Großbritannien „Es würde allen ein bisschen wehtun“ – JP-Morgan-Chef Dimon warnt vor Brexit

Für Jamie Dimon steht fest: Der Brexit wird wehtun – und zwar nicht nur den Briten. Seine Bank trifft bereits Vorkehrungen für die Zeit danach.
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Der Chef von JP Morgan glaubt, dass der Brexit auch Auswirkungen auf das globale Wachstum haben könnte. Quelle: Reuters
Jamie Dimon

Der Chef von JP Morgan glaubt, dass der Brexit auch Auswirkungen auf das globale Wachstum haben könnte.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfDer Chef der US-Großbank JP Morgan, Jamie Dimon, hat vor den Folgen des Austritts Großbritanniens aus der EU gewarnt. Er glaube, der Brexit würde die Briten „hart treffen“, sagte Dimon in einem Interview mit der italienischen Zeitung „Il Sole 24 Ore“.

Aber nicht nur den Briten würde der Austritt aus der EU schaden, glaubt Dimon. Sollte der Brexit das Wachstum Großbritanniens hemmen, könnte es sich auch negativ auf das globale Wirtschaftswachstum auswirken.

„Es würde allen ein bisschen wehtun“, sagte er, und: „Wir verstehen noch immer nicht, welche wirtschaftlichen Folgen der Brexit haben wird“, so der Manager.

Zugleich schlug er in Bezug auf die EU als Ganzes optimistischere Töne an. Die Gemeinschaft sei so konstruiert, dass sie „ohne katastrophale Folgen“ unumkehrbar sei. Das bedeute nicht, dass Europa seine eigenen Fehler nicht beheben könnte. Dass ein Ereignis wie der Brexit passiere, sollte den Dialog zwischen den Ländern erleichtern.

Dimon setzt May unter Druck

Dimons Worte kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Premierministerin May unter Druck steht – und sie dürften ihn weiter erhöhen. Am Donnerstag werden neue Details des Brexit-Plans öffentlich – danach wird sich die EU weiter damit befassen.

Der derzeit kursierende Plan sieht einen „soften“ Brexit vor – einen, bei dem Großbritannien sich zwar das Recht vorbehält, EU-Gesetze abzulehnen. Gleichzeitig sollen jedoch Regelungen getroffen werden, die EU-Bürgern weiterhin rechtliche Freiheiten in Großbritannien einräumen – etwa durch einen „Mobilitätsrahmen“.

Auch Banken wie JP Morgan müssen mit neuen Regeln nach dem Brexit rechnen. Die US-Großbank treibt deshalb ihre Vorbereitungen für den Brexit voran. So wurde am vergangenen Donnerstag bekannt, dass Anfang 2019 einige Dutzend Mitarbeiter von der Insel nach Kontinentaleuropa ziehen sollen.

In einem internen Schreiben an die 16.000 Mitarbeiter in Großbritannien gab die Bank bekannt, ihre Präsenz auf dem Kontinent, etwa in Mailand, Paris und Madrid verstärken zu wollen. Außerdem besitzt sie bereits Bankenlizenzen in Luxemburg, Frankfurt und Dublin.

Vor allem Angestellte mit Kundenkontakt und im Risikomanagement seien von der Neuordnung betroffen. Insgesamt wolle die Bank „mehrere Hundert“ zusätzliche Stellen auf dem Kontinent (exklusive Großbritannien) bis März 2019 geschaffen haben.

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