Giro- und Tagesgeldkonten Hamburger Sparkasse führt Strafzinsen ein

Die Hamburger Sparkasse bittet zur Kasse: Das Institut verlangt von Privatkunden einen Ausgleich für die Minuszinsen der Europäischen Zentralbank.
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„Wenn Kunden größere Mengen Bargeld auf Giro- oder Tagesgeldkonten verwahren, kostet dies die Haspa Tag für Tag sehr viel Geld.“ Quelle: dpa
Hamburger Sparkasse

„Wenn Kunden größere Mengen Bargeld auf Giro- oder Tagesgeldkonten verwahren, kostet dies die Haspa Tag für Tag sehr viel Geld.“

(Foto: dpa)

FrankfurtAb September will die Hamburger Sparkasse (Haspa) privaten Kunden für Einlagen von mehr als 500.000 Euro einen Strafzins von 0,4 Prozent berechnen. Das gilt für Giro- und Tagesgeldkonten. Die nach der Berliner zweitgrößte deutsche Sparkasse reagiert damit auf die Europäische Zentralbank (EZB), die den Banken ihrerseits Negativzinsen in Rechnung stellt, die kurzfristig Geld parken.

Der Schritt der Haspa ist grundsätzlich nicht überraschend, wohl aber der Zeitpunkt. So verlangen derzeit gut ein Dutzend Geldhäuser Strafzinsen für hohe private Einlagen, wie die Vergleichsportale Biallo und Verivox angeben.

Allerdings berechnen die Kreditinstitute, vor allem genossenschaftliche, den Negativzins meist schon seit mehr als einem Jahr, und inzwischen hat die EZB eine schrittweise Normalisierung ihrer Geldpolitik angekündigt.

Für Aufsehen hatte im Sommer 2016 die kleine Raiffeisenbank Gmund am Tegernsee gesorgt, die als Erste ein Verwahrentgelt für privates Giro- und Tagesgeld für Beträge von mehr als 100.000 Euro forderte.

Bei hohen Einlagen von Firmen und Großinvestoren veranschlagen sehr viele Banken ebenfalls Negativzinsen. Das gilt bei der Haspa künftig ab 250.000 Euro, wie die „Hamburger Morgenpost“ als Erste berichtete.

„Wenn Kunden größere Mengen Bargeld auf Giro- oder Tagesgeldkonten verwahren, kostet dies die Haspa Tag für Tag sehr viel Geld“, erklärt die Sparkasse. Die Belastungen durch die niedrigen Zinsen hätten zuletzt jährlich „hohe zweistellige Millionenbeträge“ ausgemacht. Es gibt aber auch Geldhäuser, die wieder Abstand vom Strafzins nehmen: Ausgerechnet die Hamburger Volksbank verzichtet darauf seit dem Frühjahr.

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