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Kreditkarte

Viele Kreditkartenunternehmen wollen Kunden mit Extraangeboten locken.

(Foto: E+/Getty Images)

Handelsblatt testet Das sind die besten Kreditkarten für Urlauber

Auf Reisen und im Internet sind Kreditkarten meist unerlässlich. Die Finanzberatung FMH hat ausgewertet, welche Karten die besten Konditionen bieten.
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Köln Die Deutschen lieben ihr Bargeld und bleiben der Girokarte nach wie vor treu. Während 98 Prozent der deutschen Bevölkerung eine Girokarte besitzen, setzen nur 36 Prozent auf Kreditkarten, zeigen Daten der Deutschen Bundesbank aus dem Jahr 2017. Wer viel im Internet bucht oder oft im Ausland unterwegs ist, kommt jedoch meist nicht um Kreditkarten herum.

Zahlreiche deutsche und ausländische Banken bieten die Karten zu verschiedensten Konditionen an. Die Finanzberatung FMH hat darum 104 Kreditkarten ohne Kontobindung untersucht und für das Handelsblatt die besten Anbieter für Reisende ausgewertet.

Das Ergebnis: Kostenlos Bargeld abheben können Kunden im Ausland lediglich mit acht Karten. Bei allen anderen Banken zahlen die Urlauber je Abhebung einen bestimmten prozentualen Anteil des Betrags als Gebühr.

Wer außerhalb der Euro-Zone unterwegs ist und Geld mit der Kreditkarte abhebt, sollte zudem auf den Wechselkurs achten. „Geldautomaten fragen in der Regel, ob man das Konto in der Landeswährung oder in Euro belasten möchte“, erklärt Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Er rät dazu, immer die Landeswährung zu wählen. Denn „dann rechnet das Kreditkartenunternehmen mit dem eigenen, meist günstigeren Wechselkurs“, sagt Nauhauser.

Unter allen Karten mit kostenloser Bargeldabhebung im Ausland hat die 1plus Visa Card der Bank Santander im FMH-Test am besten abgeschnitten. Bei dieser Karte müssen Kunden keine Jahresgebühr bezahlen und können kostenlos eine zusätzliche Karte für den Partner oder einen Freund beantragen.

Gleiches gilt für die Barclaycard Visa. Wer allerdings plant, seine Kreditkarten-Schulden auf Raten abzustottern, muss bei dem Angebot der Barclaycard mehr zahlen. Der Effektivzins beträgt hier 18,38 Prozent, bei dem Angebot von Santander sind es 13,98 Prozent.

Viele Kreditkartenunternehmen versuchen Kunden mit Extraangeboten zu locken. Von Tankrabatten über Extragepäckstücke beim Flug bis hin zum Rabatt beim Mietwagen ist so ziemlich alles dabei. Besonders beliebt bei den Banken sind Versicherungen.

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FMH hat darum ebenfalls getestet, welche Kreditkarten eine Auslandsreisekrankenversicherung sowie eine Reiserücktritts- und Abbruchversicherung bieten. Lediglich zehn der 104 getesteten Karten haben alle drei Versicherungen im Angebot.

Auffällig: Nur bei einer dieser Karten müssen Kunden weder eine Jahresgebühr noch für Abhebungen im Ausland zahlen. Alle anderen berechnen Extragebühren. Das hat seinen Grund: „Das Kreditunternehmen muss die Versicherung schließlich auch irgendwie bezahlen“, erklärt FMH-Untersuchungsleiterin Beate Balke. Die Kreditkartenunternehmen schließen hierfür Sammel- oder Gruppenverträge mit der Versicherung ab.

Dadurch können sie günstigere Konditionen anbieten. Die Kosten für den Versicherungsschutz legen die Kreditkartenunternehmen auf die Kunden um. Trotz höherer Gebühren sieht Balke Vorteile an diesem Kombimodell: „Oft ist es teurer, eine Reiserücktrittsversicherung separat abzuschließen, anstatt die Rechnung einfach per Kreditkarte zu bezahlen“, sagt sie.

Minderwertig versichert

Peter Grieble, Versicherungsexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, steht dem Versprechen der Kreditkartenunternehmen skeptischer gegenüber. Denn bei vermeintlichen Gratisleistungen schauen viele Kunden nicht mehr so genau hin, sagt er.

Dabei lauern in den Versicherungsbedingungen Fallstricke: „Die Versicherungen bieten häufig nur einen minimalen Schutz zu ganz bestimmten Bedingungen“, erklärt Grieble. „Mit einer üblichen Versicherung ist das meist nicht vergleichbar.“

Auslands-Kreditkarten im Test
Handelsblatt testet

Auslands-Kreditkarten im Test

Die Reiserücktrittsversicherung greift bei manchen Anbietern zum Beispiel nur, wenn der Urlauber die komplette Reise mit der Kreditkarte bezahlt hat. Oft werden beim Reiserücktritt zudem nur Teile erstattet. Darum der Tipp des Versicherungsexperten Grieble: „Wer Wert auf den Versicherungsschutz über die Kreditkarte legt, sollte die Konditionen nicht nur mit anderen Karten vergleichen, sondern auch mit etablierten Versicherungen.“

Das ist aber nicht so einfach, denn nicht alle Kreditkartenanbieter stellen die Versicherungsbedingungen für die Öffentlichkeit einsehbar ins Internet. Bei manchen Anbietern mussten diese erst schriftlich angefordert werden.

Zusammenfassend gilt: Wer schon separate Reiseversicherungen abgeschlossen hat, sollte bei der Kreditkarte besonders auf das kostenlose Geldabheben im Ausland achten. Urlauber, die Wert auf Extraleistungen wie Rabatte und Versicherungen legen, sollten prüfen, welche zu den eigenen Ansprüchen passen und unter welchen Bedingungen der Schutz tatsächlich greift.

Mehr: Bargeld, Plastikgeld, Bezahlen per Smartphone: In anderen Ländern gibt es andere Sitten und manchmal auch überraschende Kosten. Wie man überraschende Kosten vermeidet.

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