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Großbank Die ING zahlt 775 Millionen Euro wegen Geldwäsche

Die ING schließt im Geldwäsche-Verfahren einen der teuersten Vergleiche in den Niederlanden. Die Aktie gerät daraufhin unter Druck.
Update: 04.09.2018 - 14:17 Uhr Kommentieren
Die Summe von 775.000 Millionen ergibt sich aus der Strafzahlung von 675 Millionen Euro sowie der Abgabe unrechtmäßig erworbener Gewinne von 100 Millionen Euro. Quelle: Reuters
ING

Die Summe von 775.000 Millionen ergibt sich aus der Strafzahlung von 675 Millionen Euro sowie der Abgabe unrechtmäßig erworbener Gewinne von 100 Millionen Euro.

(Foto: Reuters)

Amsterdam Die niederländische Großbank ING hat ein Verfahren zur Geldwäsche gegen die Zahlung von 775 Millionen Euro beigelegt. Die Behörden werfen dem größten Finanzdienstleister des Landes mangelnde Kontrollen von Kundenkonten vor. „Das Ergebnis war, dass Kunden jahrelang ING Bankkonten weitgehend ungestört für kriminelle Aktivitäten nutzen konnten“, teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag mit.

Der Vergleich gehört zu den bislang kostspieligsten Zahlungen im Zusammenhang mit Wirtschaftskriminalität in den Niederlanden. Die Großbank übernahm die Verantwortung und bedauerte das Fehlverhalten. Die Geldbuße werde im dritten Quartal verbucht; eine Rückstellung gebe es nicht. An der Börse gaben ING-Aktien rund drei Prozent nach.

ING ist bereits das dritte europäische Geldhaus, das von Geldwäsche-Vorwürfen betroffen ist. Staatsanwälte in Dänemark und Estland ermitteln zur Zeit auch gegen die dänische Danske Bank. Die lettische Krisenbank ABLV war geschlossen worden, nachdem die USA dem Institut vorwarfen, in Geldwäsche von Kunden aus dem Nachbarland Russland und der Ukraine verwickelt zu sein.

Bei ING nahmen die Behörden 2016 die Ermittlungen auf. Die Bank habe über Jahre niederländische Gesetze zur Verhinderung von Geldwäsche sowie der Terror-Finanzierung verletzt, weil es nicht ordnungsgemäß überprüft habe, wer die wirtschaftlichen Eigentümer von Kundenkonten gewesen seien. Zudem seien ungewöhnliche Transaktionen nicht entdeckt worden. Im Fokus der Ermittlungen stand der Zeitraum von 2010 bis 2016.

Die Staatsanwaltschaft führte vier Fälle an, in denen ING-Konten für kriminelle Machenschaften missbraucht worden seien. Darunter seien Schmiergeldzahlungen der Telefongesellschaft VEON, die früher unter dem Namen VimpelCom agierte, in Usbekistan.

ING hätte entdecken müssen, dass die über die Konten abgewickelten Geldströme möglicherweise aus Straftaten stammten, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Der nun mit ING getroffene Vergleich umfasse eine Strafzahlung von 675 Millionen Euro sowie die Abgabe unrechtmäßig erworbener Gewinne von 100 Millionen Euro.

ING zeigte sich reumütig und teilte mit, der von Konzernchef Ralph Hamers geleitete Vorstand verzichte in diesem Jahr auf eine Bonuszahlung. Die Bank habe bereits den Richtlinien in den Niederlanden folgend die Beziehung zu Tausenden Kunden beendet. Dies sei aber nicht ausreichend gewesen.

2012 hatte die ING bereits einer Geldbuße von 619 Millionen Dollar zugestimmt, weil im Auftrag von kubanischen und iranischen Kunden Zahlungen in Milliardenhöhe abgewickelt worden seien und damit gegen US-Sanktionen verstoßen wurde.

  • rtr
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