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Großbritannien Fintech Transferwise ist jetzt 3,5 Milliarden Dollar wert

Das britische Fintech Transferwise hat eine neue Finanzierungsrunde abgeschlossen und dadurch 292 Millionen Dollar an frischem Kapital erhalten.
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„Langfristig werden wir eine börsennotierte Firma sein.“ Quelle: TransferWise
Taavet Hinrikus und Kristo Käärmann

„Langfristig werden wir eine börsennotierte Firma sein.“

(Foto: TransferWise)

London Nach einer neuen Finanzierungsrunde ist der britische Zahlungsdienstleister Transferwise eines der wertvollsten Fintech-Unternehmen in Europa. Das Start-up aus dem Londoner Stadtteil Shoreditch wird jetzt mit 3,5 Milliarden US-Dollar bewertet, wie die Firma am Mittwoch bekanntgeben wird.

Einige frühe Investoren haben bis zu 20 Prozent ihrer Anteile an neue Investoren verkauft. Das Unternehmen erhielt so 292 Millionen Dollar frisches Kapital. Seit der Gründung hat es damit insgesamt 689 Millionen Dollar eingesammelt.

Die beiden Esten Kristo Käärmann und Taavet Hinrikus hatten Transferwise 2011 in London gegründet, weil sie es leid waren, bei Auslandsüberweisungen ihr Geld wegen schlechter Wechselkurse an die Bank zu verlieren. Transferwise wirbt damit, Überweisungen per App bis zu zehnmal günstiger als Banken durchzuführen – in Echtzeit und mit dem echten Wechselkurs. Weltweit nutzen bereits mehr als fünf Millionen Kunden den Dienst.

Zu den neuen Kapitalgebern zählen die Venture-Fonds Lead Edge, Lone Pine und Vitruvian sowie der Fondsriese Blackrock. Zwei der bestehenden Anteilseigner, Baillie Gifford und Andreessen Horowitz, haben ihre Anteile in der Finanzierungsrunde aufgestockt. Man habe die Investorenstruktur an die neue, reifere Phase der Unternehmensentwicklung angepasst, sagte CEO Käärmann dem Handelsblatt.

Besonders stolz ist er auf das Engagement von Blackrock. „Wir haben jetzt Anteilseigner, die normalerweise in börsennotierte Unternehmen investieren.“ Natürlich habe man auch den frühen Investoren die Möglichkeit geben wollen, einen Gewinn zu realisieren, fügte er hinzu. Ob auch die Gründer selbst Anteile abgegeben haben, verriet er nicht. Käärmann und Hinrikus bleiben die größten Anteilseigner.

Bereits profitabel

Gerüchte über einen baldigen Börsengang wies Käärmann zurück. „Langfristig werden wir eine börsennotierte Firma sein“, sagte er. „Aber kurzfristig sehe ich das nicht. Wir fragen uns, welche Vorteile unsere Kunden von einem Börsengang hätten.“ Die Firma könne auch derzeit noch stark wachsen.

Medienberichte, dass der Finanzvorstand des niederländischen Fintech-Börsenstars Adyen Aufsichtsratsmitglied bei Transferwise wird, um einen Börsengang vorzubereiten, wollte Käärmann weder bestätigen noch dementieren. Man sei aber dabei, den Verwaltungsrat zu verstärken, sagte er. „Wir wollen eine gute Mischung aus Leuten, die Start-ups in große Firmen verwandelt haben, und Leuten, die große Firmen zu noch größeren Firmen gemacht haben.“

Mit dem Gang an die Börse hat die britische Firma es auch deshalb nicht so eilig wie andere, weil sie bereits profitabel ist. Im Geschäftsjahr bis Ende März 2018 machte sie einen Umsatz von 117 Millionen Pfund und einen Gewinn von 6,2 Millionen Pfund. Das sind die aktuellsten vorliegenden Zahlen. „Unsere Kunden bezahlen für unsere Produktentwicklung“, sagte Käärmann. „Das heißt, wir sind weniger auf neues Kapital angewiesen.“

Angebot erweitert

Dennoch dürfte das frische Kapital bei der Expansion willkommen sein. In den kommenden zwölf Monaten soll die Mitarbeiterzahl weltweit um 750 auf 2 350 wachsen. Zuletzt hatte die Firma ihr Angebot deutlich erweitert. So können Privatpersonen und Unternehmen neuerdings ein „grenzenloses Konto“ in 170 Ländern eröffnen, das günstige Überweisungen in unterschiedlichen Währungen ermöglicht.

Deutschland ist einer der am schnellsten wachsenden Märkte in der Euro-Zone. „Die Deutschen sind sehr eifrige Transferwise-Nutzer“, sagte Käärmann. Die Zahl der Konten habe sich seit der Einführung verdreifacht.

Insbesondere kleine exportorientierte Unternehmen zeigten großes Interesse. Europäische Kunden können zu ihrem Konto obendrein eine Debit-Karte bekommen. Diese soll im Laufe des Jahres auch in den USA und Asien eingeführt werden.

Ebenfalls ausbauen will Käärmann die Zusammenarbeit mit Banken. Die deutsche Smartphonebank N26 war 2016 die erste Bank, die die Technologie von Transferwise für Auslandsüberweisungen in das eigene IT-System integrierte. Inzwischen nutzen auch die britische Digitalbank Monzo und die niederländische Bunq die API-Schnittstelle von Transferwise.

Aus Sicht der Kunden sei eine solche integrierte Lösung bequemer, weil sie die Überweisungen direkt von ihrem Konto aus tätigen könnten, sagte Käärmann. Das Modell könne sich langfristig also durchsetzen. Es sei aber noch zu früh, eine Prognose zu treffen.

Mehr: Das Berliner Unternehmen will als eines der ersten deutschen Finanz-Start-ups in die USA expandieren. Drei weitere Fintechs planen den gleichen Schritt.

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