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Goldman Sachs und 1MDB Justizbeamter und Rapper in Skandal um malaysischen Staatsfonds verstrickt

Der dubiose Geschäftsmann Jho Low soll versucht haben, Einfluss auf die Untersuchung der US-Justiz zu nehmen. Auch Goldman leidet weiter unter dem Skandal.
Update: 03.12.2018 - 03:53 Uhr Kommentieren
Das Logo von 1MDB (1 Malaysia Development Berhad) im malaysischen Kuala Lumpur. Quelle: AP
Skandal um malaysischen Staatsfonds

Das Logo von 1MDB (1 Malaysia Development Berhad) im malaysischen Kuala Lumpur.

(Foto: AP)

New YorkDer Betrugsskandal um den malaysischen Staatsfonds 1MDB weitet sich aus. Ein Mitarbeiter des US-Justizministeriums und der Rapper Prakazrel (Pras) Michel, der einst zur Band „Fugees“ gehörte, sollen versucht haben, die Untersuchung der US-Justiz zu beeinflussen. Das geht aus einer Klage hervor, die das Ministerium am Freitag in Washington DC einreichte.

Der Mitarbeiter, George Higginbotham, hat sich bereits schuldig bekannt. Er sei ein Verbindungsmann zwischen dem Ministerium und dem Kongress gewesen und habe keine Rolle in der Untersuchung des Betrugsfalls in Malaysia gespielt, hieß es.
Die beiden haben laut Klageschrift im Auftrag des malaysischen Geschäftsmanns Jho Low gehandelt. Der 36-Jährige gilt als Architekt des Betrugsskandals, bei dem mehr als 2,7 Milliarden Dollar aus dem Staatsfonds 1MDB abgezweigt wurden. Zwei Manager der Investmentbank Goldman Sachs haben ihm dabei geholfen, wie aus einer separaten Klage des Justizministeriums hervorgeht. Der Deutsche Tim Leissner hat sich ebenfalls bereits schuldig bekannt.

Low soll den Rapper und den Mitarbeiter des Ministeriums beauftragt haben mehr als 73 Millionen Dollar in die USAeinzuschleusen und damit das Justizministerium dazu zu bewegen, die Untersuchung gegen 1MDB fallen zu lassen. Michael und Higginbotham sollen dazu vier Konten bei Morgan Stanley, Wells Fargo und Citibank eröffnet und falsche Angaben über die Herkunft des Geldes gemacht haben, wie aus der Klageschrift hervorgeht. Das Justizministerium hat angekündigt, die Gelder zu beschlagnahmen.

Michel gilt als Freund von Low, der für seine ausschweifenden Partys und seine Nähe zu Musik- und Filmstars bekannt ist. Ein Teil des aus dem Staatsfonds entwendeten Geldes floss den Ermittlern zufolge auch in die Produktion des Kinofilms „Wolf of Wall Street“.

„Korruption ist oft die Wurzel von Bedrohungen der Nationalen Sicherheit, Terrorismus und anderen Straftaten und wir werden niemanden tolerieren, der versucht, unser Finanzsystem auszunutzen“, sagte der zuständige FBI-Direktor William Sweeney. Das Justizministerium betonte, dass die Integrität ihrer Mitarbeiter „oberste Priorität“ habe.

Der Fall um den malaysischen Staatsfonds beschäftigt auch eine Reihe von Finanzaufsehern. Die Federal Reserve in New York habe Goldman bereits 2013 angewiesen, strengere Maßstäbe bei der Annahme von Aufträgen anzulegen, wie die „Financial Times“ vergangene Woche berichtete.

Die Bank könnte nun ihre Compliance-Vorschriften weiter verstärken. So soll sie über ein Programm nachdenken, das Mitarbeiter strenger überwacht, die zum Beispiel in riskanten Gegenden Geschäfte machen, berichtete die Zeitung am Sonntag. Das Institut will offenbar seinen Ruf aufpolieren.

Leissner, der frühere Südostasien-Chef von Goldman, gab vor Gericht an, dass er die Compliance-Abteilung des Wall-Street-Hauses mehrfach bewusst getäuscht habe. Das sei allerdings „auf Linie mit der Firmenkultur“ gewesen. Die Bank sei auch mit der Börsenaufsicht SEC und dem Department of Financial Services, einer New Yorker Aufsichtsbehörde, in Kontakt, hieß es.

Die Aktie der Bank gab am Freitag erneut deutlich nach, nachdem sie von Analysten der Bank of America heruntergestuft wurde. Das Papier fiel um über zwei Prozent auf rund 191 Dollar und ist damit so günstig wie seit über zwei Jahren nicht mehr.

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