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Handelsblatt testet Unverzichtbar für Familien im Eigenheim – die besten Risikolebensversicherungen im Überblick

Eine Risikolebensversicherung garantiert, dass auch nach dem Tod des Hauptverdieners die Angehörigen versorgt sind. Ein Überblick über die günstigsten Tarife.
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Abschluss einer Risikolebensversicherung gilt als sinnvoll. Quelle: E+/Getty Images
Umzug einer jungen Familie

Abschluss einer Risikolebensversicherung gilt als sinnvoll.

(Foto: E+/Getty Images)

Düsseldorf Die Kinder sind noch klein, die Hypothek aufs Haus ist groß – und was, wenn dann der Hauptverdiener plötzlich sterben würde? Damit die Familie im schlimmsten Fall dennoch finanziell versorgt ist, raten Verbraucherschützer dringend dazu, eine Risikolebensversicherung abzuschließen.

Denn auch wenn die meisten Menschen nur ungern über diesen Fall nachdenken: Nicht jeder erreicht ein hohes Alter. Laut der jüngsten Erhebung des Statistischen Bundesamts starben in Deutschland 2015 etwa 13 Prozent der Menschen im Alter zwischen 45 und 64 Jahren. „Die Risikolebensversicherung ist eine wichtige und sinnvolle Versicherung für alle, die noch über viele Jahre finanzielle Verpflichtungen haben und sich absichern wollen für den Fall, dass der Hauptverdiener beziehungsweise die Hauptverdienerin stirbt“, erklärt Elke Weidenbach, Referentin für Versicherungen bei der Verbraucherzentrale NRW.

Aktuell gibt es knapp acht Millionen Risikolebensversicherungsverträge in Deutschland. Insbesondere angesichts der verhältnismäßig niedrigen Jahresbeiträge sollten Verbraucher über einen Abschluss nachdenken: Die günstigsten Tarife sind – je nach Laufzeit – oft schon für gut 30 Euro jährlich zu haben.

Wer dagegen allein lebt und finanziell nur für sich selbst verantwortlich ist, braucht die Versicherung normalerweise nicht. Auch in der Lebenssituation von sehr jungen oder alten Menschen ist die Versicherung meist nicht nötig. Manche Banken allerdings schreiben eine Risikolebensversicherung bei Immobilienfinanzierungen vor.

Die gute Nachricht: Bei der Wahl einer Risikolebensversicherung können sich die Kunden ausschließlich an der Höhe der zu zahlenden Prämie orientieren. „Die Versicherungsbedingungen sind bei diesem Vertrag von untergeordneter Bedeutung“, sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten (BDV). „Das liegt daran, dass der Leistungsfall nur dann eintritt, wenn der Versicherte stirbt – und der Tod ist, anders als etwa eine Berufsunfähigkeit, ein eindeutiger Zustand.“

Die Prämien können bei verschiedenen Versicherern allerdings durchaus unterschiedlich ausfallen. Das liegt unter anderem daran, wie die Unternehmen die Risikofaktoren der Versicherungsnehmer bewerten: Alter und Gesundheitszustand spielen ebenso eine Rolle wie die Frage, ob der Versicherte hauptsächlich körperlich arbeitet oder am Schreibtisch, ob er raucht oder ein gefährliches Hobby pflegt.

Anonyme Risikoanfrage

Wer befürchtet, keine Versicherung zu bekommen, der kann über einen Makler oder Versicherungsberater eine sogenannte „anonyme Risikovoranfrage“ stellen lassen. „Das ist aber eher die Ausnahme als die Regel – zum Beispiel wenn ich schwerwiegende Vorerkrankungen oder starke gesundheitliche Probleme habe“, sagt Elke Weidenbach.
Übrigens zahlt die Versicherung sogar bei einem Selbstmord, wenn seit dem Abschluss des Vertrags eine bestimmte Frist verstrichen ist. Das sind meist drei Jahre.

43 Tarife wurden getestet

Existenziell wichtig sei die Wahl der richtigen Versicherungssumme, sagt Pressereferentin Bianca Boss vom BDV: „Davon hängt ja die Lebensqualität meiner Familie, meiner Hinterbliebenen ab.“ Sie rät dazu, genau durchzurechnen, welche Lücken geschlossen werden müssen und für wie lange. Sollen die Kinder später studieren? Wie lange muss der Hauskredit noch bedient werden? Wie viel Geld ist dafür pro Jahr nötig und für wie viele Jahre?

Gibt es keine konkreten Anhaltspunkte, kann die Höhe des Einkommens ein Bezugspunkt sein: Als Faustregel werden oft drei bis fünf Jahresbruttogehälter veranschlagt.

Steht die benötigte Versicherungssumme fest, sollten mehrere Angebote eingeholt werden. Zu beachten ist dabei, dass es bei der Beitragszahlung zwei Varianten gibt: Wenn der Versicherer Überschüsse erzielt, kann er diese entweder sofort mit der Prämie verrechnen (Variante „Sofortrabatt“) – dann müssen die Versicherten jährlich weniger zahlen als den eigentlich vereinbarten Brutto-Betrag.

Oder die Beiträge bleiben über die gesamte Vertragslaufzeit gleich, und eventuelle Überschüsse werden im Todesfall zusätzlich zur vereinbarten Summe gezahlt (Variante „Todesfallbonus“). Verbraucherschützer raten oft zum Sofortrabatt, weil dieser besser kalkulierbar ist.

Und die Unterschiede sind gravierend, wie die Zeitschrift „Finanztest“ herausfand: Zwischen den günstigsten und den teuersten Tarifen liegen oft mehrere Hundert Euro.

Deshalb hat das Ratinghaus Franke und Bornberg mit drei Musterbeispielen 38 Versicherer unter die Lupe genommen – darunter 31 Service-Versicherer, die über Makler oder einen Versicherer-Außendienst vertrieben werden, und sieben Direktversicherer. Die Laufzeit wurde auf zehn, 20 und 30 Jahre berechnet, je nachdem wie lange der Versicherte sich und seine finanziellen Verpflichtungen absichern möchte.

Versichert werden soll demnach ein 30-jähriger Bankkaufmann, dessen Arbeit zu 100 Prozent aus Bürotätigkeit besteht und der Nichtraucher ist. Durch die Unisex-Tarife wären die Vertragsbedingungen für eine gleichaltrige Frau genauso hoch. Die vereinbarte Auszahlungssumme im Todesfall liegt bei 100. 000 Euro.

Um den Musterfall so einfach und vergleichbar wie möglich berechnen zu können, wird als Familienstand „ledig“ angegeben. Der Familienstand oder auch die Anzahl der Kinder hat bei den Gesellschaften bis auf sehr wenige Ausnahmen keinen Einfluss auf die Höhe des Beitrags, weil daraus – anders als zum Beispiel aufgrund des Raucherstatus oder des Berufs – kein höheres oder niedrigeres Todesfallrisiko abzuleiten ist.

Bewertet wurden die Tarife auf Basis der Beitragshöhe, wobei sowohl Punkte für die Brutto- als auch für die Nettoprämie vergeben wurden und daraus das Mittel errechnet wurde.

Bei den Service-Versicherern schnitt mehr als ein Drittel der Tarife mit der Bestnote „sehr gut“ ab. Zu den Spitzenreitern zählten bei allen drei Laufzeiten die R+V, die DLVAG und die Ergo Vorsorge. Bei ihnen lagen die Nettoprämien, also beim verrechneten Sofortrabatt, jeweils bei rund 33 Euro, 46 Euro und 70 bis 81 Euro.

Am schlechtesten bewertet wurden hier die Versicherungen der Debeka, der Itzehoer und der Concordia mit bis zu 294 Euro netto pro Jahr und jeweils der Note „ausreichend“. Auffällig in der Gesamtgruppe: Je länger die Laufzeit angelegt wird, desto mehr Tarife schneiden mit der schlechteren Bewertung „ausreichend“ ab – weil die Beitragshöhe überdurchschnittlich steigt, vor allem bei den Bruttoprämien.

Die Unterschiede bei den Direktversicherern fielen geringer aus: Vier der sieben Tarife bekamen die Note „sehr gut“, die anderen drei ein „gut“. Lediglich bei der Laufzeit über 30 Jahre wurde ein einziger Tarif der Ergo Direkt mit „befriedigend“ bewertet.

Bester Tarif über zehn und 20 Jahre war der E-SRL der Europa mit rund 28 beziehungsweise 39 Euro, bei 30 Jahren Laufzeit hatte die Huk24 knapp die Nase vorn.

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2 Kommentare zu "Handelsblatt testet: Unverzichtbar für Familien im Eigenheim – die besten Risikolebensversicherungen im Überblick"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @Frau Kah:
    Der "günstige" Beitrag kommt zustand, da der Tod als sehr geringes Risiko eingestuft wird.
    Der Nettobeitrag ist geringer, da der Sofortbonus zu einer Reduzierung des Bruttobeitrages führt. Daher auch die Empfehlung den Sofortbonus zu wählen.
    Und bei längerer Vertragslaufzeiten steigt das Risiko zu sterben, dies liegt in der Natur der Sache und führt daher zu höheren Beiträgen.

  • Sehr geehrte Frau Kiefer,

    zugegeben, mit Lebensversicherungen habe ich mich bislang nicht befaßt. Aber das ist sicher nicht der einzige Grund, warum ich in Ihrem Artikel vieles nicht verstehe.

    Sie schreiben, bei der günstigsten Versicherung müsse man JÄHRLICH kaum mehr als 30 EURO aufwenden. Gilt das für den 30jährigen Versicherungskaufmann Ihrer Beispielsrechnung, der eine Versicherungssumme von 100 000 EURO gewählt hat? Das wäre so billig wie fast geschenkt. Und was muß der Versicherungsnehmer tatsächlich bezahlen? In Ihrer Tabelle weisen Sie Netto- und Bruttoprämien aus, erklären den Unterschied aber nicht. Unerklärt bleibt auch, warum sich bei einer längeren Vertragslaufzeit die Prämien vervielfachen sollen. Anscheinend gibt es auch heute noch immer wieder Wunder.

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