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Hans-Dieter Brenner Helaba-Chef wirbt für Fusion mit Dekabank

Vor seinem Rückzug als Helaba-Chef hat sich Hans-Dieter Brenner für einen Zusammenschluss der Landesbank mit dem Sparkassen- Fondsanbieter Deka ausgesprochen. Er sieht Parallelen beim Geschäftsmodell.
Update: 26.08.2015 - 17:50 Uhr Kommentieren
Der scheidende Helaba-Chef ist seit Jahren der einzige Landesbank-Chef, der sich offen für eine Konsolidierung der Branche ausspricht. Quelle: dpa
Hans-Dieter Brenner

Der scheidende Helaba-Chef ist seit Jahren der einzige Landesbank-Chef, der sich offen für eine Konsolidierung der Branche ausspricht.

(Foto: dpa)

Frankfurt Helaba -Chef Hans-Dieter Brenner spricht zum Abschied noch einmal Klartext: Der 63-Jährige warb am Mittwoch für einen Zusammenschluss der Landesbank mit dem Sparkassen-Fondsanbieter Deka. „Vom Geschäftsmodell gibt es da sicherlich gemeinsame Richtungen.“ Beide Institute hätten das Ziel, Sparkassen-Kunden für sich zu gewinnen, etwa im Fondsgeschäft oder in der Vermögensverwaltung. Zudem seien Deka und Helaba ganz beziehungsweise mehrheitlich im Besitz der Sparkassen. Aus Brenners Sicht würde es für die Eigentümer deshalb Sinn machen, sich mit einer Fusion der Frankfurter Institute zu befassen. „Betriebswirtschaftliche Vernunft sollte jeder aufgreifen.“

Dass es zeitnah zu einem Zusammenschluss kommt, glaubt Brenner jedoch nicht. „Da gehören ja nicht nur zwei dazu, sondern vielleicht 17.“ Vor der Aufnahme von Verhandlungen müsse es Konsens zwischen den Sparkassen in allen Regionen und den Bundesländern geben. Auch ein Sprecher der Dekabank winkte ab. „Für die Prüfung einer Fusion mit der Helaba haben wir keinen Auftrag unserer Eigentümer.“ Über eine Fusion von Helaba und Deka wird im öffentlich-rechtlichen Bankenlager schon seit Jahren spekuliert. Bisher habe es darüber allerdings noch keine Gespräche gegeben, betonte Brenner.

Der Manager, der Ende September abtritt, ist seit Jahren der einzige Landesbank-Chef, der sich - wie viele Experten - offen für eine Konsolidierung der Branche ausspricht. „Um eine funktionsfähige Sparkassen-Finanzgruppe zu haben, brauche ich nicht mehr als zwei bis drei Landesbanken.“ Gegenwärtig gibt es fünf größere Landesbanken. Die Voraussetzungen für Zusammenschlüsse seien nach diversen milliardenschweren Rettungsaktionen in der Finanzkrise derzeit allerdings nicht besonders gut, erklärte Brenner. In den nächsten drei Jahren sei deshalb mit keinen größeren Veränderungen zu rechnen.

Im ersten Halbjahr baute die Helaba ihren Gewinn dank florierender Immobiliengeschäfte um zwölf Prozent auf 362 Millionen Euro aus - und hob daraufhin ihre Prognose an. Statt einem Gewinnrückgang von sieben bis acht Prozent rechnet das Geldhaus 2015 nun mit einem Vorsteuerergebnis auf dem Rekordniveau des Vorjahres von 607 Millionen Euro. Brenners Nachfolger Herbert Hans Grüntker, der langjährige Chef der Helaba-Tochter Frankfurter Sparkasse, darf sich somit auf einen angenehmen Start freuen.

Brenner zog am Donnerstag eine zufriedene Bilanz seiner Helaba-Zeit. Die Bank habe durch die Übernahme von Teilen der zerschlagenen WestLB 2012 ihre Ertragsbasis erweitert. Beim Ausbau des Geschäfts in Nordrhein-Westfalen gebe es auch in den kommenden Jahren noch großes Potenzial. Künftig will der gelernte Wirtschaftsprüfer wieder in seinem alten Beruf aktiv werden und sich seinen diversen Aufsichtsratsmandaten widmen - seit kurzem ist er unter anderem im Kontrollgremium des Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt vertreten.

  • rtr
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