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Großbritannien Bank of England warnt vor starker Rezession bei ungeordnetem Brexit

Die britische Wirtschaft würde bei einem ungeordneten Brexit drastisch schrumpfen, warnt die Bank of England. Die Banken könnten aber selbst diesem Szenario widerstehen.
Update: 28.11.2018 - 19:09 Uhr Kommentieren
In jedem Fall wären die Briten ohne Brexit wirtschaftlich besser dran. Quelle: Reuters
Großbritannien

In jedem Fall wären die Briten ohne Brexit wirtschaftlich besser dran.

(Foto: Reuters)

LondonIm Falle eines ungeordneten Brexits würde die britische Wirtschaft im ersten Jahr um acht Prozent schrumpfen. Das geht aus einer Analyse der Bank of England (BoE) hervor. Die Immobilienpreise würden um 30 Prozent einbrechen, die Arbeitslosigkeit auf 7,5 Prozent ansteigen. Zum Vergleich: In der Finanzkrise 2007 war die Wirtschaft nur um 6,25 Prozent eingebrochen. Die Immobilienpreise waren damals um 17 Prozent gefallen.

Die Notenbank betonte, dass es sich dabei nicht um eine Prognose handele, sondern lediglich um ein Worst-Case-Szenario. Sie geht weiterhin davon aus, dass es zu einem weniger disruptiven Brexit kommt.

Die britischen Banken wären laut der Bank of England jedoch auch für den härtesten Brexit gerüstet. Selbst bei einem ungeordneten EU-Austritt Großbritanniens im kommenden März hätten die Geldhäuser genug Kapital, um den wirtschaftlichen Schock zu absorbieren. Das ergab der neue Stresstest, den die Notenbank zusammen mit ihrer Brexit-Analyse veröffentlichte.

Die Kernkapitalquote der sieben größten Institute, darunter HSBC, Barclays, Royal Bank of Scotland und Lloyds, würde auf 9,2 Prozent fallen. Das wäre immer noch doppelt so hoch wie vor der Finanzkrise 2007.

Zugrunde gelegt hatte die Notenbank für den Stresstest ein relativ hartes Szenario: Simuliert wurden ein Einbruch der Weltwirtschaftsleistung um 2,4 Prozent, ein Fall der britischen Wirtschaftsleistung um 4,7 Prozent, eine Arbeitslosigkeit von 9,5 Prozent, ein Fall der britischen Immobilienpreise um ein Drittel und ein Fall des Pfunds um 27 Prozent.

Der neue Stresstest bestätigt das Ergebnis des vergangenen Jahres. Damals hatte die Notenbank bereits das gleiche Szenario simuliert, und alle geprüften Institute hatten bestanden. Die Banken haben ihre Kapitalpolster seit 2017 von 13,4 auf 14,7 Prozent im dritten Quartal 2018 erhöht.

Bei dem Stresstest der Europäischen Bankenaufsicht Eba im vergangenen Monat hingegen hatten die teilnehmenden britischen Institute relativ schlecht abgeschnitten. Die Kernkapitalquote von Barclays, Lloyds und RBS sank mit am stärksten von allen 48 europäischen Banken. Sie lag jedoch in allen Fällen noch über der Mindestkapitalquote.

Die Brexit-Warnung der Zentralbank fällt noch schärfer aus als die Analyse des britischen Finanzministeriums, die ebenfalls am Mittwoch veröffentlicht wurde. Die Regierung geht davon aus, dass im Falle eines ungeordneten Brexits das Wirtschaftswachstum in den kommenden 15 Jahren um zehn Prozentpunkte geringer ausfällt als bei einem Verbleib in der EU. Bei einem geordneten Brexit, wie er der Regierung vorschwebt, wäre es nur eine Einbuße von vier Prozentpunkten.

Die beiden Analysen sind jedoch nicht direkt zu vergleichen, weil sie unterschiedliche Annahmen zugrunde legen. Gemeinsam ist allen Einschätzungen zum Brexit, dass wirtschaftlich gesehen der Verbleib in der EU am vernünftigsten wäre. Aber wie Finanzminister Philip Hammond anmerkte: Es gebe eben noch andere Gründe für den Brexit.

Der Brexit ist in Großbritannien längst zu einer Glaubensfrage geworden. Die Brexit-Befürworter ließen sich von den Warnungen daher nicht beeindrucken. Sie warfen der Regierung und der Zentralbank vor, mit ihren Schreckensszenarien ein politisches Ziel zu verfolgen: Die Abgeordneten im Unterhaus sollten unter Druck gesetzt werden, am 11. Dezember für den in Brüssel ausgehandelten Brexit-Vertrag zu stimmen.

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