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Handelsblatt testet Warum eine Risikolebensversicherung wichtig ist und welche Tarife überzeugen

Eine Risikolebensversicherung kann Hinterbliebene im Todesfall finanziell absichern. Doch beim Abschluss der Versicherung gibt es einiges zu beachten.
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Handelsblatt testet: Diese Risikolebensversicherungen überzeugen Quelle: imago images / Westend61
Risikolebensversicherungen

Für eine junge Familie könnte bei einer Risikolebensversicherung eine Option zum Aufstocken interessant sein.

(Foto: imago images / Westend61)

DüsseldorfMehr als vier von fünf Deutschen verdrängen das Risiko des eigenen Todes – und daraus entstehende finanzielle Folgen für Familie und Partner. Das geht aus einer Umfrage im Auftrag der niederländischen Dela Lebensversicherung hervor, die das Marktforschungsinstitut Assekurata Solutions unter 1000 Bundesbürgern durchgeführt hat.

Nur 17,5 Prozent der Studienteilnehmer sehen einen möglichen frühen Tod als Gefahr für einen sozialen Abstieg der Angehörigen. Und lediglich 15 Prozent machen sich Gedanken um finanzielle Folgen aufgrund eines frühen Ablebens ihres Partners. 2017 sicherten weniger als acht Millionen Bundesbürger ihre Angehörigen und Partner mit einer Risikolebensversicherung ab.

„Die Ergebnisse zeigen, dass viele Menschen in Deutschland sich dieser Risiken nicht bewusst sind“, erklärt Walter Capellmann, Hauptbevollmächtigter der Dela Deutschland. 2017 starben bundesweit 95.737 Männer und 52.608 Frauen unter 65 Jahren. Häufig hinterlassen die Verstorbenen Partner oder Kinder, die auf finanzielle Hilfe angewiesen sind. Privater Schutz kann da helfen.

Günstige Versicherungen

„Eine Risikolebensversicherung ist eine günstige Möglichkeit, um Hinterbliebene finanziell abzusichern“, sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten. Diese Form der Versicherung sei generell unverzichtbar, wenn die Familie vom Einkommen eines Familienmitglieds abhängig ist. Der Hauptverdiener brauche dann zwingend eine Police.

Angebote gibt es dabei zur Genüge. Eine Entscheidungshilfe bietet das für das Handelsblatt ermittelte Ranking der Ratingagentur Franke und Bornberg. Berechnet wurden die Werte für ein Ehepaar, bei dem beide Partner gesund sind, 30 Jahre alt sind und zwei Kinder hat.

Risikolebensversicherungen im Test
Handelsblatt testet

Risikolebensversicherungen im Test

Bei einer Auszahlungssumme von 100.000 Euro und einer Laufzeit von 30 Jahren bewertete Franke und Bornberg zwölf Tarife mit „sehr gut“. Vier davon erreichen die Höchstpunktzahl von 100 Punkten: der Grundschutz der Ergo Vorsorge, der Tarif RL1 von Delta Direkt, die Risikolebensversicherung L0 der Deutschen Lebensversicherung sowie die RisikoLeben Klassik Basis der Provinzial Rheinland.

Unter diesen vier Tarifen bietet das Angebot der Ergo mit einer Nettoprämie von 67,45 Euro und einer Bruttoprämie von 96,37 Euro im Jahr die günstigsten Beiträge.

Eine private Vorsorge ist für viele sinnvoll, weil gerade jüngere Hinterbliebene vom Staat nur wenig zu erwarten haben. Eine 30-jährige Witwe würde in den ersten drei Monaten die Erwerbsminderungsrente ihres verstorbenen Ehemannes erhalten. Danach hätte sie bestenfalls Anspruch auf die „große Witwenrente“ von 55 Prozent der Erwerbsminderungsrente.

Doch diese erhält sie nur, solange sie minderjährige Kinder erzieht. Ohne Kinder bekäme sie lediglich 25 Prozent, und das in der Regel nur für zwei Jahre. Kinder unter 18 Jahren erhalten zudem gerade einmal zehn Prozent der Rente des verstorbenen Elternteils als Waisenrente.

Doch wie lassen sich die besten Risikolebensversicherungen identifizieren? Die Bewertung richtet sich nach den Beiträgen. Denn bei den Leistungen unterscheiden sich die Policen der Versicherungen kaum, zumal Zusatzleistungen bei diesem Vergleich nicht in die Bewertung eingegangen sind.

Für eine junge Familie könnte aber eine Option zum Aufstocken interessant sein. Sie greift zum Beispiel, wenn Nachwuchs kommt. Eine solche Alternative lässt sich etwa beim Tarif der Delta Direkt, der nach dem Baukastenprinzip funktioniert, hinzubuchen.

Grafik

„Versicherte sollten sich zudem nicht allein von der Nettoprämie blenden lassen“, rät Michael Franke, Geschäftsführer der Ratingagentur Franke und Bornberg. Interessenten sollten auch auf die Bruttoprämie achten. „Der Kunde zahlt die Nettoprämie, der Versicherer hat aber das Recht, den Beitrag bis zur Bruttoprämie anzupassen, wenn Überschüsse sinken oder ganz ausbleiben.“

Das Ranking unterscheidet auch zwischen Service- und Direkttarif, der tendenziell günstiger ist, bei dem man aber nicht durch einen direkten Ansprechpartner unterstützt wird.

Es gilt also, den Versicherer sorgfältig auszuwählen. Denn später kann es schwierig werden, den Anbieter zu wechseln. Wenn sich die eigene Gesundheit verschlechtert, hat dies meist höhere Prämien zur Folge. Diese steigen auch mit zunehmendem Alter.

Doch ist es überhaupt sinnvoll, nur den Hauptverdiener abzusichern? Eine verbundene Risikolebensversicherung wäre eine Alternative. Dabei sichern sich zwei Personen gegenseitig ab, falls der jeweils andere stirbt. Diese Variante hat den Vorteil, dass die Versicherten nur für eine Police Beiträge entrichten müssen. Dafür wird aber auch die Leistung nur einmal fällig.

„Diese Variante ist nicht zwingend günstiger als zwei separate Verträge und damit häufig die schlechtere Lösung“, findet Boss vom Bund der Versicherten. Zumal sich in manchen Fällen die Lebenswege später trennen.

Alter und Gesundheit wichtig

Zudem entscheiden sich die Höhe der Beiträge und ob überhaupt ein Vertrag zustande kommt nach dem Alter und dem Gesundheitszustand. „Daher ist es wichtig, Policen früh abzuschließen“, sagt Agenturchef Franke. Grundsätzlich sollten Interessenten Gesundheitsfragen im Antrag vollständig und wahrheitsgemäß beantworten, rät Bosse.

Bei Vorerkrankungen entscheidet der Versicherer, ob er den Antrag ablehnt oder mit Risikozuschlägen oder Leistungsausschlüssen annimmt. „Die anonyme Risikovoranfrage sollten Verbraucher nutzen, wenn sie gesundheitliche Einschränkungen oder gefährliche Hobbys haben. Die Voranfrage kann immer nur ein Dritter stellen, also in der Regel ein Versicherungsberater oder -makler“, rät die Expertin beim Bund der Versicherten.

Für Menschen, die Schwierigkeiten haben, eine Police abzuschließen, können Risikolebensversicherungen mit vereinfachten Gesundheitsfragen eine Alternative sein. So bietet beispielsweise die Allianz-Tochter Deutsche Leben Eltern unter 40 Jahren eine Variante mit verkürzten Gesundheitsfragen an.

Heikel kann es sein, die benötigte Versicherungssumme und die Laufzeit von Verträgen festzulegen. Hier haben viele Menschen keine Vorstellungen, wie viel Geld im Notfall gebraucht wird, zeigt die Dela-Studie.

Wer also eine Risikolebensversicherung abschließen möchte, sollte klären, wie viele Familienmitglieder im Ernstfall abzusichern sind, was Hinterbliebene vom Staat zu erwarten haben, wie hoch das Einkommen des verbliebenen Partners voraussichtlich ausfällt, ob Kredite zu bezahlen oder noch in Zukunft Ausbildungen zu finanzieren sind.

Dann hilft folgendes Beispiel bei der Kalkulation: Bei der Anlage einer Todesfallsumme von 200.000 Euro, einer Verzinsung des Kapitals von null Prozent und einer monatlichen Entnahme von 1000 Euro, reicht dieser Betrag 16 Jahre und acht Monate, zeigt eine Berechnung vom Bund der Versicherten.

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1 Kommentar zu "Handelsblatt testet: Warum eine Risikolebensversicherung wichtig ist und welche Tarife überzeugen"

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  • Sehr geeehrter Herr Wohlleb,

    ob Ihr Beitrag hilfreich für den Leser ist ? Das beginnt damit, das man in Europa mit EUROs bezahlt und bei Zahlungen EUROs erhält. Nicht etwa Beitragspunkte. Und plötzlich verwiirrt man mich damit, dass es anscheinend nicht 1 Versicherungsrämie sondern deren 2 gibt. Darf ich mir die günstigere aussuchen?


    Zu den Leistungen verlieren Sie ja grundsärzlich kein Wort. Das erweckt bei mir den Argwohn, dass der überlebende Egepartner mit der ausbezahlten Summe im Regefall nur kurze Zeit leben kann. Also Absicherung nur für eine kurze Zeitspanne, dann zurück in den Beruf. Aber wenn man ohnehin in seinen Beruf zurück muß. warum dann nicht gleich?