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Großbanken unter Druck Übernahmekandidat? Wir doch nicht!

Die Aktien vieler großer Geldhäuser in Europa markieren nach dem Brexit-Referendum immer neue Tiefstkurse – doch von einer Marktbereinigung durch einen Prozess der Konsolidierung wollen die Vorstandschefs nichts wissen.
8 Kommentare
Der Vorstandschef der Deutschen Bank erwartet weder national, noch über die Grenzen hinweg Fusionen größerer Banken. Quelle: dpa
John Cryan

Der Vorstandschef der Deutschen Bank erwartet weder national, noch über die Grenzen hinweg Fusionen größerer Banken.

(Foto: dpa)

Berlin, Zürich Der Vorstandschef der Deutschen Bank, John Cryan, beschönigt nichts. „Der Aktienkurs ist enttäuschend. Das steht außer Frage“, sagte er dem Wochenmagazin „Der Spiegel“. Doch gleichzeitig sieht er das größte deutsche Institut  „nicht als Übernahmeziel“. Ähnlich äußerte sich Cryan schon auf einer Veranstaltung des CDU-Wirtschaftsrates vor zwei Wochen. „Eine Konsolidierung und Fusionen größerer Banken wird es nicht geben, weder national, noch über die Grenzen hinweg“, so Cryan. Die Finanzaufseher wollen in diesen Zeiten keine großen Übernahmen sehen, begründete er seine Haltung jetzt im Magazin „Der Spiegel“.

Noch immer sind manche Banken  „too big to fail“, gelten also als zu wichtig, als dass sie in eine Schieflage geraten dürfen. Fusionen würden dieses Problem wieder verschärfen.

Der dramatisch schlechte Aktienkurs-Verlauf der Deutschen Bank hat allerdings Übernahmespekulationen ausgelöst. Angesichts der ungewissen Folgen des Brexit-Votums für die Kreditwirtschaft stürzte der Kurs auf unter 13 Euro ab. Einst hatte der Höchstkurs bei knapp 102 Euro gelegen – aber das ist viele Jahre her. Selbst in Zeiten der Finanzmarktkrise im Jahr 2009 notierte der Kurs über der Marke von 15 Euro.

Aber noch weiß niemand,  ob die milliardenschweren Rückstellungen für juristische Altlasten ausreichen. Zudem drücken die Dauerniedrigzinsen der Europäischen Zentralbank und der harte Wettbewerb unter den Banken in Deutschland auf die Margen.

Auch der Vorstandschef der Schweizer Großbank Credit Suisse, Tidjane Thiam, gerät unter Rechtfertigungsdruck. Seit der 53-jährige Ivorer vor einem Jahr den Chefposten übernahm, verlor die Aktie der Bank rund 60 Prozent an Wert. Thiam, der einmal als „Barack Obama der Finanzbranche“ bezeichnet worden war, hatte eigentlich den Auftrag, die Bank wieder in eine Spitzenposition zu bringen.

Ein Kritikpunkt an Thiam lautete, dass es ihm an Feingefühl fehle. Einerseits lasse er massive Sparprogramme umsetzen, andererseits empfange er seine Geschäftspartner in Hotelsuiten in New York und anderen Metropolen der Welt. Die plötzliche Ankündigung, das Schweizer Bankgeschäft von Credit Suisse abzukoppeln und gar an die Börse zu bringen, gefiel einigen Mitarbeitern ebenso wenig wie der Plan, das traditionell wichtige Investmentbanking herunterzuschrauben und den Fokus künftig auf Asien zu setzen.

Langfristig denkender Stratege?
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8 Kommentare zu "Großbanken unter Druck: Übernahmekandidat? Wir doch nicht!"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ich glaube zwischenzeitlich, dass die Ägide der Wirtschaft und auch Politik nicht nur weltfremd sind, sondern auch gutgläubig, emotional dumm und naiv.

    In spätestens 15 Jahre bis 20 Jahre wird das geerntet, was über Jahrzehnte gesät wurde.

    Wer es besser wissen will und immer noch vor lauter Gutmenschlichkeit "heucheln" muss, soll mal seinen Bürostuhl verlassen und und einen Spaziergang durch die Stadt machen und abends dann mir öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Gerne auch nach 22.oo Uhr und auch mal am Wochenende.

    Die ganz Mutigen schicken dann ihre Kinder und Enkel los. Nur keine Angst. Einfach nur gucken.

    Mit was "guckst du, he" sollte man schon umgehen können.

    Wehe dem, das klappt nicht.

    Und wermsich dann weiter getraut, sollte mit seinem Anzug mal zur später Stunde in einen "Meckes" gehen.

    Er wird sich dort einsam und verlassen fühlen und nicht glauben, dass er mitten in einer deutschen Stadt sich befindet.

    Wer es mag, bitte schön. Es ist alles vorhanden um sich im "Hultikulti" mitten in Deutschland wohlzufühlen.

    Ach so, sie gehen nicht weg bzw. dorthin und fshren mit öffentl. Verkehrsmitteln. Ach so, sie fahren auch ihre Kinder und Enkel.

    Okay, das kann ich verstehen. Aber das hat mit der Erfassung der Realität nichts zu tun.

    Ach so, sie glauben mir nicht. Okay, dann wird die Silvesternacht in Köln u.v.m. Standard in Deutschland werden.

    Traurig geworden ist, dass solche trivialen Entwicklungen noch nicht einmal benannt werden dürfen und man (n) als Rassist dargestellt wird.

    Tägliche Beispiele in der Kriminalität sollten uns aufhorchen lassen und nicht -sowie in Köln- es versuchen unter den Teppich zu kehren.

    Es wird dann irgendwann in den nä. 15 Jahren ganz schnell gehen, wenn die Situation kippt und man wieder nichts gewusst hat.

  • Früher, als die Corporate Raider noch stärker unterwegs waren hätte man das eine einmalige Chance genannt. Die Deutsche Bank weist im Konzernabschluss per Ende 2015 ein "den Deutsche Bank-Aktionären zurechenbares Eigenkapital" von 62,6 Mrd € aus. Man bekommt den Buchwert des Eigenkapitals von rd. 62 Mrd. derzeit an der Börse mit 17 Mrd. € für weniger als 30% des Eigenkapitalbuchwertes. Um das an einem Beispiel zu verdeutlichen: Nehmen wir an, es gäbe ein Auto, dessen Buchwert bei 100.000 € liegt und eine Finanzierung dafür besteht noch mit 38.000 € (==> Buchwert des EK = 62.000). Dieses Auto wird nun auf ebay für 17.000 € angeboten. Ich würde es kaufen wollen, dann für 100.000 € verkaufen, die Schulden von 38.000 € tilgen und den Überschuss von 62.000 - 17.000 vereinnahmen. Was stimmt da nicht? .Das lässt nur die Schlussfolgerungen zu, dass der Ertragswert der Bank an der Börse VIEL niedriger als der Substanzwert gesehen wird und man in der Bilanz noch so manche stille Last vermutet bzw. ein Abschmelzen des Eigenkapitals über die Zeit. Natürlich ist das Beispiel zu einfach für die komplexe Realität, aber ein Funken Wahrheit ist wohl dran....

  • Übernahmekandidat?
    Wohl kaum. Wer will sich eine kriminelle Vereinigung ins Unternehmen holen? Wer weiss wie viele Milliarden noch für Strafzahlungen anstehen?
    "Anshus Army" hat das Investmentbanking in mafiöse Strukturen überführt.
    Die Deutsche Bank ist weit entfernt von Seriösität. So etwas will keiner!

  • Zu Joe´s und Anshu´s Zeiten hieß es noch, zur Dt. Bank geht man als High-Potential um das Investmentbanking von der Pike auf zu lernen.

    Heute verlassen die fähigen Leute freiwillig und fluchtartig den Laden, und die Dt. Bank ist eine Resterampe für Gestrandete.

  • Fakt ist doch, dieser Artikel wird bis jetzt zu wenig kommentiert.

    Wo ist Ralph (gerade er), Marc, Rainer, enrico,Hubert, Harald..............

  • Redakteur Drost schafft es nicht, eine These aus seinen Beobachtungen zu ziehen. Cryan, Thiam und alle anderen versuchen dies und das. Fusionen sind eine kurzfristige Strategie, um Gelder wieder ins marorde System zu pumpen, hoffnungsvolle Schlagzeilen zu machen und sich auf eine Größe aufzublähen, die dann tatsächlich too big to fail ist. Fakt ist doch: Bankenvorstände wissen auch nicht mehr weiter. Die Finanzmärkte haben eine Dimension und Eigendynamik entwickelt, dass sie, egal mit welchem Instrument man sie anpackt, nicht mehr so reagieren, wie es in den Lehrbüchern steht.

  • Wieder nur zweiter Sieger.
    Aber wenigstens eine frei Kommentarstelle gefunden :)

  • Der Aktienkurs der Deutschen Bank auf (ehemaligem) Commerzbankniveau.
    Tendenz mit starkem Hang zum Stolpern in den einstelligen Bereich.
    Hochmut kommt vor dem Fall. Die Stelle mit dem Hochmut haben wir schon passiert.
    Jetzt kommt die Stelle mit dem Fall.