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Handelsblatt Exklusiv Ergo-Betriebsräte fürchten Kahlschlag bei HMI

Rund 100 Ergo-Betriebsräte stellen sich hinter die Vertriebstochter Hamburg Mannheimer. Ein Trennung hätte nur zur Folge, dass unschuldige Mitarbeiter die Schuld am Sex-Skandal mittragen müssten, so der Betriebsrat.
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Eine Fahne mit dem Logo der Ergo-Versicherungsgruppe weht vor dem Firmensitz in Düsseldorf. Quelle: dapd

Eine Fahne mit dem Logo der Ergo-Versicherungsgruppe weht vor dem Firmensitz in Düsseldorf.

(Foto: dapd)

„Spontane Forderungen Einzelner, die zur Lösung des Problems eine Trennung vom Strukturvertrieb fordern, bewerten wir als unüberlegt und maßlos überzogen“, erklärten die Betriebsräte der Ergo Lebensversicherung am Donnerstag in Hannover in einer Resolution, die dem Handelsblatt vorliegt.

„Eine Trennung von der HMI-Organisation bedeutet aus meiner Sicht nichts anderes, als dass für ein inakzeptables Fehlverhalten einiger schätzungsweise circa 1.000 völlig unschuldiger Beschäftigte, selbständige Vertriebspartner gar nicht mitgerechnet, in Mithaftung genommen würden“, erklärte auch die „Neue Assekuranz Gewerkschaft“ (NAG) in einem Schreiben an Munich-Re-Chef und Ergo-Aufsichtsratsvorsitzenden Nikolaus von Bomhard.

Betriebsräte und NAG reagierten damit auf die jüngsten Skandale in der Ergo Versicherungsgruppe, einer Tochter der Munich Re. Vermittler der Vertriebsorganisation Hamburg-Mannheimer International (HMI) hatten in Budapest eine Sex-Party mit mindestens 20 Prostituierten gefeiert. Zudem bezeugten ehemalige Generalvertreter der Hamburg-Mannheimer, dass Ergo seine Kunden mit fehlerhaften Riester-Rentenverträgen um bis zu 160 Millionen Euro schädige. Bei rund 70.000 Versicherungspolicen seien die Kosten für die Altersvorsorge höher berechnet worden als im unterschriebenen Versicherungsantrag angegeben.

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