Goldman Sachs Eine Million weniger für Lloyd Blankfein

Das Jahresgehalt von Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein ist im vergangenen Jahr um eine Million US-Dollar auf 22 Millionen US-Dollar gesunken. Die Chefs von JP Morgan oder Morgan Stanley haben hingegen mehr kassiert.
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Das Jahresgehalt von Bankenchef Lloyd C. Blankfein ist im vergangenen Jahr um eine Million US-Dollar gesunken. Quelle: AFP
Goldman Sachs

Das Jahresgehalt von Bankenchef Lloyd C. Blankfein ist im vergangenen Jahr um eine Million US-Dollar gesunken.

(Foto: AFP)

New YorkDas erste Halbjahr 2016 lief für Goldman Sachs nicht gut, weil die Märkte einbrachen. Das hinterlässt eine Spur im Jahresgehalt von Lloyd Blankfein: Es sank gegenüber 2015 um eine Million Dollar auf 22 Millionen Dollar. Weil der Bankchef 2015 einen Sonderbonus von sieben Millionen Dollar bekommen hatte, der sich auf acht Jahre bezog, lagen seine gesamten Bezüge 2016 deutlich niedriger als im Vorjahr.

Geändert hat sich auch die Zusammensetzung: Eine Sonderzahlung für mehrere Jahre wird es künftig nicht mehr geben. Investoren hatten sich beschwert, diese Art der Bezahlung sei zu intransparent. Außerdem sei der Bar-Anteil bei Blankfeins Gehalt von 30 auf 20 Prozent gesenkt worden. Der Rest bestehe aus Aktien, die in Abhängigkeit vom Erfolg gewährt werden.

Die Mächtigen von Goldman Sachs
Gary Cohn
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Wer es an die Spitze von Goldman Sachs schafft, hat als Banker kaum noch Luft zur Karriere-Verbesserung. Der nächste logische Schritt? Die Politik. Diesen Weg geht nun Gary Cohn, die Vize-Chef der US-Investmentbank. Donald Trump hat ihn zu seinem wichtigsten Wirtschaftsberater ernannt. Cohn wird fortan den Nationalen Wirtschaftsrat („National Economic Council”) leiten. Übrigens ist er nicht der einzige Goldjunge, dem Donald Trump die Türen in die Politik öffnete.

Steve Mnuchin
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Der designierte Finanzminister der Trump-Regierung ist Steve Mnuchin. Er arbeitete 17 Jahre lang bei Goldman Sachs. Anschließend leitete er einen Hedgefonds. Die Investmentbank scheint ein solides Karrieretreppchen für künftige Finanzminister zu sein – Mnuchin ist der dritte Goldjunge, der seit den Neunzigern für den Job berufen wurde. Bill Clinton hatte Robert Rubin berufen, George W. Bush sich für Hank Paulson entschieden.

Steve Bannon
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Als rechter Hardliner machte sich Steve Bannon einen Namen. Seine Internetseite „Breitbart” gibt Ultrarechten eine Meinungsplattform. Sein Kommunikationstalent kam dem ehemaligen Goldman-Banker zugute – als Wahlkampfstratege verhalf er Trump zum Sieg. Im Januar 2917 wurde er Chef-Berater Trumps, hat seitdem aber mit einigem Machtverlust zu kämpfen.

Jose Manuel Barroso
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Ein Wechsel geht auch in die umgekehrte Richtung, wie der Fall des EU-Politikers Jose Manuel Barroso zeigt. Der frühere Präsident der Europäischen Kommission wird „Non-Executive Chairman“ bei der in London sitzenden Tochter Goldman Sachs International. Seine Funktion: Er soll dem Elite-Geldhaus bei der Beratung von Kunden helfen.

Anders Fogh Rasmussen
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Vor Barroso machte ein der hochrangigsten Sicherheitspolitiker des Westens die gleiche berufliche Umorientierung: Anders Fogh Rasmussen. Erst dänischer Regierungschef, dann bis 2014 Generalsekretär der Nato. Auch er ist ein gutes Beispiel dafür, dass die Personalrochaden bei der amerikanischen Bank in beide Richtungen gehen. Rasmussen arbeitet als Berater für Goldman Sachs.

Robert Zoellick
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Robert Zoellick ist Träger des Bundesverdienstkreuzes: Als Mitarbeiter des US-Außenministeriums war er Chefunterhändler der Zwei-Plus-Vier-Verhandlungen zur deutschen Wiedervereinigung. Später arbeitete er unter anderem im Weißen Haus, bei der staatlichen Immobilienbank Fannie Mae und als Berater für die Investmentbank Goldman Sachs.

Unter US-Präsident George W. Bush kümmerte er sich um die Positionen der Regierung zum Welthandel und trat 2006 wieder in die Dienste von Goldman Sachs. Von Mitte 2007 bis Ende 2012 war er dann Präsident der Weltbank. Im Oktober 2013 gab Goldman Sachs bekannt, dass Zoellick Vorsitzender des internationalen Berater-Direktoriums der Bank werde. Das Gremium sondiere für Goldman-Kunden weltweit Geschäfts- und Investitionsmöglichkeiten.

Mario Draghi
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Als Chef der Europäischen Zentralbank hat der Italiener Mario Draghi den Höhepunkt seiner Karriere erreicht. Draghi hat eine lange Laufbahn als Geldverwalter hinter sich. Von 2006 bis 2011 war er Chef der italienischen Notenbank Banca d'Italia. Auch bei Goldman Sachs brachte er es weit: Von 2002 bis 2005 war er Vizepräsident bei Goldman Sachs in London. Er war damit Partner und hielt Aktien der Bank.

Zum Vergleich: Jamie Dimon, der Chef von JP Morgan, hat 2016 insgesamt 28 Millionen bekommen, eine Million mehr als im Jahr zuvor. Bei James Gorman von Morgan Stanley stieg das Gehalt deutlich auf 22,5 Millionen und liegt damit sogar leicht über dem von Blankfein. Brian Moynihan von der Bank of America bekam 20 Millionen, was einer Erhöhung um ein Viertel entsprach. Michael Corbat von der Citigroup musste hingegen eine deutliche Kürzung auf 15,5 Millionen Dollar hinnehmen.

Bei Wells Fargo ging der Chef John Stumpf wegen eines Skandals aus dem Vertrieb. Nach einer Aufstellung der Researchfirma Morningstar verdiente er 2016 trotzdem mit 21 Millionen Dollar etwas mehr als im Vorjahr. Sein Nachfolger Tim Sloan hat sein Gehalt ebenfalls gesteigert, von elf auf 13 Millionen Dollar.

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