foto: dpa)

Aus der Emolument-Umfrage lassen sich aber noch zwei weitere Lehren ziehen. Die erste: Investmentbanking macht nicht unbedingt reich, zumindest nicht am Anfang. Jung-Banker im Rang eines Analysts brachten es im vergangenen Jahr bei einer europäischen Bank auf ein Gesamtgehalt von 57.000 Pfund und auch bei den US-Banken wuchsen mit durchschnittlichen 78.000 Pfund die Bonus-Bäume nicht in den Himmel.

Die zweite Lehre lautet: Der Bonus allein macht auch Investmentbanker nicht glücklich. Obwohl die Deutsche Bank ihre Prämien im vergangenen Jahr drastisch zusammengestrichen hat, waren immerhin 25 Prozent der Banker zufrieden mit ihrem Gehalt, nur drei Prozent weniger als bei JP Morgan und sechs Prozent mehr als beim Wall-Street-Riesen Citi. Die US-Bank Goldman Sachs konnte sogar nur 16 Prozent ihrer Banker monetär glücklich machen.

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