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Gleichberechtigung am Arbeitsplatz Die Wall Street hat Angst vor #MeToo – Ein Investmentbanker findet das übertrieben

US-Finanzmanager fürchten sich: Bloß keine falsche Beschuldigung einer Kollegin riskieren! Hallo? Bei #MeToo geht es doch nur um Fairness, sagt ein Investmentbank-Chef.
Update: 14.12.2018 - 02:49 Uhr Kommentieren
Sexuelle Belästigung? Ein Chef erklärt in einem Büro seiner Mitarbeiterin eine Aufgabe. Quelle: dpa
Bitte nicht anfassen!

Sexuelle Belästigung? Ein Chef erklärt in einem Büro seiner Mitarbeiterin eine Aufgabe.

(Foto: dpa)

New York Allein mit einer Frau im Aufzug? Schnell wieder raus, auch wenn es die falsche Etage ist. Zu zweit im Konferenzzimmer oder - noch schlimmer - beim Mittagessen? Am besten Kollegen dazurufen oder früher gehen. Gar mit einer Kollegin alleine auf Dienstreise? Scheinbar der Supergau, dem sich gestandene Wall-Street-Männer am liebsten gar nicht erst mehr stellen wollen.

So und ähnlich haben sich zumindest vor kurzem 30 leitende Angestellte, meist anonym, in einem Artikel von Bloomberg News geäußert - unter dem vielsagenden Titel „Wall Street-Regel für die #MeToo-Ära: Frauen um jeden Preis meiden“. Einige haben demnach Gefühl, sie liefen auf „Eierschalen“ und fürchteten ständig eine „falsche Anschuldigung“. Es grassiert die Angst vor #MeToo. Eine absolut unangemessene und enttäuschende Reaktion auf die Entwicklungen im Jahr 2018, findet Richard Handler, langjähriger Investmentbank-Chef, in einem Firmen-Memo.

„Was uns ärgert, ist die gedankenlose, paranoide und grundsätzlich falsche Reaktion, die viele Menschen in unserer Branche über die #MeToo-Bewegung und viele andere Anstrengungen zur Gewährleistung von Fairness und Anstand am Arbeitsplatz zum Ausdruck bringen“, schrieb Handler, der seit 2001 Jefferies (JEF) leitet.

Ende 2018 gehe es nicht nur um die schmerzhafte Marktvolatilität und den Zusammenbruch von Vermögenswerten. Die Märkte würden abebben und fließen, und die Investitions- und Investitionszyklen seien so natürlich wie die Rotation der Erde. Wirklich enttäuschend seien aber die Ansichten männlicher Finanzdienstleister.

Frauen wollen im Beruf das Gleiche wie Männer

„Viele Dinge im Leben sind kompliziert oder haben Nuancen, die ernsthafte Analysen, Debatten und komplizierte Entscheidungen erfordern. Einige Dinge im Leben sind offensichtlich, unkompliziert und kristallklar. Unserer Meinung nach fällt dieses Thema in die letztere Kategorie“, schrieb Handler. „Wenn Sie nicht wissen, wie Sie sich als verantwortungsbewusster, höflicher und ausgeglichener Mensch verhalten sollen, liegt der Fehler ausschließlich bei Ihnen und nicht in einem angeblich fehlerhaften System, das die Unschuldigen verführen soll.“

Er wies zudem darauf hin, dass berufstätige Frauen die gleichen Dinge wie berufstätige Männer wollen, dazu gehöre „Verantwortung, Herausforderung, Erfüllung, Karriereentwicklung, faire und gerechte Vergütung und Belohnungen, Führungsmöglichkeiten und die Chance, etwas zu tun, was ihnen Spaß macht.“

Männer, die die obigen Zitate geäußert haben (oder in einer ähnlichen Weise denken), versuchen absichtlich, ein unangebrachtes Verhalten zu verteidigen, indem sie argumentieren, Frauen würden fälschlicherweise Männer wegen schlechten Benehmens beschuldigen, schrieb Handler und fügte hinzu: „Ernsthaft? Haben Sie Schwestern, Töchter, Freundinnen, Ehefrauen oder Mütter und haben Sie jemals mit ihnen gesprochen?“

Er stellte fest, dass seine eigene Firma „weit davon entfernt ist, perfekt zu sein“ und in der ganzen Branche, müsse „mehr Arbeit getan werden“, um „gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen“.

„Es gibt keine Entschuldigung, um jemanden aufgrund seines Geschlechts von Geschäftsessen, Meetings auf höchster Ebene, Präsentationen, Mentoring oder Reisen auszuschließen“, schrieb Handler. „Für die“ Besten und Klügsten“, die wir nur in Bezug auf Fähigkeiten und Kompetenzen definieren, ist es immer angemessen, vollen Zugang zu allen Erfahrungen zu haben, die unser Geschäft und ihre Karriere am besten voranbringen.“

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