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Handelsblatt Banken-Gipfel Scheitert der digitale Wandel bei den Banken an den Mitarbeitern?

Viele Bankmitarbeiter fürchten, irgendwann von digitalen Lösungen ersetzt zu werden. Gleichzeitig steigen die Ansprüche des Kunden.
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Tamaz Georgadze, Vorstandschef von WeltSparen (r.), diskutiert mit Hermann Merkens, Vorstandsvorsitzender Areal Bank, über den digitalen Wandel.  Quelle: Marc-Steffen Unger für Handelsblatt
Handelsblatt Bankengipfel 2019

Tamaz Georgadze, Vorstandschef von WeltSparen (r.), diskutiert mit Hermann Merkens, Vorstandsvorsitzender Areal Bank, über den digitalen Wandel. 

(Foto: Marc-Steffen Unger für Handelsblatt)

Frankfurt Zwei Teams, zwei verschiedene Ziele, jeder will sich durchsetzen. Als begeisterter Schachspieler müsste Weltsparen-Gründer und CEO Tamaz Georgadze dieses Szenario verinnerlicht haben. So sieht er auch in der digitalen Transformation der Banken einen „Interessenkonflikt zwischen Kunde und Mitarbeiter, den es zu lösen gilt.“

Zusammen mit dem Aareal Bank-Vorstand Hermann Merkens und Citigroup Europa-Finanzchefin Silvia Carpitella suchte er auf dem Banken-Gipfel nach der Antwort auf die Frage, ob der dringend nötige digitale Wandel der Banken ausgerechnet an den Mitarbeitern scheitert. Zurzeit fühlen sich nur rund ein Drittel aller Mitarbeiter bereit, den digitalen Wandel mitzutragen, ergab eine Umfrage von Deloitte unter deutschen Personalverantwortlichen. Zu groß ist die Angst der Angestellten, von Software ersetzt zu werden.

Für Aareal-Vorstand Merkens gilt es deshalb, die Balance zwischen Tradition und Fortschritt zu wahren. Der Immobilienfinanzierer, dessen Betriebsgewinn im zweiten Quartal zuletzt um eine Millionen Euro auf 61 Millionen Euro zurückging, fühlt sich für die Zukunft gut aufgestellt. Es gelte, die Änderungen durch Niedrigzinsumfeld und Digitalisierung zu analysieren, Alleinstellungsmerkmale herauszufinden und weniger strategische Bereiche auszulagern.

Bei der Immobilienbank, deren Geschäftsmodell zurzeit noch aufgeht, soll der digitale Wandel also keineswegs überstürzt eingeleitet werden. Für Weltsparen-CEO Georgadze kann sich die Branche allerdings, so macht es den Anschein, nicht schnell genug ändern. „Der Druck der Kunden ist bei weitem nicht hoch genug“, betont der Gründer. Sein international unter dem Namen Raisin bekanntes Fintech soll Sparern dabei helfen, ihr Geld bei Banken anzulegen, die angesichts des Niedrigzinsumfelds noch einigermaßen hohe Zinsen bieten.

Sein Unternehmen arbeite gewissermaßen im Dienste des Kunden, so Georgadze. Die klassischen Banken würden die Bedürfnisse des Kunden oft nicht richtig wahrnehmen. „Banken hindern den Kunden oft daran, für sich die beste Option zu wählen und locken ihn stattdessen mit Sonderkonditionen für die ersten drei Monate“, sagt der Gründer, der einst sein Abitur im Alter von 12 Jahren ablegte. Früh erkannte Georgadze, dass in der Unzufriedenheit der Kunden auch Chancen liegen – seit der Gründung hat Weltsparen knapp 200 000 Millionen Euro bei Investoren einsammeln können, darunter Goldman Sachs.

Während Weltsparen den mit klassischen Banken unzufriedenen Kunden als Geschäftsgrundlage hat, muss die internationale Großbank Citigroup seine Mitarbeiter erst auf die neuen Kundenbedürfnisse einstimmen. „Die Beziehung zwischen Führung und Angestellten muss sich dazu ändern und stärker auf Augenhöhe sein“, sagt Citigroup Europa-CFO Carpitella. Das gesamte Unternehmen müsse an einem Strang ziehen, was nur möglich sein, wenn allen Mitarbeitern transparent vermittelt würde, welche Ziele die Bank verfolge.

Doch nicht nur die Bankkunden hätten neue Ansprüche, auch die Bedürfnisse der Mitarbeiter hätten sich gewandelt, so die Europa-Finanzchefin. Es gelte, die Millennial-Generation für das Bankwesen zu begeistern. „Vor der Finanzkrise war die Bankenbranche der Place To Be“, sagt Carpitella. Heute habe die Tech-Branche einen größeren Reiz für junge Leute, die kreativ sein wollen und keine Lust auf zu einengende Strukturen haben.

Die drei Führungskräfte sind sich in der Diskussion einig, dass digitaler Wandel bedeutet, dass sich Bankunternehmen umstrukturieren müssen. Dabei genüge es nicht, sich auf Marketing-Gags zu verlassen, so Aareal-Vorstand Merkens – etwa öffentlich wirksam mit dem E-Bike zur Arbeit zu fahren. „Das wäre nur der klägliche Versuch eines älteren Bankmanagers, einen Kulturwandel vorzuleben.“

Mehr: Die wichtigsten Neuigkeiten des Banken-Gipfels im Newsblog

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