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Großbanken im Vergleich Was die Deutsche Bank von der UBS lernen kann

Während Deutschlands größte Bank seit Jahren eine funktionierende Strategie sucht, zeigt ihr Schweizer Pendant, wie es geht. Ein mögliches Vorbild?
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Die Schweizer stehen deutlich besser da als die Deutsche Bank. Quelle: mauritius images / Travelstock44 / Alamy
UBS-Zentrale in Zürich

Die Schweizer stehen deutlich besser da als die Deutsche Bank.

(Foto: mauritius images / Travelstock44 / Alamy)

ZürichAm Donnerstag hat die UBS gezeigt, was es bedeutet, wenn sie einen schlechten Lauf hat: Die größte Bank der Schweiz verdiente im ersten Quartal angesichts wirtschaftlicher Turbulenzen nur rund eine Milliarde Euro – und damit fünfmal so viel wie die Deutsche Bank.

Während Deutschlands größtes Geldhaus seit Jahren auf der Suche nach einer funktionierenden Strategie ist, setzt ihr Schweizer Pendant unter Führung von Verwaltungsratschef Axel Weber und CEO Sergio Ermotti auf die Vermögensverwaltung für wohlhabende Kunden.

Der Fokus auf alte Stärken beschert der Bank seit Jahren verlässlich Gewinne. Das bedeutet nicht, dass in der Zentrale an der Züricher Bahnhofstraße alles gülden ist, was glänzt. Aber von einer Eigenkapitalrendite von immerhin 8,6 Prozent, wie sie die UBS im vergangenen Jahr erzielte, kann Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing nur träumen.

Dabei waren die Vorzeichen für die größte Bank der Schweiz nach der Finanzkrise denkbar schlecht. Während sich der damalige Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann rühmte, ohne Staatshilfe auszukommen, musste die UBS vom Steuerzahler gerettet werden. Das Zocken mit Schrotthypotheken hatte den Schweizern 2008 einen Verlust von rund 20 Milliarden Franken beschert. Als der Schweizer Finanzminister Hans-Rudolf Merz erfährt, wie schlimm es wirklich um die UBS bestellt ist, bekommt er einen Herzinfarkt.

Auf Druck der USA müssen sich die Eidgenossen zudem vom Bankgeheimnis verabschieden – das Ende eines einträglichen Geschäfts, das darauf aufbaute, der Kundschaft nicht zu viele Fragen zu stellen. Dennoch: Zunächst gelingt es UBS-Chef Oswald Grübel, die Bank durch die Krise zu manövrieren. Als jedoch 2011 publik wird, dass ein Händler weitere 2,3 Milliarden US-Dollar verzockt hat, tritt er zurück.

Bühne frei für Sergio Ermotti und Axel Weber: Der Tessiner und der deutsche Ex-Bundesbank-Chef arrangieren sich schnell. Ermotti führt das operative Geschäft, Weber verantwortet als Verwaltungsratschef die großen Linien. Für den Pfälzer ist das eine Chance zum Neuanfang. Bei der Besetzung der EZB-Spitze war der Ökonom nicht zum Zuge gekommen.

Bei der UBS entwickeln Weber und Ermotti schnell eine klare Strategie: Die Vermögensverwaltung, von jeher eine Kerndisziplin der Schweizer, bauen sie kräftig aus. Ihr Kalkül: Während die Zahl der Superreichen weltweit wächst, soll die UBS mitwachsen. Dass die Schweiz das Bankgeheimnis unter dem Druck der Amerikaner abgeschafft hat, sieht Weber dabei als Chance und verspricht eine „konsequente Weißgeldstrategie“.nich

Das kapitalintensive Investmentbanking dampft die UBS dagegen ein – anders bei der Deutschen Bank, wo der damals frisch gekürte Co-Chef Anshu Jain daran festhält. Jain setzt darauf, dass die guten alten Zeiten zurückkehren und der Anleihehandel wieder anspringt.

Unterdessen setzt die UBS Tausende Händler vor die Tür, löst juristische Altlasten, gewinnt wohlhabende Kunden. Die Wette geht auf: Die UBS kehrt in die Gewinnzone zurück, ihre Rettung macht sich für den Staat sogar bezahlt.

Doch nun im achten Jahr der Ära „Webermotti“ zeigen sich auch bei der UBS Ermüdungserscheinungen: Bei der Frage, wie die Nachfolge an der Spitze der Bank geregelt wird, agierte das Duo zuletzt wenig glücklich. Auch in der Vermögensverwaltung läuft es nicht mehr so rund wie früher. Im ersten Quartal verdiente die Sparte rund 20 Prozent weniger als im Vorjahr, was die UBS vor allem mit dem schwierigen Umfeld an den Märkten erklärt.

Zudem droht erneut die Gefahr, dass die Bank von ihrer Vergangenheit eingeholt wird: Im Februar verdonnerte ein Pariser Gericht die UBS wegen Steuerhinterziehung zur Zahlung von 4,5 Milliarden Euro. Die Bank pocht auf ihre Unschuld, wehrt sich nach Kräften, aber die drohende Strafe schickt den Aktienkurs auf Talfahrt.

Im Vorfeld der Generalversammlung in der kommenden Woche rät der einflussreiche Berater ISS den Aktionären gar dazu, Verwaltungsrat und Geschäftsführung die Entlastung zu verweigern. Trotz allem steht die UBS deutlich besser da als die Deutsche Bank: Weber und Ermotti droht beim Aktionärstreffen möglicherweise ein Denkzettel – ihren Pendants Paul Achleitner und Christian Sewing eine Generaldebatte um die Zukunft der Bank.

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