Gewinnsprung Postbank profitiert von Sparmaßnahmen

Die Postbank hat im ersten Halbjahr 2012 die die griechischen Staatsanleihen abbauen können. Der Gewinn der Deutschen-Bank-Tochter steigt aber auch stark an, weil beim Personal gespart wurde.
Update: 10.08.2012 - 10:42 Uhr 3 Kommentare
Das Logo der Postbank hängt über dem Eingang einer Filiale in Düsseldorf. Quelle: dpa

Das Logo der Postbank hängt über dem Eingang einer Filiale in Düsseldorf.

(Foto: dpa)

BonnDie Deutsche Postbank stemmt sich gegen die Folgen von niedrigen Zinsen und der geringen Lust der Kunden auf Anlagen am Kapitalmarkt. Für den deutlichen Gewinnanstieg auf 174 (Vorjahr: 98) Millionen Euro im ersten Halbjahr 2012 war der Wegfall von Einmaleffekten verantwortlich.

Zum einen schlug sich darin der Abbau der griechischen Staatsanleihen im Portfolio nieder, die ein Jahr zuvor noch 186 Millionen Euro Abschreibungen verursacht hatte, wie die Postbank am Freitag in Bonn mitteilte. Nun ist die Tochter der Deutschen Bank die Papiere komplett los. Zum anderen hatte sie im vergangenen Jahr 155 Millionen Euro für den geplanten Arbeitsplatz-Abbau und Altersteilzeit-Regelungen zurückgelegt.

Das ließ den Kostenblock im ersten Halbjahr um zehn Prozent sinken, ohne den Sondereffekt wäre der Verwaltungsaufwand um drei Prozent zurückgegangen. Das wog den rückläufigen Zins- und Provisionsüberschuss auf. Vorstandschef Frank Strauß räumte ein, dass die Postbank wegen der riesigen Spareinlagen ihrer Kunden besonders mit den niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt zu kämpfen habe.

Spar- und Tagesgelder hatten Ende Juni ein Volumen von 55 Milliarden Euro. „Wir reagieren darauf mit einem Ausbau unseres Kundenkreditgeschäfts, strenger Kostendisziplin und dem weiteren Abbau von Kapitalmarktrisiken.“ Die Postbank hatte sich vor der Finanzkrise große Positionen letztlich toxischer Papiere in die Bücher gelegt, die sie seither loswerden will.

Strauß bekräftigte das Ziel, in diesem und in den folgenden Jahren „deutlich positive Ergebnisse“ zu erwirtschaften. Die Integration in die Deutsche Bank geht unterdessen weiter. Die zum Branchenprimus gehörende Norisbank ist seit 1. August nur noch online aktiv, ihre 400 Filial-Mitarbeiter sind zur Postbank gewechselt. Das Fondsmanagement der Postbank soll noch in diesem Quartal an die Deutsche-Bank-Tochter DWS gehen. Die Bilanzsumme der Postbank lag zum 30. Juni mit 196,5 Milliarden Euro um 400 Millionen Euro über dem Vorjahreswert.

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Größte Verlierer: Platz 6 – IKB Deutsche Industriebank

Die IKB blickt auf eine lange Geschichte zurück. Sie wurde 1924 als Bank für Industrie-Obligationen (Bafio) gegründet und mit der Abwicklung der Reparationszahlungen betraut. In der Finanzkrise geriet die Bank im Juli 2007 in eine massive Schieflage. Ursprünglich war die IKB auf Finanzierungen für Mittelständler spezialisiert, hatte sich dann aber mit US-Hypotheken verspekuliert. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und die Bankenverbände schnürten ein Milliarden-Rettungspaket. Von der KfW wurde die IKB im August 2008 an den Finanzinvestor Lone Star verkauft. Seitdem wird die Bank saniert, Lone Star sucht seit 2010 einen Käufer. Die IKB schreibt tiefrote Zahlen, im Jahr 2011 ist die Bilanzsumme wieder einmal stark geschrumpft.

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Größte Verlierer: Platz 5 – Commerzbank

Die zweitgrößte deutsche Bank wurde 2009 teilverstaatlicht. Die Staatshilfe wurde von der EU-Kommission nur genehmigt, wenn die Bilanzsumme der Commerzbank verkleinert wird. Bis Ende 2014 muss sie auf 600 Milliarden Euro schrumpfen. Coba-Chef Martin Blessing (Bild) zeigt es an: Daher ging die die Bilanzsumme auch im vergangenen Jahr noch einmal stark zurück. Das 600-Milliarden-Euro-Ziel ist fast erreicht.

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Entwicklung: minus 12,27 Prozent

WestLB
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Größte Verlierer: Platz 4 – WestLB

Die Westdeutsche Landesbank ist seit dem 1. Juli 2012 Geschichte. Die ehemals größte Landesbank Deutschlands wurde auf Druck der EU-Kommission zerschlagen. Die Gesellschaft Portigon führt die Geschäfte weiter, in der Ersten Abwicklungsanstalt (EAA) werden die Altlasten abgebaut. Im letzten kompletten Geschäftsjahr ging die Bilanzsumme der WestLB schon deutlich auf rund 170 Milliarden Euro zurück.

Bilanzsumme (2011): 167,91 Milliarden Euro

Entwicklung: minus 12,33 Prozent

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Größte Verlierer: Platz 3 – Düsseldorfer Hypothekenbank

Die Düsseldorfer Hyp geriet wie andere auch in der Finanzkrise in Schwierigkeiten. Tochtergesellschaften des Einlagensicherungsfonds und des Prüfungsverbandes übernahmen Anteile, später ging die Bank wie die IKB an den Finanzinvestor Lone Star. Das Institut ist auf Pfandbriefe spezialisiert, zu den Kunden zählen Staaten, Kommunen und öffentlich-rechtliche Banken. Lone Star hat auch die Düsseldorfer Hyp zum Verkauf gestellt. Im vergangenen Geschäftsjahr ist die Bilanzsumme um fast ein Fünftel geschrumpft.

Bilanzsumme (2011): 16,62 Milliarden Euro

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BHF_Bank
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Größte Verlierer: Platz 2 – BHF-Bank

Die BHF-Bank entstand 1970 als Berliner Handels- und Frankfurter Bank, bis 2004 gehörte sie zur niederländischen ING-Gruppe. Danach wurde Sal. Oppenheim Alleinaktionär der BHF-Bank. 2010 wurde Sal. Oppenheim von der Deutschen Bank übernommen – und damit auch die BHF. Seitdem will die Deutsche Bank die BHF-Bank verkaufen. Im vergangenen Jahr ist die Bilanzsumme um mehr als ein Viertel zurückgegangen und liegt jetzt unter zehn Milliarden Euro.

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Größte Verlierer: Platz 1 – Deutsche Pfandbriefbank

Die Deutsche Pfandbriefbank (PBB) hat im vergangenen Jahr mehr als 40 Prozent ihrer Bilanzsumme eingebüßt. Und das ist in diesem Fall auch nicht unbedingt schlecht. Denn die PBB ist ein Teil-Nachfolger der Hypo Real Estate (HRE), die in der Finanzkrise mit Milliarden Euro an Steuergeldern gerettet werden musste. Bis 2015 muss die verstaatlichte Immobilienbank wieder privatisiert werden. Das hat die EU bei der Genehmigung der Rettungshilfe festgeschrieben. Wie die Privatisierung vonstatten gehen soll, ist noch offen. Die Altlasten der HRE werden derweil in der Bad Bank FMS Wertmanagement abgewickelt.

Bilanzsumme (2011): 108,78 Milliarden Euro

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DVB_Bank
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Größte Gewinner: Platz 6 – DVB Bank

Die DVB Bank ist auf Verkehrsfinanzierungen wie die Schiffsfinanzierung spezialisiert und gehört zur DZ-Gruppe, dem Dach-Institut der Volks- und Raiffeisenbanken. Trotz der Krise in der internationalen Schifffahrt geht es der Bank gut. Im vergangenen Geschäftsjahr hat die DVB Bank auch bei der Bilanzsumme zulegen können und gehört zu den Gewinner unter den deutschen Kreditinstituten.

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Entwicklung: plus 14,05 Prozent

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3 Kommentare zu "Gewinnsprung: Sparmaßnahmen machen sich für Postbank bezahlt"

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  • Dem kann ich zustimmen

    Seit ca. zwei Jahren wird überall gespart. Der Service ist sehr schlecht (geworden).

    Eigentlich will man, dass der Kunde alles Online macht. Aber zahlt..

    Finger weg....

  • Die griechischen Staatsanleihen wurden doch bestimmt von der EZB aufgekauft....

    Schönen Tag noch
    Landshark

  • Das System ist einfach: keinerlei Service, dafür aber erhöhte Kosten ... Sucht Euch eine andere Bank !

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