Halbjahresbericht der HSBC Warum Europas größte Bank den Trump-Faktor fürchten muss

Der Handelskrieg zwischen den USA und China bedroht die Pläne der britischen Großbank. Denn HSBC-Chef John Flint will vor allem in Asien mehr investieren.
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Die britische Bank macht inzwischen mehr als drei Viertel ihrer Gewinne in Asien. Quelle: AFP
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Die britische Bank macht inzwischen mehr als drei Viertel ihrer Gewinne in Asien.

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LondonDonald Trump und die HSBC werden keine Freunde mehr. Vor einigen Monaten hatte US-Präsident Europas größter Bank eine unerfreuliche Abschreibung eingebrockt. Die HSBC musste beim Jahresergebnis aufgrund der Steuerreform der USA 1,3 Milliarden Dollar abziehen. Und nun droht die Politik der Regierung Trump schon wieder, der HSBC Probleme zu machen.

Die Bank macht mehr als drei Viertel ihrer Gewinne in Asien, und wenn die Strategie des neuen Bankchefs John Flint aufgeht, sollen es bald noch mehr sein. Ein Handelskrieg zwischen den USA und China käme da äußerst ungelegen. Ein solcher Streit würde das Geschäft der Bank beeinträchtigen, räumte der Spitzenmanager bei Bekanntgabe der Halbjahreszahlen ein.

Noch habe sich der Konflikt aber nicht in den Zahlen niedergeschlagen, beteuerte Flint vor Journalisten, und man wisse ja auch nicht, wie viel von dem derzeitigen Säbelrasseln auch Wahrheit werde. Er wolle die Gefahr aber keineswegs herunterspielen.

Im ersten Halbjahr erzielte das Institut einen Gewinn vor Steuern von 10,7 Milliarden Dollar – ein Plus von 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Vor allem von den steigenden Zinsen profitierte die Bank, schließlich erhöht das die Margen. Allerdings erhöhten sich im gleichen Zeitraum auch die Kosten der HSBC, und das führte dazu, dass der unbereinigte Gewinn vor Steuern um zwei Prozent sank.

Die harte Kernkapitalquote des HSBC-Konzerns sank auf 14,2 Prozent von 14,5 Prozent zum Jahreswechsel. Eine Enttäuschung aus Sicht mancher Analysten . An der Börse in London notierte die HSBC-Aktie leicht in Minus. Die Finanzdecke der Bank steht auch unter besonderer Beobachtung der Märkte, da Bankchef Flint angekündigt hat, trotz aller Sparmaßnahmen in den kommenden Jahren viel Geld für den Umbau der Bank auf den Tisch legen zu wollen.

Der seit rund einem halben Jahr amtierende Manager hatte im Juni einen Drei-Jahres-Plan vorgestellt, demzufolge er zwischen 15 Milliarden und 17 Milliarden Dollar für die Expansion in Wachstumsmärkte in Asien investieren will. Unter anderem soll die Vermögensverwaltung und das Versicherungsgeschäft in China ausgebaut werden. Auch in neue Technologie soll wieder mehr Geld fließen.

Den Bankchef überraschte der Anstieg der operativen Kosten um acht Prozent deswegen nicht: Das entspreche den Planungen, erklärte Flint, „wir müssen jetzt investieren, um für die Chancen in China bereit zu sein“. Die Zahlen vom ersten Halbjahr dürften ihn in seiner Strategie bekräftigen. In Asien verbuchte HSBC beim Vorsteuergewinn ein Plus von 23 Prozent auf 9,4 Milliarden Dollar – was 88 Prozent der gesamten Gewinne der in 67 Ländern vertretenen Bank entspricht.

Aber noch ein weiterer Posten trieb die Kosten in die Höhe: Im Juli hat sich die Bank mit den US-Behörden auf eine Strafzahlung in Höhe von 765 Millionen Dollar geeinigt. Damit zieht die HSBC einen Schlussstrich unter eine seit 2010 laufende Untersuchung wegen des Verkaufs toxischer US-Hypothekenpapiere in der Finanzkrise. Doch dieser Posten allein zehrte fast den gesamten in Nordamerika erzielten Gewinn auf.

Unter dem Strich, zieht Marktexperte Mike van Dulken vom Londoner Broker Accendo Markets Fazit, seien die Nachrichten von HSBC eine „bunte Mischung“.

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