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Goldman-Sachs-Umfrage Versicherer fürchten Rezession und Ausfälle bei Schuldtiteln

Die Angst vor einer abkühlenden Konjunktur und Kreditausfällen treibt die globalen Versicherer um. Investments in Aktien und Private Equity nehmen zu.
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Jeweils rund 40 Prozent der Versicherungsmanager rechnen für 2020 oder 2021 mit einer wirtschaftlichen Abkühlung. Quelle: dpa
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Jeweils rund 40 Prozent der Versicherungsmanager rechnen für 2020 oder 2021 mit einer wirtschaftlichen Abkühlung.

(Foto: dpa)

Frankfurt Was fürchten die globalen Versicherungsmanager am meisten in diesen Tagen? Die Antwort weiß Goldman Sachs Asset Management (GSAM), der Vermögensverwalter der gleichnamigen US-Bank. Danach zählt eine Konjunkturabkühlung beziehungsweise eine Rezession der US-Wirtschaft für 35 Prozent der befragten Manager zu den größten makroökonomischen Risiken.

Im vergangenen Jahr waren es nur 24 Prozent. Dagegen sind die Ängste bezüglich einer höheren Inflation und einer geldpolitischen Straffung in den Hintergrund getreten. „Besonders markant ist die Meinungsänderung bezüglich der Inflationsrisiken. Nur noch 27 Prozent der befragten Manager haben Bedenken wegen einer anziehenden Teuerungsrate in den nächsten drei Jahren. 2018 waren es noch 74 Prozent. Das hängt natürlich auch mit den Rezessionserwartungen zusammen. Jeweils rund 40 Prozent der Manager rechnen für 2020 oder 2021 mit einer wirtschaftlichen Abkühlung“, erläutert Volker Anger, der bei GSAM das Geschäft mit Versicherern im deutschsprachigen Raum verantwortet.

Bezüglich ihrer Anlagen haben die Portfoliomanager in den Versicherungsunternehmen die größte Furcht vor Ausfällen bei Schuldtiteln. „Große Sorgen bereitet den Investoren das Ende des laufenden Kreditzyklus. Es gibt Bedenken, die Herabstufungen von Schuldtiteln und Forderungsausfälle könnten deutlich zunehmen in einem möglichen Konjunkturabschwung.

Weltweit sehen 38 Prozent der Manager hier die größten Risiken bei ihren Investments“, erläutert Anger. Bei den Renditeerwartungen stehen Investments in Private Equity, also außerbörsliche Beteiligungen, ganz oben auf der Liste. 43 Prozent erwarten hier die höchsten Renditen, gefolgt von US-Aktien mit 42 Prozent und den Aktien aus Schwellenländern mit 38 Prozent.

Dabei werden Indexfonds auch für Versicherer immer wichtiger. Die wenigsten Profis – 38 Prozent der Befragten – erwarten Toprenditen bei den kurzfristigen Geldmarktpapieren und der Cash-Haltung. Etwas höher sind die Werte für Staatsanleihen und Rohstoffe.

Obwohl es bei Private Equity einen Berg an nicht investiertem Kapital gibt, will gut ein Drittel die Investments hier aufstocken. Das ist ein Trend, dem beispielsweise auch der größte deutsche Lebensversicherer, Allianz Leben, folgt. In den kommenden Jahren will die Allianz mehr und mehr Geld ihrer deutschen Kunden in Aktien und alternative Investments stecken.

Die Aktienquote soll in den nächsten drei bis vier Jahren von aktuell zehn Prozent auf 13 bis 18 Prozent steigen, wie Allianz-Leben-Chefanleger Andreas Lindner betonte. Ein Drittel des Geldes soll in alternative Anlagen wie erneuerbare Energien, Private Equity, Immobilien und in Infrastrukturprojekte fließen.

Hinzu kommen dann noch jeweils 25 Prozent in Unternehmensanleihen und weitere 25 Prozent in Staatstitel, die traditionell wegen ihrer großen Sicherheit und stabiler Einnahmen zu den Kerninvestments von Versicherungen gehören. Von Pfandbriefen, einst einem der zentralen Anlageprodukte der Lebensversicherungen, will sich der Konzern dagegen weitgehend verabschieden.

Ebenfalls zum Megatrend entwickelt sich laut GSAM-Experte Anger die Berücksichtigung der sogenannten ESG-Kriterien bei den Versicherungsmanagern in Europa. 83 Prozent wollten Umwelt- und Sozialkriterien sowie die Grundsätze einer guten Unternehmensführung bei den Anlagen einbeziehen. 2018 waren nur 42 Prozent davon überzeugt. Immer häufiger stellen Kunden Fragen zu Green Bonds und Nachhaltigkeitsthemen.

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