Hamburger Privatbank Berenberg verbucht Rekordgewinn

Bei der Hamburger Privatbank sprudeln die Erlöse. Allein das verwaltete Vermögen ist um elf Prozent gestiegen. Gewinntreiber Nummer eins war jedoch das Investmentbanking. Vor allem Börsengänge sind lukrativ gewesen.
Die traditionsreiche Privatbank – immerhin führt die Historie des Geldhauses bis ins Jahr 1590 zurück – blickt auf ein Jahr mit hohen Erlösen zurück.
Berenberg-Zentrale in Hamburg

Die traditionsreiche Privatbank – immerhin führt die Historie des Geldhauses bis ins Jahr 1590 zurück – blickt auf ein Jahr mit hohen Erlösen zurück.

Frankfurt am MainDer teure Wachstumskurs im In- und Ausland hat die Privatbank Berenberg 2015 beim Gewinn nicht gebremst. Der Überschuss wurde auf 104 Millionen Euro mehr als verdoppelt und erreichte damit einen Rekordwert, wie das Hamburger Institut am Mittwoch mitteilte. Zuwächse gab es in allen Geschäftsbereichen. Besonders stark schnitt das Investmentbanking ab, wo die Erträge um knapp 50 Prozent anzogen. Vor allem das Geschäft mit Börsengängen florierte. Insgesamt begleitete Berenberg im deutschsprachigen Raum zehn Unternehmen an den Kapitalmarkt, darunter die Pfandbriefbank und Hapag-Lloyd.

Auf Expansionskurs ist Berenberg im Research und Handel: Seit September 2015 ist die Bank in New York mit einem Handelsdesk vertreten, wo sie für amerikanische Anleger US-Aktien handelt. In einem zweiten Schritt wird nun ein amerikanisches Aktien-Research aufgebaut, bis Jahresende sollen rund 200 US-Unternehmen analysiert werden.

Diese Banken liegen fest in Familienhand
Stefan Quandt und die BHF Bank
1 von 13

Ursprünglich war die in Frankfurt ansässige BHF Bank einmal im Besitz der Deutschen Bank. Die verkaufte sie jedoch im Frühjahr 2014 für gut 350 Millionen Euro (inklusive Aktien) an eine ganz besondere Käufergruppe: Federführend war die Beteiligungsgesellschaft RHJ International unter Vorsitz des Ex-Dresdner-Banker Leonhard „Lenny“ Fischer, doch auch der chinesische Mischkonzern Fosun – und BWM-Großaktionär Stefan Quandt, der jetzt 11,3 Prozent an der Bank hält. Zuletzt machte Quandt von sich reden, als er ein neues, umfassendes Übernahmeangebot von Fosun ablehnte.

Dr. Oetker und Lampe
2 von 13

Auch die Familie Oetker kann eine Bank ihr eigene nennen. 1852 in Minden gegründet, ist das Bankhaus Lampe heute ein Tochterunternehmen der Dr. August Oetker KG. Die Oetkers kauften sich nach dem Zweiten Weltkrieg in die Privatbank ein. Zum Angebot heute gehören neben der Vermögensverwaltung für Privatkunden auch Finanzierungs- und Beratungsleistungen für mittelständische Firmenkunden sowie das Investmentgeschäft samt Vermögensverwaltung für institutionelle Kunden.

Südwestbank
3 von 13

Die Kapitalspritze für die Südwestbank ist gut anderthalb Jahre her: Damals haben die Hexal-Gründer Andreas und Thomas Strüngmann mehr als 350 Millionen Euro in die Stuttgarter Privatbank gepumpt, die komplett ihnen gehört. Die Südwestbank unterhält 28 Filialen in Baden-Württemberg. Die Kapitalspritze erlaube die Ausweitung des Kreditgeschäfts. Auf dem Foto: Vorstände der Südwestbank: Andreas Maurer, Wolfgang Kuhn und Wolfgang Jung (v.l.).

Fürstlich Castell'sche Bank
4 von 13

Die Fürstlich Castell'sche Bank hält einen ganz besonderen Titel inne: Sie gilt als Bayerns älteste Bank, gegründet 1774. Die Anteile der nicht börsennotierten Aktiengesellschaft halten je zur Hälfte die fürstlichen Familien Castell-Rüdenhausen und Castell-Castell.  Das Bild zeigt Ferdinand Erbgraf zu Castell-Castell (l.) und Otto Fürst zu Castell-Rüdenhausen.

Familie Metzler
5 von 13

Das Bankhaus Metzler ist eine Privatbank mit Sitz in Frankfurt am Main. Es ist die zweitälteste Bank Deutschlands, und ist seit seiner Gründung im Jahr 1674 durchgehend und ausschließlich in Besitz der Gründerfamilie. Seit 1971 führt Friedrich von Metzler (r.) als persönlich haftender Gesellschafter das Bankhaus in der 11. Generation.

Sitz der Warburg Bank in Hamburg
6 von 13

Das Bankhaus M.M. Warburg & CO – das versale Kürzel CO steht für Christian Olearius - wurde 1798 gegründet. Es überstand politische Umwälzungen, Weltkriege, Geldentwertungen, Weltwirtschaftskrisen, Verwerfungen an den Börsen und den permanenten globalen Wettbewerb. Am Kapital der Bank sind ausschließlich Privatpersonen beteiligt und die Führung des Hauses liegt in den Händen der Partner. Die Bank ist im Besitz der Familien Olearius und Warburg, Dr. Christian Olearius und Max Warburg wechselten 2014 in den Aufsichtsrat, Joachim Olearius wurde zum Sprecher der Partner gewählt. Kerngeschäftsfelder sind das Private Banking, die Vermögensverwaltung und das Investmentbanking.

Berenberg Bank
7 von 13

Die verzweigte Familie Berenberg hält 30,4 Prozent an der Bank, die ihren Namen trägt. Die beiden anderen wichtigen Eigentümer der stark wachsenden Investment- und Privatbank Berenberg, Hans-Walter Peters und Hendrik Riehmer, haben Anfang Mai dieses Jahres die operative Führung übernommen – bis Ende 2015 steht ihnen noch Andreas Brotdmann an der Seite. Anders als bei Quandts, Oetkers, Metzlers und Co. sind Peters und Riehmer allerdings keine Großunternehmer oder geborenen Bankiers, sondern stammen aus ganz „normalen“ Verhältnissen.

Auf dem Heimatmarkt startete Berenberg 2015 eine Zusammenarbeit mit der BayernLB im Bereich Investmentbanking und Finanzierung, die nach Einschätzung beider Parteien gut angelaufen ist. Von der Landesbank hieß es im Herbst, „eine Handvoll“ Transaktionen hätten beide Institute bereits zusammen organisiert, viele weitere seien in Vorbereitung.

Berenberg bietet auch Vermögensverwaltung für reiche Privatkunden und institutionelle Anleger an. Insgesamt stieg das verwaltete Vermögen im abgelaufenen Jahr um elf Prozent auf 40 Milliarden Euro. Die Zahl bildet auch die Entwicklung an den Märkten ab. Wieviel Gelder die Bank unter dem Strich neu einsammelte, teilte sie nicht mit.

  • rtr
Startseite
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%