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Halbjahreszahlen Gewinn der BayernLB bricht um 30 Prozent ein

Der neue Chef der BayernLB, Stephan Winkelmeier, verkündet einen Gewinneinbruch. Spekulationen über einen Verkauf der Landesbank versucht er zu zerstreuen.
Update: 18.08.2019 - 17:17 Uhr Kommentieren
Der Landesbank setzen wie der Konkurrenz die niedrigen Zinsen zu. Quelle: dpa
BayernLB

Der Landesbank setzen wie der Konkurrenz die niedrigen Zinsen zu.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die BayernLB hat im ersten Halbjahr 2019 einen Gewinneinbruch erlitten. Sie verdiente vor Steuern 315 Millionen Euro und damit rund 30 Prozent weniger als im Vorjahr. So hat die Münchener Landesbank zehn Millionen Euro Risikovorsorge im Kreditgeschäft gebildet, ein Jahr zuvor konnte noch Risikovorsorge auflöst werden. Wichtigster Ertragsbringer ist weiterhin ihre Onlinetochter DKB, die fast 150 Millionen Euro einfuhr.

„Unser Halbjahresergebnis hat sich trotz des weiterhin enorm herausfordernden Marktumfelds zufriedenstellend entwickelt und liegt im Rahmen der Erwartungen“, sagte der neue BayernLB-Chef Stephan Winkelmeier, der seit Anfang Juli an der Spitze der Bank steht.

Nach den Worten von Finanzchef Markus Wiegelmann hält die BayernLB an ihrer Prognose fest: Das Ergebnis für das Gesamtjahr soll bei 400 bis 600 Millionen Euro liegen. 2018 hatte das Geldhaus mit 869 Millionen Euro noch einen Rekordgewinn erzielt.
Angesichts der Belastungen durch die Niedrigzinsen und die konjunkturelle Abschwächung will die Bank „ihren Blick noch stärker als bisher auf ein konsequentes Kostenmanagement richten“. Das werde im Rahmen des laufenden Strategieprojekts passieren.

Einen kleinen Baustein dazu gab sie nun bekannt: Kapitalmarkt- und Firmenkundengeschäft werden verschmolzen – als „einer der ersten konkreten Schritte“, so Wiegelmann. Der Schritt hatte sich bereits im Frühjahr abgezeichnet, als bekannt wurde, dass der für das Kapitalmarktgeschäft verantwortliche Vorstand Ralf Woitschig ausscheidet.

Die BayernLB arbeitet aktuell an einer neuen Strategie, die spätestens bis Jahresende beschlossen werden soll. Finanzkreisen zufolge beschäftigen sich die Bank und ihre Eigentümer – der Freistaat Bayern und die bayerischen Sparkassen – dabei auch mit grundlegenden Reformen wie einer Aufspaltung, einem Teil- oder Vollverkauf sowie einem Börsengang. „Der Freistaat denkt kreativ über alle Möglichkeiten nach“, hatte Winkelmeier kürzlich gesagt.

Das Management steht vor der Herausforderung, bei der Erarbeitung der neuen Strategie die Interessen ihrer beiden Eigentümer zu verbinden. Die bayerischen Sparkassen, die 25 Prozent an dem Institut halten, liebäugeln mit der Schaffung einer Super-Landesbank. Der deutsche Sparkassenpräsident Helmut Schleweis will eine einzige Sparkassenzentralbank schaffen, möglichst ohne Länderbeteiligung.

Der Freistaat Bayern, der 75 Prozent an der BayernLB hält, steht der Idee Insidern zufolge dagegen eher skeptisch gegenüber. Das liegt auch daran, dass sich keine zeitnahe Formierung einer Sparkassenzentralbank abzeichnet. Für die BayernLB wäre eine Beteiligung an einem solchen Zentralinstitut somit wohl erst in einigen Jahren eine echte Option.

Andere grundlegende Änderungen wie den Verkauf der DKB erwarten Insider im Zuge der neuen Strategie ebenfalls nicht. Darauf deuten auch die jüngsten Äußerungen Winkelmeiers hin. „In Summe wird das keine Neuerfindung und keine komplette Revolution„, sagte er Mitte Juli. Er sprach von einer Evolution der Bank, die auf Bewährtem aufsetzt und die Stärken nutzt.

Mehr: Die BayernLB sucht eine Zukunftsstrategie. Dabei öffnet sich auch das Land verstärkt für bislang undenkbare Ideen.

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