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Großbanken-Zusammenschluss Commerzbank und Deutsche Bank – Diese Übernahmeszenarien sind möglich

Noch ist es ein langer Weg bis zu einer möglichen Übernahme der Commerzbank durch die Deutsche Bank. Analysten überlegen sich mögliche Szenarien.
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Die Fusion der beiden Banken steht bereits seit einer Weile zur Diskussion. Quelle: AFP
Deutsche Bank und Commerzbank

Die Fusion der beiden Banken steht bereits seit einer Weile zur Diskussion.

(Foto: AFP)

Analyst Stuart Graham vom renommierten Researchhaus Autonomous geht davon aus, dass keine der beteiligten Parteien Deutsche Bank und Commerzbank bloß zusammenfügen will. Graham erwartet, dass jeder Zusammenschluss der beiden größten heimischen Privatbanken mit einer radikalen Verkleinerung des internationalen Investmentbankings der Deutschen Bank verbunden wäre.

Ein mögliches Vorbild könnten Ideen des sogenannten Sommerflirts sein. 2016 hatten Commerzbank und Deutsche Bank schon einmal eine gemeinsame Zukunft ausgelotet, bevor sie zu dem Schluss kamen, dass beide Häuser erst einmal ihre Hausaufgaben erledigen sollten.

Damals spielten die Institute nach Informationen aus Finanzkreisen einen Plan durch, bei dem die Commerzbank mit dem Privat- und Firmenkunden- sowie Teilen des Großkundengeschäfts der Deutschen Bank verschmolzen worden wäre. Diese neue Einheit hätte dann an die Börse gehen können. Große Teile des Handelsgeschäfts der Deutschen Bank wären außen vor geblieben, mit der Option, das Geschäft später mit einer anderen Bank zu verschmelzen oder zu verkaufen.

Aus einem aktuellen Zusammenschluss der Frankfurter Geldhäuser würde eine weitaus größere Bank mit großen Anteilen im Firmenkundengeschäft sowie nennenswerten Marktanteilen im Privatkundengeschäft entstehen. Der größere Kundenstamm würde helfen, die teuren IT-Systeme auszulasten, die höheren Marktanteile würden zudem mehr Preismacht bedeuten.

Aufgrund des hohen Einsparpotenzials würde sich ein solcher Deal nach Meinung von Amit Goel, Analyst bei Barclays, deshalb zumindest finanzmathematisch rechnen. Aus einer Fusion „könnte eine Bank entstehen, die ihre Kapitalkosten verdient“, schreibt Goel in einer Studie.

Allerdings sieht er auch enorme Risiken. Eine solch große Übernahme wäre auf jeden Fall ein finanzieller Kraftakt für die Deutsche Bank. Der Barclays-Analyst schätzt die einmaligen Restrukturierungskosten auf rund 150 Prozent der erhofften jährlichen Einsparungen. Dazu kämen weitere Belastungen, weil stille Lasten in den Bilanzen aufgedeckt würden. Goel beziffert die nötigen Abschreibungen daher auf über fünf Milliarden Euro, und er geht davon aus, dass für den Zusammenschluss bis zu 14 Milliarden Euro an frischem Kapital nötig würden.

Angesichts der mit einer Großfusion verbundenen Gefahren glaubt Analyst Graham daher nicht, dass sich der Deal für die Aktionäre lohnen würde. Der Experte unterstellt ein ähnliches Szenario wie bei der Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank 2008. So erwartet er Synergien von 40 Prozent der Kosten des kleineren Partners und rechnet mit Ertragseinbußen von 14 Prozent, weil sich ein Teil der Kunden nach einer Fusion nach einer neuen Bank umschauen würde.

Graham geht davon aus, dass die Deutsche Bank den Commerzbank-Aktionären einen Aufschlag auf den aktuellen Aktienkurs bieten muss, und er unterstellt eine harte Kernkapitalquote von 14 Prozent für die neue Bank. Bei einer Übernahmeprämie von 20 Prozent würde das Ergebnis je Aktie bis 2021 nur um fünf Prozent steigen, rechnet der Experte vor.

Selbst bei einer Übernahme ohne Prämie, die Graham nur in einer absoluten Notlage für möglich hält, läge das Gewinnplus bei lediglich elf Prozent. „Nicht besonders aufregend angesichts der Umsetzungsrisiken“, lautet das Fazit des Analysten.

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