Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Handelsblatt testet Digitale Geschäftskonten müssen möglichst übersichtlich sein

Für Selbstständige ist es wichtig, den Überblick über ihre Finanzen nicht zu verlieren. Dabei sind die kostenlosen digitalen Konten nicht immer die günstigsten.
Kommentieren
Selbstständige haben bestimmte Anforderungen an ein Geschäftskonto. Quelle: Unsplash
Online-Banking

Selbstständige haben bestimmte Anforderungen an ein Geschäftskonto.

(Foto: Unsplash)

Köln Wo ist der Kontoauszug vom letzten Monat? Und wie viel Geld muss ich für die Steuer zurücklegen? Die Finanzen im Blick zu behalten kann als Selbstständiger, Freiberufler oder Kleinunternehmer aufwendig sein. In Zeiten des Onlinebankings können Unternehmer zumindest jederzeit ihren aktuellen Kontostand und die ab- und eingehenden Posten sehen.

Für den schnellen Blick unterwegs kann das Handy mit einer passenden App helfen. Welche die beste Kombination aus Geschäftskonto und App für Freiberufler ist, hat die FMH-Finanzberatung für das Handelsblatt untersucht.

Den ersten Platz teilen sich die Angebote der Berliner Digitalbank N26 und von Fyrst, einem Ableger der Deutschen Bank. Fyrst wirbt damit, die erste digitale Bank speziell für Selbstständige zu sein. Im Test besticht das Konto vor allem durch seine Extras.

„Das kostenlose Fyrst-Geschäftskonto zum Beispiel bietet für den kleineren selbstständigen Betrieb oder Jungunternehmer alle Leistungen, die man bei einem Basis-Konto erwartet“, sagt Max Herbst, Chef der FMH-Finanzberatung. Dazu gehören unter anderem Daueraufträge, Überweisungen und Lastschrifteinzüge – und auch das Einlösen von Schecks. Unter den untersuchten Geschäftskonten-Apps ist Fyrst die einzige, bei der man Schecks noch einlösen kann. Das kostet allerdings pro Auftrag fünf Euro.

Die Digitalbank N26 hat einen anderen Ansatz und setzt besonders auf Nutzerfreundlichkeit und eine einfache Übersicht. Als Zusatzdienst bietet die Bank in der App eine automatische Sortierung der Ausgaben. Dann werden etwa Kosten für Miete, Strom und Heizung als Lebenshaltungskosten zusammengefasst und Abbuchungen von Supermärkten und Restaurants als Essen und Trinken.

Der Nutzer sieht, wie viel Prozent seiner monatlichen Ausgaben die jeweiligen Kategorien einnehmen. Zusätzlich können Selbstständige eine Übersicht ihrer Transaktionen als CSV-Datei für Buchhaltungssysteme exportieren. Ein wichtiger Pluspunkt, findet Jana Siedenhans, Expertin für digitale Tools beim Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland (VGSD): „Das Geschäftskonto und die App dazu sollten auch eine möglichst einfache Buchhaltung ermöglichen.“ Ihr Tipp: „Beim Abschluss darauf achten, dass das Konto einen Export der Daten anbietet oder, noch besser, direkt an eine Buchhaltungssoftware angeschlossen ist.“

Grafik

Ein wichtiger, aber für Selbstständige meist nervenaufreibender Teil der Buchhaltung ist die Steuer. Das ganze Jahr über müssen Freiberufler genug Geld für die Abrechnung am Ende des Jahres zurücklegen. Ein echtes Problem für viele ist die sogenannte nachträgliche Steuervorauszahlung: Wenn das Geschäft endlich läuft und entsprechend auch die Steuerausgaben steigen, fordert das Finanzamt nach Abgabe einer Steuererklärung nicht nur die Zahlung der Steuer für das entsprechende Jahr, sondern auch nachträgliche Steuervorauszahlungen.

Das sind Zahlungen, die der Selbstständige bei dem neuen, höheren Umsatz eigentlich über das Jahr verteilt hätte im Voraus leisten müssen. So kommt schnell eine fünfstellige Summe zusammen, die innerhalb kurzer Zeit an das Finanzamt überwiesen werden muss. VGSD-Expertin Siedenhans hat deshalb einen Tipp: „Einige Geschäftskonten berechnen anhand der Einnahmen und Ausgaben sehr genaue Schätzungen für die Steuerrücklage – so behält man den Überblick.“ Das getestete Angebot von Kontist bietet eine solche Steuerberechnung in Echtzeit und zeigt dem Freiberufler, wie viel Geld er zurücklegen muss.

Abgesehen von den Anbietern Fidor und Fyrst bieten alle getesteten Geschäftskonten Zusatzfunktionen für die Buchhaltung. Für VGSD-Expertin Siedenhans ein wichtiges Qualitätsmerkmal: „An den integrierten Zusatzleistungen erkennt man schnell, welches Konto von einem Freelancer-Erfahrenen entwickelt wurde und welches aus klassischen Bankenstrukturen gewachsen ist.“ Wer selbst einmal frei gearbeitet hat, weiß, was Selbstständigen bei der Kontoführung die Arbeit erleichtert, wie Siedenhans sagt. Freiberufler müssen auf der Suche nach einer Geschäftskonten-App also nicht vor kleinen Anbietern zurückschrecken.

Die besten digitalen Geschäftskonten 2019.
Handelsblatt testet

Die besten digitalen Geschäftskonten 2019.

Neben den Zusatzfunktionen sollten Kleinunternehmer auch die Kosten im Blick behalten. Außer der Fidor Bank bieten alle eine kostenlose Version des Geschäftskontos an. Abgerechnet wird dann oft mit Überweisungsgebühren und bei Bargeldabhebungen. Wer auf das Angebot von Holvi zurückgreift, muss beispielsweise auch die Integration in die Buchhaltungssoftware Lexoffice extra zahlen.

Um möglichst geringe Gebühren zu berappen, müssen Selbstständige dann doch zum Taschenrechner greifen. Entscheidende Fragen sind: Wie viele Überweisungen tätige ich im Monat? Muss ich Bargeld vom Geschäftskonto abheben? Wie viele Kreditkarten brauche ich? Je nach Antwort kommen verschiedene Angebote infrage.

Wer viele Transaktionen tätigen muss und auf Extras angewiesen ist, kommt vielleicht günstiger davon, wenn er direkt ein Konto mit jährlicher Gebühr wählt. Das Angebot „Fyrst Complete“ etwa kostet Selbstständige 120 Euro pro Jahr. Dafür sind laufende Gebühren für Abhebungen und Überweisungen niedriger als beim kostenlosen Angebot „Fyrst Base“. Herbst von FMH rät Selbstständigen, zunächst die gebührenfreien Angebote zu prüfen, die „oft ausreichen“. Wer mehr brauche, dem blieben die Konten mit Jahresgebühr.

Mehr:

Startseite

Mehr zu: Handelsblatt testet - Digitale Geschäftskonten müssen möglichst übersichtlich sein

0 Kommentare zu "Handelsblatt testet: Digitale Geschäftskonten müssen möglichst übersichtlich sein"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.